Der Satteldorfer Funke glüht zu spät

Die Spielvereinigung Satteldorf holt gegen Ludwigsburg trotz starker zweite Hälfte nur einen Punkt.

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Kevin Heck (blaues Trikot) blieb am Sonntag torlos.  Foto: 

Satteldorfs Tobias Becker liegt nach Spielende enttäuscht auf dem Rasen. Wenige Meter von ihm entfernt hat Ludwigsburgs Onur Yilmaz dieselbe Haltung eingenommen. 1:1 heißt der Spielstand nach 90 Minuten, zufrieden ist niemand. Das Ergebnis hilft keiner der beiden Mannschaften in der Fußball-Landesliga weiter. Während Ludwigsburg sich wohl endgültig aus dem Rennen um Platz 2 verabschiedet hat, muss Satteldorf auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen.

Gute Anfangsphase

Nach einem guten Beginn unter den Augen des zukünftigen Trainers Martin Weiß hatte Satteldorf in der zehnten Minute Glück, als ein Freistoß von Gäste-Angreifer Ugur Yilmaz an den Pfosten prallte. Ludwigsburg war daraufhin bemüht, die Spielkontrolle zu gewinnen. Immer wieder bauten die Schwaben neu über den Torwart auf – ohne dem Gastgeber ernsthaft gefährlich zu werden.

Bei dem stimmte die Abstimmung in der Offensive nicht, zu oft standen sich die drei Angreifer Martin Kreiselmeyer, Michael Etzel und Kevin Heck gegenseitig im Weg. In der 38. Minute nutze Ludwigsburg die Unordnung in der Satteldorfer Abwehr zur Führung: Einen langen Ball konnte der alleingelassene Sascha Häcker seelenruhig annehmen. Aus kurzer Distanz ließ er Satteldorfs Schlussmann Manuel Schoppel keine Chance und erzielte sein 20. Saisontor.

Dominik Streicher war mit dem Auftritt seiner Truppe in der ersten Hälfte überhaupt nicht zufrieden. „Es ist für mich unverständlich, dass man in solch einem Spiel nicht von Beginn an den Funken in der Mannschaft spürt. Die Jungs müssen brennen, so wie sie das zum Schluss getan haben.“

Tatsächlich präsentierte sich Satteldorf nach der Pause wie ausgewechselt. Auf einmal stimmten die Laufwege, und auch in den Zweikämpfen hatten die Gastgeber die Oberhand. Ludwigsburg verschaffte sich nur selten Luft, war ständig mit Verteidigen beschäftigt.

Wie sehr die Partie am Nervenkostüm der Gäste zerrte, belegten zahlreiche überharte Aktionen. Gleich vier Ludwigsburgern gab Schiedsrichter Tobias Endriß in der Folge die Gelbe Karte. Immer wieder haderten die Schwaben mit sich selbst und ihren Mannschaftskollegen.

Satteldorf hingegen witterte seine Chance, die Spieler sprachen sich Mut zu. „Das zeichnet uns schon die ganzen letzten Jahre aus, dass wir ein Team sind und das auch leben“, lobte Streicher nach dem Abpfiff den Mannschaftsgeist.

Das Tor wollte einfach nicht fallen. In der 71. Minute fand ein Flankenball Michael Beyer. Der stoppte das Leder und zog aus wenigen Metern ab. Schneller als der Ball war nur der Reflex von Gästekeeper Enes Durmaz, der stark parierte. Es war die beste Aktion des souveränen Schlussmanns.

Den verdienten Ausgleich brachte erst in der 81. Minute Michael Etzel, der nach Kopfballverlängerung des eingewechselten Toni Fernandez den Ball frei über die Linie drückte.

Letztlich überstand Ludwigsburg die Schlussphase unbeschadet. Sinnbildlich für die schlechte Chancenauswertung Satteldorfs bleibt eine Szene aus der Nachspielzeit: Tobias Becker zog im Strafraum ab, traf jedoch nur Kreiselmeyer, der unglücklich in die Schussbahn gelaufen war. „Wir waren vor dem Tor zu hektisch oder standen uns selbst im Weg“, brachte es Streicher auf den Punkt.

Satteldorf – Ludwigsburg 1:1 (0:1)

Torfolge: 0:1 Sascha Häcker (38.); 1:1 Michael Etzel (81.)

Satteldorf: Schoppel, Beck, A. Etzel, M. Etzel, Kreiselmeyer, Kamptmann (88. Doderer), Heck (90.+2 Lausenmeyer), Betz, Beyer (75.Fernandez), Kreft

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