Crailsheimer im Torrausch

Fußball – Landesliga: Mit dem TSV Crailsheim hat sich nach dem sensationellen Kantersieg beim Primus noch ein Team in den Kreis der Titelanwärter gemischt.

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Die Crailsheimer ließen sich die Abkühlung nicht entgehen. Sie hatten eine Weile gesungen und gefeiert. Dann stürmten sie noch mal den Rasen des Otto-Meister-Stadions für eine Rutschpartie auf dem Bauch. Erst einige Minuten nach Spielschluss hatte es zu regnen und zu hageln begonnen. Der 6:0-Sieg im Spitzenspiel gegen den Landesliga-Tabellenführer TSG Öhringen ließ sie das leicht ertragen.

Für Öhringen war es nach sechs Siegen in Folge ein Dämpfer. „Es ist  noch nichts verloren“, sagt Trainer Marius Müller. „Wir müssen das jetzt abhaken und nach uns schauen. Es waren Kleinigkeiten, in denen wir schlechter waren. Die haben das souverän gespielt.“  Crailsheims Coach Michael Gebhardt verfiel keineswegs in Euphorie. „Wir wissen das einzuordnen“, sagte er. „Gerade in der Schlussphase der ersten Halbzeit hat Öhringen sehr gut gespielt. Da hätte auch der Ausgleich fallen können.“

Die Gastgeber ließen sich von Tempo und Aggressivität der Crailsheimer überraschen. Schon in der ersten Minute wurde es brenzlig. Der TSV spielte clever, ließ sich bei Öhringer Ballbesitz hinter die Mittellinie fallen und wenn er selbst den Ball hatte, ging es blitzschnell nach vorne. Die Gäste waren das bessere Team – auch weil Öhringen einfach keinen Zugriff fand, nicht aggressiv genug in den Zweikämpfen war.

Die Führung fiel dann nach ­einem Freistoß. Hannes Wolf ­hatte noch die Mauer getroffen, doch den Abpraller zirkelte Benjamin Weinberger (9.) in den Winkel. Crailsheim hielt das ­Tempo hoch, doppelte wenn nötig und verhinderte so, dass Öhringen in die Partie kam. Dann hatte Johannes Bemmerer (12.) nach einem Konter die erste ­Möglichkeit für die TSG. Eine Mi­­nute später parierte Luca Volpp, der für den verhinderten Ruben Götz zwischen den Pfosten stand, einen Schuss von Jan Schreiner. Mit einem abgeblockten Schuss von Ex-TSVler Nicola Sasso (25.) begann die vielleicht stärkste Öhringer Phase. Doch trotz eines frühen offensiven Wechsels – Daniel Alankus kam für Alexander Jordan (33.) – gab es bis zur Pause keine klaren Möglichkeiten mehr.

Wolf sorgt für Vorentscheidung

Nach dem Wechsel rettete dann zunächst Sasso (47.) auf der Linie, dann erzielte aber Hannes Wolf kurz darauf schon das 0:2. In der 58. Minute gelang Wolf die Vorentscheidung. Nach einem Eckball traf er per Kopf zum 0:3. Und es sollte noch schlimmer für Öhringen kommen. Tamas Herbaly (71.) sorgte für das 0:4. Marc Wagemann (80.) und Bugra Basil (88.) schraubten das Ergebnis auf einen Crailsheimer 6:0-Sieg nach oben – und damit auch die Hoffnung, noch mal zumindest in den Kampf um Platz zwei eingreifen zu können.

„Wir haben in der zweiten Halbzeit umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, meinte Gebhardt. „Vor fünf Wochen hieß es noch, wir müssen aufpassen, um nicht in den Abstiegskampf zu rutschen. Wir werden es weiter so machen und wollen von Spiel zu Spiel schauen.“

TSG Öhringen – TSV Crailsheim

0:6

Torfolge: 0:1 Benjamin Weinberger (9.), 0:2, 0:3 Hannes Wolf (48., 58.), 0:3 (58.) Hannes Wolf, 0:4 Tamas Herbaly (71.), 0:5 Marc Wagemann (80.), 0:6 Bugra Basil (88.)
TSV Crailsheim: Weiß, Wolf, Herbaly, Hüttl (86. Basil), Schreiner, Rümmele, Wappler, Munz (75. Lopez), Diether (73. Wagemann), Martin (86. Yamga), Weinberger

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