Interview: Frieder Burda
Den Leuten die Schwellenangst nehmen
Hat der Sammler Frieder Burda eigentlich Lieblingsstücke für seinen Privatbereich reserviert?
FRIEDER BURDA: Es ist so, dass die auf mehr als 850 Arbeiten angewachsene Sammlung Kern meines Museums ist. Wir präsentieren die Kunstwerke in wechselnden Ausstellungen. Das bedeutet, dass auch die Bilder bei mir zu Hause oder in meinem Büro regelmäßig ausgetauscht werden. Es gibt also auch kein Lieblingsbild, das einen festen Platz hat.
Die meisten Sammler glauben daran, dass man in ihren Museen nicht nur die eigene Sammlung präsentieren darf, sondern auch Wechselausstellungen bieten muss, um die öffentliche Aufmerksamkeit zu erhalten. Ist das auch Ihr Konzept?
BURDA: Ich teile diese Auffassung. Nichts Schlimmeres als ein statisches Museum mit Stillstand. Da hat man einmal alles gesehen und muss nie mehr hin. Wir versuchen, die Besucher durch gute Qualität und immer wieder neue Ausstellungen zu gewinnen und bieten Begleitprogramme auch für Menschen an, die nicht Kunstexperten sind.
Geraten die Direktoren der staatlichen und städtischen Museen nicht ins Schwitzen, wenn sie mit ansehen müssen, wie ihnen die Privaten das Leben schwer machen?
BURDA: Mir geht es nicht nur um Besucherzahlen, sondern vor allem darum, möglichst viele Leute an die Kunst heranzuführen. Es wird umgekehrt ein Schuh daraus: Wir versuchen, die Schwellenangst vor dem Museum zu nehmen, und das kommt allen Museen zugute. Nehmen Sie das Beispiel hier in Baden-Baden: Durch unser privates Museum hat die benachbarte Staatliche Kunsthalle so hohe Besucherzahlen wie seit 20 Jahren nicht mehr. Alle haben gewonnen. bmg
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26.10.2009
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