Bedarf an der Basis, Signalwirkung an der Spitze

Die mit der Pfeife tönen. Alle drei Jahre ziehen die Schiedsrichtergruppen im Fußball-Bezirk Bilanz. Im Illertal ist Alexander Paul neu für Alwin Müller.

Es ist nicht immer leicht, Schiedsrichter zu sein. Alle wissen es besser, alle können es besser. Der Skandal um Robert Hoyzer, die Schlammschlacht zwischen Manfred Amerell und Michael Kempter oder vermeintliche Steuerbetrügereien: Das Ansehen einer gesamten Branche hat schweren Schaden genommen. Lob ist rar, ätzende Kritik die Regel.

"Danke, Schiri!" - diese Worte hört man nicht allzu oft auf unseren Sportplätzen, auf denen Woche für Woche Schiedsrichter dafür sorgen, dass Spiele nach geltenden Regeln ausgetragen werden. Zum Beispiel über 20 000 Mal in den zurückliegenden drei Jahren im Fußball-Bezirk Donau/Iller. Umso mehr Wertschätzung zum Ausdruck gebracht wurde den insgesamt 603 Schiedsrichtern in den vergangenen Tagen bei den Hauptversammlungen der Gruppen Blautal/Lonetal (166 Unparteiische), Illertal (212) und Ulm/Neu-Ulm (225). Allerdings, und das wurde auch von den Vertretern des Verbands-Schiedsrichterausschusses (VSRA) überall deutlich angesprochen, "können wir nicht so viele neue Schiedsrichter ausbilden, wie wir Abgänge haben. Vor allem die Gruppe der 25- bis 40-Jährigen ist sehr schwach vertreten, Besitzstandswahrung ist derzeit das einzig realistische Ziel", sagte VSRA-Mitglied Martin Vonier.

Immerhin wurden jetzt beim Neulingskurs der Gruppe Ulm 25 neue Schiedsrichter erfolgreich ausgebildet. Keine Unparteiischen haben im Bezirk Donau/Iller derzeit SV Asselfingen, TSC Langenau, SF Schießen, Sloga Ulm, Leoes de Ulm.

Während in der Breite noch Nachwuchsbedarf besteht, ist der Bezirk in der Spitze gut aufgestellt. Seit langem sind wieder Unparteiische von der Oberliga bis zur Landesliga in allen höheren Ligen vertreten. In der Oberliga Manuel Bergmann (Ulm) und Marcel Demirel (Illertal), in der Verbandsliga Marc Maier (Ulm) und Florian Weigt (Blautal/Lonetal) sowie in der Landesliga Ülfet Car, Manuel Eggle, Maik Kaack, Stefan Kohler, Thomas Waldraff, Özgür Tan (alle Ulm), Alexander Paul (Illertal), Florian Maier und Andreas Blersch (Blautal/Lonetal).

Beständigkeit ist auch in den Führungsriegen gewährleistet, trotz eines Amtswechsels im Illertal. Nach 15 Jahren an der Spitze hat Alwin Müller sein Amt an Alexander Paul übergeben, der mit 24 Jahren jetzt der jüngste Obmann im WFV ist. Auch Müllers Stellvertreter Erich Sauter geht in den Ruhestand.

Einstimmig wiedergewählt wurden Roland Groner (Blautal/Lonetal, seit 2009 im Amt) und Rüdiger Bergmann (Ulm/Neu-Ulm, seit 1993), der weiter auch als Bezirks-Schiedsrichterobmann fungiert.

Statt Karten gab es Auszeichnungen bei den Hauptversammlungen. Den Verbandsehrenbrief bekamen Reinhold Ernst und Max Jegg (beide Illertal) sowie Ralf Sigmund (Ulm/Neu-Ulm). Harald Rechenberg (Ulm/Neu-Ulm) erhielt die Verbandsehrennadel in Bronze. Als Ehrenmitglied der Gruppe Ulm/Neu-Ulm wurde Georg Wegele (TSV Neu-Ulm) für 50-jährige Tätigkeit gewürdigt. Viel Anerkennung, ist ansonsten doch Schweigen das höchste Lob für Schiedsrichter.


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Autor: WINFRIED VOGLER | 09.02.2012

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