Relegation außer Reichweite

Fußball-Landesliga: Im Duell Vierter gegen Zweiter verliert Crailsheim gegen Rutesheim 0:2. Zwei Spieltage vor Schluss das Aus im Kampf um Rang 2.

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Benjamin Weinberger hätte den TSV Crailsheim mit diesem Freistoß-Knaller in der 15. Minute beinahe in Führung gebracht. Doch Rutesheims Torwart Marijo Milcic war nicht nur in dieser Szene auf dem Posten.  Foto: 

„Ein schöner Randaspekt des heutigen Sieges ist, dass Crailsheim ins Rennen um Platz 2 wohl nicht mehr eingreift“, freute sich Rutesheim Trainer Rolf Kramer nach dem 2:0 seiner Mannschaft im Schönebürgstadion. Zwar hat der TSV zwei Spieltage vor Schluss mit fünf Punkten Rückstand auf den Gegner vom Samstag noch theoretisch die Chance, in der Fußball-Landesliga den Aufstiegsrelegationsplatz zu erreichen, aber an solch dicke Patzer der Konkurrenz im Schlussspurt glaubt Crailsheims Trainer Michael Gebhardt nicht mehr. Die erste Niederlage nach seiner Amtsübernahme – unter seiner Führung hatten die Horaffen fünf Siege in Folge gefeiert – war nicht unverdient.

Rutesheim hatte das Spiel stark begonnen, hätte nach 23 Sekunden bereits in Führung liegen können. Doch Kai Rümmele konnte Gästestürmer Raphael Schneider gerade noch entscheidend stören und zur Ecke klären. Noch bei zwei weiteren Aktionen in den 90 Minuten war der TSV-Verteidiger als Retter in der Not unmittelbar vor der Torlinie aufmerksam. Wie eng Erfolg und Misserfolg aber beieinanderliegen, musste Rümmele dann in der 71. Minute erfahren. Hier stoppte er Schneider, der den Ball im Sechzehner perfekt angenommen hatte, mit einem Foul. Alexander Wellert versenkte den Elfmeter eiskalt im Netz. Und als kurz darauf der eingewechselte Joshua Schneider ein Traumtor aus 25 Metern unter die Latte nagelte (74.), war die Partie gelaufen.

Stabile Abwehrreihen

„Letztlich geht der Sieg in Ordnung“, sagte Crailsheims Trainer Michael Gebhardt. „Wir hätten einfach in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit ein Tor machen müssen, als wir besser im Spiel waren als Rutesheim.“ Benjamin Weinbergers Freistoß-Knaller entschärfte jedoch Keeper Marijo Milcic (15.). Und Daniel Martin sprang der Ball am Fünfer zu weit vom Fuß (21.). Viel mehr Chancen gab es aber – auf beiden Seiten – nicht zu vermelden. Beide Abwehrreihen standen sehr stabil, ließen kaum Torszenen zu.

Bei Crailsheim ragte hier Benjamin Weinberger heraus, der nahezu jeden Ball sicherte. Bei den Gästen imponierte die Dreierabwehrreihe um Marijan Salopek, Joshua Trefz und Alexander Wellert, die mit präzisen langen Diagonalbällen zu gefallen wusste. „In der zweiten Halbzeit war Rutesheim griffiger, da haben wir auch die zweiten Bälle nicht mehr so gut gewinnen können“, sagte Gebhardt. Fast logisch, dass in der ausgeglichenen und gutklassigen Partie mit wenigen zwingenden Aktionen vor dem Tor eine Standardsituation die Entscheidung brachte. Bei 50:50-Spielen entschieden eben Nuancen über Sieg und Niederlage, betonten Gebhardt und sein Gegenüber Rolf Kramer unisono. „Ich glaube, dass unsere individuelle Klasse heute den Ausschlag für uns gegeben hat“, sagte Kramer und lobte seinen Stürmer Raphael Schneider: „Wie er im Strafraum den Ball annimmt und sich dreht – das können in der Klasse nur wenige Spieler!“

Trotz der bitteren Niederlage und dem Aus im Aufstiegsrennen zollte Michael Gebhardt seinem Team ein großes Lob: „Wie die Mannschaft die letzten sechs Wochen mitgezogen und gearbeitet hat, ist klasse.“

Crailsheim – Rutesheim

0:2

Torfolge: 0:1 Alexander Wellert (71. FE), 0:2 Joshua Schneider (74.)

Crailsheim: Weiss, Wolf, Herbaly (80. Yamani Yamga), Hüttl, Schreiner, Rümmele, Munz, Diether (69. Wappler), Hertfelder (75. Wagemann), Martin, Weinberger

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