Turner-Urgesteine alles andere als steinern unbeweglich

Seit 1959 existiert im Turngau Hohenlohe eine besondere Einrichtung: die Gauehrenriege. 170 Mitglieder zählt sie derzeit.

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Turner-Urgestein – der Ausdruck drängt sich auf, wenn es darum geht, die Mitglieder der Gauehrenriege des Turngaus Hohenlohe zu beschreiben. Keiner der männlichen Berufenen unter 70 Jahre alt, bei den Frauen genügen 65, ein Leben dem Sport gewidmet, heute noch aktiv und ein Vorbild für die Jungen. Vor Kurzem trafen sie sich zum jährlichen Stelldichein in Langenburg – und von „steinerner Unbeweglichkeit“ konnte wahrlich keine Rede sein, so quicklebendig wirkten die Seniorinnen und Senioren.

Der Turngau Hohenlohe ist der flächenmäßig größte im schwäbischen Turnerbund. Sein weit gespanntes Einzugsgebiet reicht von Murrhardt über Gaildorf, Crailsheim, Öhringen, Künzelsau und Schwäbisch Hall bis hinunter in den Taubergrund um Bad Mergentheim. Seit 1959 existiert im Turngau eine ganz besondere Einrichtung: die Gauehrenriege. In ihr versammeln sich all die verdienten Turnerinnen und Turner, die ihr Leben lang dem Sport die Treue gehalten und sich darüber hinaus durch besondere Leistungen – sei es im sportlichen oder ehrenamtlichen Bereich – hervorgetan haben.

Um die Aufnahme in diese Ehrenriege kann sich keiner bewerben. Der Verein muss vorschlagen, der Turngau prüft – sind die Voraussetzungen erfüllt, folgt die ehrenvolle Berufung. Zurzeit sind es 170 Mitglieder, die sich dieser Ehre erfreuen dürfen.

Jedes Jahr hat ein anderer Turnverein die Ehre, das Jahrestreffen ausrichten zu dürfen. Am Beginn des Treffens stand eine kurze Stadtführung durch Langenburg. Daran nahmen mehr als 50 Senioren teil – und bewiesen sogleich, dass sie als gestandene Turner mit Mobilitätseinschränkungen nicht so viel am Hut haben: Als der Vortragende eine Verschnaufpause einlegte, kam sofort die Aufforderung: „Mach’s nori, mir schtäne net sou gäre rum.“ Danach ging es in die Stadthalle. Dort warteten schon Turngau-Vorsitzender Dr. Friedrich Bullinger, Langenburgs Bürgermeister Wolfgang Class, Bärbel Karle (stellvertretende Bürgermeisterin Niedernhall), Edelgard Kraft (Vorsitzende des TSV Langenburg) und Fritz Maywald (TSV Gerabronn) mit Grußworten. Des Weiteren hatte der gastgebende TSV Langenburg ein kurzweiliges Programm (inklusive Sketch) zur Einstimmung vorbereitet.

Bei der Begrüßung reichte die stellvertretende Bürgermeisterin von Niedernhall den Gauehrenriegen-Pokal an Bürgermeister Class weiter, eine Besonderheit. Denn dieser Pokal wurde extra 1959 in Weikersheim geküfert, also aus Weinfassholz gebaut, um die Gauehrenriege zu begleiten. Er wird jetzt ein Jahr in Langenburg bleiben, bevor er weitergereicht wird. Niedernhall ist eine Weinbaugemeinde – so versäumte es Bärbel Karle nicht, den Pokal vor der Übergabe ordentlich zu füllen. Trollinger und Lemberger soll es dem Vernehmen nach gewesen sein, und Bürgermeister Class nahm einen ordentlichen Schluck.

Bevor der gemütliche Teil begann, wurden noch die neuen Mitglieder in die Riege aufgenommen. Es sind: Christel Lüdtke aus Schwäbisch Hall, Edelgard Kraft und Gerhard Wörgau aus Langenburg, Ursula Rummler und Gertrud Siegel aus Blaufelden. Die künftige Betreuung der Ehrenriege übernahmen Fritz Maywald, Christel Kantenwein und Margot Kübler.

Und dann war endlich Zeit für den Austausch der vielen Erinnerungen. Die Gespräche – „Weißt du noch. . .“ und „Erinnerst du dich auch noch. . .“ – dauerten noch lange an. Die Gäste fühlten sich in Langenburg sichtlich wohl, waren sie doch schon zum fünften Mal in der „Stadt auf dem langen Berg“, öfter als bei jedem anderen Verein im Turngau.

Senioren nahmen an der kurzen Stadtführung durch Langenburg teil. Danach ging es in die Stadthalle, in der den Gästen ein kurzweiliges Programm geboten wurde.

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