Schiris brauchen dringend Nachwuchs

|
Felix Zwayer gehört zu den besten Schiedsrichtern in Deutschland. Er hat bereits über 100 Bundesligapartien geleitet. Zudem ist er international bei Länder- und Europapokalspielen im Einsatz.  Foto: 

Die Situation wird immer bedrohlicher, nur noch rund 60 anrechenbare Referees pfeifen für die Schiedsrichtergruppe Crailsheim. „Vor rund einem Jahrzehnt waren es noch knapp doppelt so viele“, erinnert sich Schiedsrichterlehrwart Thomas Göhring. Bisher gebe es noch sehr wenige Anmeldungen für den Neulingskurs in Oolzheim – insbesondere aus dem Altkreis Crailsheim. Bis zu 30 Interessierte könnten dort geschult werden.

„Ohne Schiedsrichter geht es nun mal nicht. Ich appelliere dringend an die Vereine, Interessierte für den Neulingskurs zu melden, ansonsten wird es wirklich richtig eng.“  Vor allem Frauen sind aufgerufen, zu pfeifen. Im ganzen WFV-Gebiet gibt es momentan lediglich rund 200 Schiedsrichterinnen. „Zudem sind die Aufstiegschancen bei den Frauen noch viel größer“,  fügt er an.

Crailsheim steht weit unten

Allerdings schränkt Göhring ein, dass die Schirianwärter unbedingt zum Infoabend im Vorfeld kommen sollten, „damit sie wissen, was auf sie zukommt“.  Zu viele Neulinge der letzten Kurse sind nämlich schnell wieder abgesprungen. Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit seien die wichtigsten Grundvoraussetzungen für einen Schiedsrichter. Außerdem muss man 15 Spiele jedes Jahr leiten und mindestens vier Schulungen besuchen, um für den Verein anrechenbar zu sein.

In der Rangliste der Schiedsrichterzahlen stehen die Gruppen aus Öhringen, Mergentheim und Crailsheim ziemlich weit unten. Bei einer Strukturreform des WFV droht der einen oder anderen Gruppe gar die Auflösung beziehungsweise Zusammenlegung, sollte sich dies nicht ändern.

Entwicklung der Perönlichkeit

Aus eigener Erfahrung weiß Göhring, dass er als Schiedsrichter viele wichtige Aspekte für die eigene Persönlichkeitsentwicklung mitgenommen hat, „insbesondere junge Neulinge lernen gut den Umgang mit Menschen. Schiedsrichter zu sein bringt dir etwas fürs Leben.“ Viel aus seinem Hobby habe er in die Arbeitswelt übertragen können wie beispielsweise Menschenführung. Und auch für ältere Kicker, die ihre Laufbahn gerade beendet haben, sei es sicherlich reizvoll, dem Fußball als Schiedsrichter  verbunden zu bleiben.

Zwar werde dieses Ehrenamt nicht gerade sonderlich gut honoriert (für die Leitung eines Spiels bekommt man am Anfang gerade einmal zwischen zehn und fünfzehn Euro plus Fahrtgeld), doch hat man mit dem Schiedsrichterausweis freien Eintritt zu allen WFV- und DFB-Spielen, bei Bayern München sogar in begrenzter Anzahl zu den Partien in der Championsleague.

Göhring vergisst nicht zu erwähnen, dass diese ehrenamtliche Tätigkeit auch weniger schöne Seiten hat, selbst bei Spielen in den untersten Ligen gebe es Beleidigungen. „Auch ich habe schon negative Erfahrungen gemacht, allerdings ganz wenige. Das Positive überwiegt deutlich“, betont der Lehrwart. „Ich habe sehr viel Schönes erlebt.“ So stand Göhring schon bei Drittligaspielen als Assistent an der Seitenlinie, einige seiner Mitstreiter von damals pfeifen inzwischen sogar in der Bundesliga. „Das wird zwar nicht jeder schaffen, aber wer sich bemüht, kann etwas erreichen.“

Um die Neulinge anfangs zu unterstützen, werden sie mindestens bei ihren ersten drei Einsätzen betreut. „Vor allem bei Minderjährigen sind aber auch die Eltern gefordert.“  Bis zum einschließlich fünften Spiel kann die Berechtigung zu pfeifen entzogen werden, sozusagen ist man anfangs noch „Schiri auf Probe“. Die meisten Vereine bezahlen inzwischen die Ausrüstung ihrer Referees. Vor allem junge Schiedsrichter haben gute Aufstiegschancen.  Dafür bietet die Schiedsrichtergruppe Crailsheim demnächst extra ein wöchentliches Stützpunkttraining unter Göhrings Leitung beim TSV Crailsheim an. „Wir brauchen wieder Aushängeschilder in unserer Gruppe und haben einige talentierte Jungs dabei, die zum Teil unter Beobachtung pfeifen.“

Noch bis zum Infoabend am Montag, 13. Februar, um 19 Uhr im Vereinsheim des SV Onolzheim  können sich Interessierte ab 14 Jahren  für den gemeinsamen Neulingskurs der Schiedsrichtergruppen Schwäbisch Hall und Crailsheim unter www.srg-crailsheim.de oder srg-schwaebisch-hall.de anmelden. Der eigentliche Kurs beginnt am 6. März. rama

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Merlins zeigen ihre Defensivstärke in Nürnberg

Die Crailsheim Merlins haben ihren zehnten Sieg in Serie eingefahren. Mit einem 74:46-Erfolg bei den Nürnberg Falcons. weiter lesen