Michael Smolik über Ende seiner Polizistenlaufbahn und Ziele im Kickboxen

Sportlich läuft es prima für Michael Smolik. Vor knapp zwei Wochen hat er seinen Europameistertitel im K-1 verteidigt. Beruflich hat der Kickboxer hingegen ein langwieriges Ringen hinter sich.

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"Die Polizei wollte mir mein Leben nehmen." Mit dieser Aussage hat Michael Smolik Anfang März bei der Crailsheimer Sportlerehrung für Aufsehen gesorgt. Der Hintergrund: Zum 1. März hat der 24-Jährige seine Stelle bei der Polizei gekündigt, nachdem diese ihn vor die Wahl zwischen einer Beamtenlaufbahn und dem Profisport gestellt hatte. Für Michael Smolik ein nicht nachvollziehbarer Schritt. "Ich bin über ein Jahr Profi. Erst als ich im November 2015 Europameister wurde, kam von der Polizei die Benachrichtigung, dass sie das Kickboxen als Nebentätigkeit nicht genehmigen würde." Auch eine Teilzeitbeschäftigung habe die Polizei abgelehnt. "Mit der Begründung, dass das Verletzungsrisiko zu hoch sei. Das ist Blödsinn. Ich habe mich noch nie schwer verletzt. Manch ein Fußballer fällt mit einem Kreuzbandriss über ein halbes Jahr aus", sagt der Satteldorfer entrüstet.

Leicht fiel es ihm nicht, seine Uniform an den Nagel zu hängen. "Ich wollte immer Polizist werden, das war mein Traumberuf. Aber ich wollte auch schon immer der beste Fighter sein." Einen konkreten Plan, wie es weitergehen sollte, falls er seine Sportlerkarriere doch einmal überraschend beenden müsste, hat er nicht. "Ich hab keinen Plan B. Nur einen Plan A. Aber wenn ich mich zum Beispiel schwer verletzen sollte, würde ich irgendetwas anderes im Kampfsport machen, zum Beispiel als Trainer", sagt er.

WM-Titel im Schwergewicht als großes Ziel

Bis zum Kickbox-Olymp steht Michael Smolik aber noch ein weiter Weg bevor. Dieses Jahr möchte er die Schwergewichtsweltmeisterschaft im K-1 gewinnen. Sein größtes Ziel: das Kickboxturnier Glory. "Es gibt nichts Größeres", sagt Smolik. An Selbstbewusstsein mangelt es dem 103 Kilogramm schweren Kämpfer jedenfalls nicht. "Ich weiß, dass ich das schaffen kann!" Von alleine klappt das aber nicht. "Ich kann mich weiter verbessern. Sei es bei meinen Kicks oder im Boxerischen", erklärt Smolik.

Seinen bisher größten Titel hält er bald seit vier Monaten: Die K-1-Europameisterschaft im Schwergewicht der "World Kickboxing and Karate Union", einem der größten Kickbox-Weltverbände. Seinen Gürtel hat er vor anderthalb Wochen erfolgreich verteidigt. Smolik schickte seinen Kontrahenten in der ersten Runde mit einem Drehkick auf die Bretter - Knock-out nach 40 Sekunden Kampf. Grundsätzlich sei er aber nicht auf einen frühen K. o. getrimmt. Er trainiere stets so, als ob ein Kampf auch sieben oder acht Runden gehen würde. Über die volle Distanz von fünf Runden habe er schon gehen müssen.

Wenn Michael Smolik in den Ring steigt, gibt es für ihn kein Zurück mehr. "Ich versuche, von Anfang an zu dominieren. Durch meine Schnelligkeit stecke ich nicht viele Schläge ein. Ich kämpfe gerne auf Konter, mache aber auch selbst viel Druck." So beschreibt er seinen Boxstil. Vor allem von seinen Tritten ist er abhängig. "Die sind meine Waffe. Aber ich habe in letzter Zeit auch viel für meine boxerischen Fähigkeiten getan."

Wenn er seinem Kontrahenten gegenübersteht, hat er ein Ziel: "Ihn zu vernichten." Klingt schlimmer, als es gemeint ist: "Vor dem Kampf schaue ich meinem Gegner nicht einmal in die Augen. Aber danach sehe ich gleich nach, ob er okay ist." Und was macht Michael Smolik, wenn er selbst getroffen wird, vielleicht sogar durch einen illegalen Schlag? "Ich rege mich nicht auf. Wenn man Emotionen zeigt, macht man sich angreifbar." Schläge einstecken zu können, mache einen Kampfsportler ohnehin aus. "Darauf wird man ein ganzes Leben lang trainiert."

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