Exzellenz, Elite und das Streben der Anderen
Die 1386 gegründete Uni Heidelberg ist nicht nur die älteste Universität Deutschlands, sie taucht auch häufig als deutscher Klassenprimus in internationalen Rankings auf. Die Aufnahme in den Kreis der Elite-Universitäten gelang Heidelberg aber erst in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative, mit dem Konzept „Zukunft einer Volluniversität“ und dem Bekenntnis zum kompletten Fächerspektrum. Forschungsschwerpunkte gibt es in transkulturellen Studien, molekularen Lebenswissenschaften, Medizin, Physik, Astronomie, Chemie und Mathematik. Die Politische Ökonomie soll kräftig wachsen.
Mit einem ehrgeizigen Vorhaben brachte es die Uni Karlsruhe zu Elite-Weihen: Mit der Helmholtz-Gesellschaft entstand das gemeinsame „KIT“ (Karlsruher Institut für Technologie), das nicht nur namentlich ans berühmte Vorbild MIT in Massachusetts, USA, anknüpft: mit engem Kontakt zu außeruniversitärer Forschung, eigenen Studiengängen und Schwerpunkten in Nanobiologie, Optik und Photonik.
Ebenfalls in den Elite-Kreis rückte die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg auf. Sie will vor allem mit neuen, interdisziplinären Strukturen sowie mit Nachwuchsforschergruppen neue Freiräume schaffen. Um Freiräume geht es auch im „Freiburg Institute for Advanced Studies“, in dem sich Professoren für Jahre aus dem Lehrbetrieb ausklinken und in Ruhe forschen oder publizieren können. Die Auszeit für renommierte Professoren stößt bei den Studenten nicht gerade auf Begeisterung, soll aber attraktive Forschungsbedingungen schaffen, wie sie an außeruniversitären Instituten üblich sind.
Auch in diesem Bereich gehört Baden-Württemberg zu den führenden Ländern: Mit 14 hat das Land knapp ein Viertel aller Fraunhofer-Institute, hinzu kommen 12 Max-Planck- und 7 Leibniz-Institute. Der enorme Bedeutungszuwachs und das (finanzielle) Gewicht der außeruniversitären Forschung gilt als ein Hauptgrund dafür, dass deutsche Hochschulen international heute abgeschlagen sind. Umso größer ist derweil der Katzenjammer an den Unis im Land, die nicht den begehrten Elite-Titel und das zugehörige Geld bekommen haben, etwa in Tübingen, wo man immerhin eine Nobelpreisträgerin zu bieten hat. (rom)
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03.11.2009
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