Maschinenbau

Meisterwerke aus der Hand schwäbischer Ingenieure

Ulm.  Der Maschinenbau ist der wichtigste Wirtschaftszweig im Südwesten. Der Grund: Ohne diese Branche gäbe es die heutige Industriegesellschaft nicht.

Wer die SÜDWEST PRESSE aus dem Briefkasten zieht oder sich am Kiosk eines der überregionalen Blätter zulegt, hält mit großer Wahrscheinlichkeit Papier in Händen, das auf einer Voith-Maschine produziert wurde. Die Heidenheimer sind der weltweit führenden Hersteller von Papiermaschinen.

Der Kunstdruck im heimischen Wohnzimmer oder die Bildbände im Regal wurden wohl auf einer Maschine gedruckt, die der Name Heidelberg ziert - der nächste Weltmarktführer aus dem Südwesten.

Und weiter geht es mit den Branchenführern: Ob Bücherregal, Küchenmöbel oder Schlafzimmerschrank, bei ihrer Herstellung kam der vielfältige Maschinenpark von Homag aus Schopfloch zum Einsatz. Hölzer, die am Ende als Türen oder Fenster in den heimischen vier Wänden landeten, verdanken ihre glatte Oberfläche den Kehlmaschinen von Weinig, die in Tauberbischofsheim die Fabrik verlassen. Die Werkzeuge für diese Maschinen liefert Leitz aus Oberkochen. Und auf Länge getrimmt wurde das Holz mit Sägemaschinen von Vollmer aus Biberach.

Was auch immer man im Supermarkt aus den Regalen zieht, in Drogerien oder Apotheken ersteht, verpackt wurden die Lebensmittel, Kosmetika und Medikamente mit ziemlicher Sicherheit auf einer Anlage des Stuttgarter Bosch-Konzerns, von Uhlman in Laupheim oder von einem der vielen Verpackungsmaschinenhersteller aus dem Hohenlohischen. Wer etwa seiner Liebsten auch noch edle Pralinen mitbringt, kann davon ausgehen, dass dieses Arrangement von einem Schubert-Verpackungsroboter aus Crailsheim zusammengestellt wurde.

Crailsheim wird mit dem Siegeszug der Windenergie auf dem offenen Meer noch größer herauskommen: Voith Turbo baut dort die innovativen Antriebsaggregate, die dafür sorgen, dass trotz des beständig unbeständigen Windes auf hoher See der Stromgenerator in den Windmühlen stets absolut gleichmäßig angetrieben wird.

Nicht zu vergessen: Kein Auto würde fahren ohne das Zutun der heimischen Werkzeugmaschinenbauer: Motorblock, Zylinder, Kurbel-, Nockenwelle, Pleuel oder Zahnräder samt Gehäuse fürs Getriebe, sie verdanken ihr perfektes Funktionieren Drehmaschinen von Index in Esslingen, Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren von Emag in Salach, wie auch denjenigen von Hermle in Gosheim. Dass all diese Teile bis auf den tausendstel Millimeter präzise gearbeitet sind, geht auch auf das Konto der Werkzeuge von Mapal in Aalen oder Walter in Tübingen.

Dafür, dass das Blechkleid der Autos perfekt sitzt, sorgen Pressen von Schuler, die in Göppingen und Weingarten entstehen und Laser-Schweißanlagen von Trumpf aus Ditzingen. Die Lackiertechnik baut Dürr in Bietigheim-Bissingen. Und sehr häufig sorgt die Steuerungstechnik von Bosch dafür, dass all diese Meisterwerke schwäbischer Ingenieurskunst auch rund um die Uhr laufen.


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Autor: Niko Frank | 19.10.2009

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