Das Beste im Südwesten

Mönche, Markgrafen und fleißige Schüler in Schloss Salem

Salem. 

Was manche gar nicht glauben mögen: Die Schüler des Internats Schloss Salem sind auch nicht anders als andere Schüler. Wer zum Beispiel an einem Samstagnachmittag bei gutem Wetter durch das weitläufige Gelände schlendert, trifft die Kinder oft reicher und berühmter Eltern auf Schritt und Tritt: Sie lümmeln auf sonnengewärmten Mauern und albern herum. Aus den offenen Fenstern ihrer Zimmer dröhnt Musik in den Schlosshof.

Doch etwas ist anders: Den meisten dürfte bewusst sein, auf welch geschichtsträchtigem Boden sie für sich und das Leben lernen dürfen. Denn sie sind im ehemaligen Konventgebäude der Zisterziensermönche untergebracht. Das heutige Schloss Salem, das das Land im April diesen Jahres von Prinz Bernhard von Baden für 58 Millionen Euro gekauft hat, war ursprünglich ein Kloster. 1134 wurde es von Zisterziensern gegründet. Salem entwickelte sich zu einer reichen und angesehenen Abtei. Bis zur Säkularisation 1802 galt sie als bedeutendstes Zisterzienserkloster Süddeutschlands. Bis heute dominiert das gotische Münster die Schlossanlage. In ihr können Besucher den Klängen der Riepp’schen Orgel lauschen, eine der wenigen erhaltenen romanischen Großorgeln.

Im Oktober 1802 ging das Kloster an die Markgrafen von Baden über. 1920 gründete Prinz Max von Baden mit seinem Freund, dem Pädagogen Kurt Hahn, die internationale Privatschule Schloss Salem. Trotz des Schulbetriebs und der Touristen, die auf dem Gelände sind, strahlt die Anlage mit ihren 29 Gebäuden eine wohltuende klösterliche Ruhe aus. Einige Häuser können während der Saison besichtigt werden. Museen sind darin untergebracht, so ein Küferei- und Brennereimuseum. Besichtigt werden können Teile der Prälatur, in der früher die Äbte gewohnt haben. Darin befindet sich auch die Klosterbibliothek. Der Buchbestand aus der Klosterzeit wurde vor vielen Jahren an die Universität Heidelberg verkauft. Heute nutzt das Kreiskulturamt des Bodenseekreises den prächtigen, klassizistischen Raum.

Info

Bis Allerheiligen ist Schloss Salem noch für Besucher geöffnet, dann ist erst einmal Winterpause – bis Ende März. Der Eintritt kostet sieben Euro, die Familienkarte 15 Euro.


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Autor: Petra Walheim | 23.10.2009

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