"Müssen jetzt mal eine Serie starten"

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Oguzhan Selvi hat ein schweres Amt angetreten. Die viel beschworene "rote Laterne" der Fußball-Landesliga hängt nämlich derzeit im Vereinsheim der Spvgg Satteldorf, und der Weg zum rettenden Ufer ist weit. Zwölf Punkte mehr weist die Mannschaft aus Friedrichshall momentan auf, die in der Tabelle als erste jenseits des magischen Trennungsstriches zu finden ist, der die Absteiger in spe vom Rest der Liga trennt. Und dennoch verbreitet Selvi vorsichtigen Optimismus. Muss er wahrscheinlich auch, sonst hätte er den Trainerposten in Satteldorf wohl kaum angetreten. "Gegen Öhringen haben wir am Samstag zwar das erste Spiel verloren. Doch unsere Situation hat sich dadurch nicht grundsätzlich verändert - zumal wir selbst noch gegen die meisten Mannschaften aus dem Tabellenkeller spielen!" Doch Selvi ist auch Realist. "Es hilft alles nichts. Am Samstag gegen Bretzfeld - das ist sicherlich ein Sechs-Punkte-Spiel." Derzeit steht der Nachbar aus Hohenlohe um neun Zähler besser da, als die Spvgg, unterlag zum Auftakt jedoch mit 1:3 gegen Viktoria Backnang. "Wenn man unten in der Tabelle festsitzt, fehlt natürlich oft auch das Quäntchen Glück, so bekommen wir in Öhringen gleich in der ersten Minute das spielentscheidende Gegentor. Trotzdem haben die Jungs gekämpft und alles gegeben. Das spielerische Moment hat uns halt gefehlt, und solche Spiele sind dann auch nicht für das Selbstvertrauen förderlich." Die Einstellung, auch abzulesen an der hohen Trainingsbeteiligung, passt bei der Spvgg, zeigt Selvi auf. "Rechnerisch haben wir noch eine Chance, müssen dafür halt jetzt mal eine Serie starten! Wir sind auf jeden Fall gewillt, noch etwas zu bewegen und werden alles dafür tun, was in unserer Macht steht." Egal, wie sich die Saison entwickelt, um die Zukunft der Spvgg ist Selvi nicht bange, ganz egal, ob in Landes- oder Bezirksliga. "Wir haben eine sehr junge Truppe, auch Michael Etzel jetzt noch mit eingebaut, zudem in der A-Jugend weitere Talente. Wenn wir die halten können, sehen die Perspektiven für die Zukunft sehr gut aus." Selvi, der übrigens bis Sommer als Coach zugesagt hat, ist als Spieler durch eine gute Schule gegangen, mit Trainern (Stephan, Stäudle), die "fachlich und taktisch zu den Erfahrensten hierzulande zählen".

Sein Hauptaugenmerk sieht Selvi darin, dass die Kicker "mit guter Einstellung, Engagement, Leidenschaft und Spaß zu Werke gehen". Zudem hat er das Spielsystem geändert, in eine 4:4:2-Grundordnung, "aber natürlich am Gegner ausgelegt". Von elementarer Bedeutung bleibt, das Selbstvertrauen wieder aufzubauen, "damit die Spieler daran glauben, auch in der Landesliga Spiele zu gewinnen" - und das kann man speziell durch Erfolgserlebnisse fördern. "Wir haben einen Kader mit vielen starken Einzelspielern - und müssen nun auch als Mannschaft funktionieren. Dabei ist kein Spieler gesetzt. Jeder muss Leistung bringen. Alle hängen sich im Training voll rein und wenn alle topfit sind, haben wir eine gute Mannschaft." Natürlich nützt es nichts, das weiß auch Selvi, wenn die Spvgg, wie in der Vorrunde mehrfach geschehen, im einen oder andern Spiel gute Noten vom Gegner ausgestellt bekommt und dennoch am Ende verliert. Was könnte helfen? "Weniger individuelle Fehler - und die hundertprozentigen Chancen konsequenter nutzen!"

Was nur wenige wissen: Oguzhan Selvi spielt in Honhardt (Kreisliga A) auch noch Tischtennis. Seine ersten Schritte in dieser Sportart hat er dereinst in Westgartshausen gemacht, und sein damaliger Doppelpartner hieß - Timo Marquardt. Der freilich spielt mit der ersten Satteldorfer ersten Mannschaft am Samstag gegen Gnadental (eventuell schon) um die Verbandsliga-Meisterschaft der Plattenracks. Werden sie den großen Coup schaffen? "Sicher, keine Frage. Ich glaube fest daran. Sie steigen auf."

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