Sensationssieg bei Crailsheim Open
Der Delmenhorster Markus Lammers ging in der siebten und letzten Runde gegen Großmeister Hertneck volles Risiko, da er im Falle eines Sieges das Crailsheimer Turnier gewonnen hätte.
Schach. Die dramatische Partie stand lange auf Messers Schneide, so dachten es sich zumindest die meisten Zuschauer. Hertneck zeigte aber auf brillante Art und Weise, dass er alles im Griff hatte und zwang Lammers mit einem fulminanten Gegenangriff zur Aufgabe. Tröstlich war für den Unterlegenen, dass er trotz der Niederlage auf dem zweiten Platz beim Turnier in Crailsheim blieb.
A-Turnier
156 Teilnehmer zählte das 16. Crailsheimer Open, darunter waren im A-Turnier (70 Starter) vier Großmeister, drei Internationale Meister und ebenso viele Fidemeister. Auch sonst war das A-Turnier sehr stark besetzt. So musste beispielsweise Großmeister Lev Gutman in der sechsten Runde gegen den lediglich an Nummer 17 gesetzten Holger Riedel von der Schachgemeinschaft Niederkassel eine klare Niederlage hinnehmen.
Das A-Turnier war allgemein sehr umkämpft. Es gab keine schnellen Remispartien und auch in der letzten Runde gab es an den vorderen Brettern nur langwierige Spiele. Gerald Hertneck, der 1994 auf Weltranglistenplatz 50 geführt wurde, zeigte, dass er nach wie vor einer der besten deutschen Spieler ist. Sein 100-Prozent-Ergebnis ist ein Novum in der Crailsheimer Open-Geschichte. Überhaupt kommt es äußerst selten bei einem Schachturnier vor, dass ein Spieler alle Partien gewinnt.
Hertneck schlug unter anderem seine Großmeisterkollegen Eckhard Schmittdiel (Platz 4) und Henrik Teske (Platz 3). Einen sehr guten Eindruck hinterließ auch die erst 18-jährige Tschechin Kristyna Havlikova, die einen ausgezeichneten fünften Platz belegte. Der einzige Crailsheimer im A-Turnier, Frank Stiefel landete auf Platz 26, was immerhin Platz eins für die Sonderwertung Bezirk Ostalb bedeutete.
B-Turnier
Auch das B-Turnier (40 Teilnehmer) verlief bis zum Schluss äußerst spannend. Letztendlich gab es hier aber mit dem Ludwigsburger Walter Schaffert auch einen klaren Sieger, da er als einziger ungeschlagen blieb und nur zwei Unentschieden zuließ. Im entscheidenden Spiel schlug er den bis dahin führenden Bad Mergentheimer Kevin Mühlbauer in einer spannenden Partie. Bester Crailsheimer wurde Bernhard Grzyb, der auf Platz 18 ins Ziel kam. Grzyb erhielt in der vierten Runden einen Toreropreis für sein gelungenes Spiel, als er einen starken Angriff gekonnt abwehrte.
C-Turnier
Erfreulich war in dieser Gruppe (46 Aktive) die Teilnahme von einigen zehn- bis zwölfjährigen Spielern und Spielerinnen, die bereits so gut Schach beherrschen, dass sie bei einem gut besetzten Turnier bestehen können.
Erfreulich war hier aus Crailsheimer Sicht der zweite Platz von Robert Aronov, der nur dem Karlsruher Siegfried Stegh in der vierten Runde unterlag. Stegh gewann das Turnier, da er nur ein einziges Remis zulassen musste. Dritter wurde der Dinkelsbühler Florian Ries.
Gute Organisation
Die beiden Turnierleiter Werner Geldner und Rainer Thämlitz können sehr zufrieden mit dem Verlauf des 16. Crailsheimer Open sein, denn die Veranstaltung ging gänzlich ohne jede Panne über die Bühne. Die Organisation war nahezu perfekt.
Der Dank des Crailsheimer Schachvereins gilt allen Helferinnen und Helfern die bereit waren, das Pfingstwochenende für das Turnier zu opfern.
Info
Wer allgemein Interesse am Schachspielen hat, ist eingeladen, im Gasthof Krone in der Gaildorfer Straße 148 in Crailsheim vorbeizuschauen. Das Jugendtraining beginnt freitags um 18.30 Uhr, der Spielabend für die Erwachsenen um 20 Uhr.
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Autor: FRANK STIEFEL | 28.05.2010
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Gerald Hertneck, der Supermann vom Crailsheimer Open. Cartoon: Frank Stiefel
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