Kiesel bringt Keeper in Schwung

Der wohl jüngste Torspieler-Trainer mit Lizenz heißt Nico Kiesel und kommt aus Dörzbach. Nach dreiwöchigem Lehrgang (Ruit) wird er offiziell am DFB-Stützpunkt in Schrozberg als Torwart-Trainer mitwirken.

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Nico Kiesel beim Torwarttraining mit Keeper-Nachwuchstalent am DFB-Stützpunkt in Schrozberg. Foto: Ralf Mangold

. Doch damit nicht genug. Der 18-Jährige hat nebenbei schon zwei Teile zur Trainer C-Lizenz-Leistungsfußball absolviert und will im Laufe des Jahres auch die Prüfung zu diesem Trainerschein ablegen. "Ich bin seit Sommer am DFB-Stützpunkt und wollte unbedingt die Lizenz, damit ich da auch offiziell Training halten darf", erzählt der Torwart mit Leib und Seele. "Mein Wissen als Trainer weiterzugeben und die Arbeit mit den Jungs macht mir fast noch mehr Spaß, als selber zu kicken. Man sieht bei den ehrgeizigen Jungs schnell, dass es was bringt."

Praktisch jeden Tag steht Kiesel auf dem Fußballplatz. Er trainiert D-Junioren und Nachwuchstorhüter des VfL Gommersdorf. Zudem ist er zweiter Torwart beim Landesligisten, doch wegen der Ausbildung zum Informatikkaufmann und den mehrwöchigen Abwesenheiten wegen der Lehrgänge für die beiden Trainerscheine leidet momentan seine eigene Fußballkarriere ein bisschen. "Ich musste schon einige Abstriche machen. Doch in der neuen Saison will ich wieder voll angreifen - Landesliga traue ich mir schon noch zu."

Kiesel war selbst als Nachwuchskicker vier Jahre lang am DFB-Stützpunkt und hat es einmal sogar bis in den erweiterten WFV-Kader geschafft. "Von Vereinstrainer Joachim Pfeiffer habe ich beim FSV Hollenbach viel gelernt", erzählt der engagierte Nachwuchscoach. "Er hat mich auch motiviert, die Trainerscheine zu machen."

Bereits fünf Wochen seines Jahresurlaubs hat Kiesel inzwischen für die Lehrgänge investiert. Ohne das Entgegenkommen seiner Ausbildungsfirma und die Unterstützung seiner Familie wäre das wohl gar nicht möglich gewesen. Viel mitgenommen hat Kiesel dafür von dem Torspieler-Trainer-Lehrgang. "Man bekommt einen ganz neuen Blickwinkel. In der Theorie lernt man nicht nur den Torspieler zu coachen, sondern auch die Viererkette." Drei Teile umfasst die Prüfung. Neben einem schriftlichen Part, bei dem es um Trainingsinhalte geht, ist eine Lehrprobe abzuhalten. Zudem musste Kiesel einen Vortrag zum Thema "Kraftübungen beim Torspielertraining" halten.

"Es wäre sicherlich für alle Trainer sinnvoll, einen Torspieler-Trainer-Lehrgang zu besuchen." Oft sieht man nämlich auf den Sportplätzen, wie einfach Bälle von Feldspielern aus 16 Metern aufs Tor geknallt werden. "Das ist eigentlich völlig spielfremd. Mehr als allerhöchstens drei Bälle am Stück muss kein Torhüter halten. Solche Übungen sind daher eher kontraproduktiv für den Keeper." Eine Spezialisierung hält Kiesel erst ab der D-Jugend für sinnvoll. Das Training mit den Torspielern hat ein sehr komplexes Anforderungsprofil und wird oftmals vernachlässigt. "Deshalb ist es wichtig, dass es hierfür speziell ausgebildete Trainer gibt", meint Kiesel. Dabei hilft ihm ungemein, dass er selbst Torspieler ist. Und das soll auch so bleiben. "Ich werde vorerst weiter zweigleisig als Spieler und Trainer fahren. Vielleicht klappt es ja irgendwann mal sogar als Spielertrainer."

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