DFB und DFL starten „Aktionsplan Amateure“

|
Objekt der Begierde bei Amateuren und Profis zugleich: Foto: Maurizio Gambarini  Foto: 

Eine Reform des DFB-Pokals ist vom Tisch: Die Fußball-Amateure dürfen weiter auf einen Erstrunden-Knaller gegen Bayern München hoffen - und bekommen aus verschiedenen Töpfen künftig vor allem mehr Geld.

Darauf haben sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutschen Fußball Liga (DFL) in einer Spitzenrunde geeinigt. Die Funktionäre riefen zudem einen „Aktionsplan Amateurfußball“ ins Leben. Damit reagierten der Dachverband und die Profi-Organisation auch auf die zunehmende Kritik, dass sich die Basis immer weiter vom hoch bezahlten Bundesliga-Fußball entferne.

„Es ist das größte Paket, das je für den Amateurfußball geschnürt wurde“, betonte DFB-Präsident Reinhard Grindel. Ligapräsident Reinhard Rauball sagte in der Mitteilung: „Das Miteinander von Profis und Amateuren zeichnet den Fußball in Deutschland aus. Von daher ist es folgerichtig, dass unter anderem erfolgreiche Nachwuchsarbeit im
Amateurbereich künftig noch stärker honoriert wird.“

Im DFB-Pokal bleibt es beim Modus mit 64 Teilnehmern in der ersten Hauptrunde mit allen Vereinen der Bundesliga und 2. Liga, vier
Teams der 3. Liga sowie 24 Amateurclubs. Ursprünglich stand eine Reform zur Debatte, wonach die Europapokal-Teilnehmer später einsteigen, um damit auch Zeit für werbewirksame Auslands-Reisen im August zu gewinnen. „Der DFB-Pokal bezieht seinen Reiz aus den Begegnungen "Klein gegen Groß". Dabei bleibt es. Jeder Pokalteilnehmer kann weiter seinen Traum von einem Los gegen Bayern München oder Borussia Dortmund träumen“, sagte Grindel.

Zu den Kernpunkten des Aktionsplans gehören die Ausbildungs-Honorierung der Amateurvereine durch die DFL in Höhe von
rund 4 Millionen Euro. Dazu kommt die Förderung der Nachwuchsarbeit in der 3. Liga mit ihren zahlreichen finanziell angeschlagenen Clubs mit 3 Millionen Euro. Darüber hinaus gibt der DFB zusätzliche 6
Millionen Euro an seine Landesverbände, um die Entwicklung des Fußballs voranzubringen und die Vereine und ihre Ehrenamtlichen zu entlasten.

Mehr Geld für die unterklassigen Clubs soll auch im DFB-Pokal fließen: In der ersten Hauptrunde entfällt nach Angaben des Verbandes die von den Amateurvereinen massiv kritisierte Reisekostenpauschale für die Gästeclubs. Außerdem würden sie einen höheren Organisationszuschuss erhalten - und die Prämien seien künftig für Profis und Amateure gleich. Wie Rainer Koch, der für die Amateure zuständige DFB-Vizepräsident, betonte, bleibt unabhängig davon der zwischen DFB und DFL vereinbarte Grundlagenvertrag mit seinen Zusatzvereinbarungen bestehen. Diese seien „entgegen in den vergangenen Monaten wiederholt geäußerter Kritik für den
Amateurfußball und die Landesverbände keinesfalls nachteilig“.

Eine Überlegung bei einer möglichen Pokal-Reform war, dass die international beschäftigten Bundesligisten ihre Erstrundenspiele künftig erst vier Wochen später als die übrigen Mannschaften austragen. Demnach würden maximal sieben Partien im September stattfinden, die anderen Begegnungen wie bisher eine Woche vor dem Bundesligastart. So hätten die „Großen“ mehr Zeit für die Vorbereitung und für lukrative Auslandsaktivitäten gehabt. Zudem wären damit mehr Spiele live im Fernsehen gezeigt worden, was wiederum höhere Einnahmen gebracht hätte - auch für die „Kleinen“.

DFB-Mitteilung

DFB-Pokal

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Die „BG“ setzt Zeichen gegen den explodierenden Markt

Die Baugenossenschaft Crailsheim kritisiert die Wohnbaupolitik der letzten Dekade und realisiert 43 neue Wohnungen im Stadtteil Türkei. weiter lesen