1:2 nach Abwehrböcken

Der TSV Crailsheim bringt sich in der zweiten Frauenfußball-Bundesliga gegen Niederkirchen durch zwei haarsträubende individuelle Fehler um den verdienten Lohn.

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Luisa Scheidel erzielte nach einem tollen Solo und überlegtem Abschluss das 1:0 für Crailsheim. Foto: Ric Badal  Foto: 

Niederkirchens Trainer Nikolaos Koutroubis stand früher auch beim TSV Crailsheim als Coach an der Seitenlinie. Nicht nur deshalb wünsche er sich, dass am Ende beide Teams über dem Strich stehen und in der zweiten Bundesliga bleiben, sagte er auf der Pressekonferenz. Denn dort gehöre Crailsheim auf jeden Fall hin. „Ich habe hier eine sehr schöne Zeit gehabt“, so Koutroubis. Momentan sieht es für seine Mannschaft in Sachen Klassenerhalt deutlich besser aus als für die Horaffen. Der 1. FFC hat als Aufsteiger bereits sieben Punkte gesammelt, der TSV wartet immer noch auf seinen ersten Zähler und ist Vorletzter vor dem ebenfalls noch erfolglosen SV Weinberg.

Dass Crailsheim gestern wieder das Nachsehen hatte, lag nicht an der Leistung des Gegners, sondern an zwei groben individuellen Fehlern der Gastgeber, die das Spiel entschieden hatten, wie Koutroubis sagte. Nina Hasenfuß hatte als letzte Frau leichtfertig den Ball gegen Kaya Buhl verloren, die TSV-Torhüterin Amanda Stahl umkurvte und zum zwischenzeitlichen Ausgleich einschob (34.). Und in der 83. Minute schoss Stahl einen hoppelnden Hasenfuß-Rückpass der eingewechselten Marie-Kristin Müller im Strafraum direkt in die Beine. Diese spielte quer, und die beste Gästespielerin Silvana Arcangoli musste nur noch ins leere Tor einschieben.

Dabei war Crailsheim wie vergangene Woche im DFB-Pokal gegen Weinberg (1:2) wieder perfekt in die Partie gestartet und hatte diese größtenteils bestimmt. Luisa Scheidel sorgte bereits in der zweiten Minute mit einem tollen Solo an der Strafraumgrenze und überlegtem Schuss ins rechte Torwarteck für die Führung. Wenig später traf Simone Klenk aus ähnlicher Position nur den Pfosten. „Wir haben das Spiel komplett verschlafen, waren total löchrig in der Abwehr“, sagte der Gästetrainer. Durch eine taktische Umstellung sei die Defensive dann vor der Halbzeit etwas besser geworden. Unmittelbar nach dem Wechsel hatte Niederkirchen wieder Glück, als Scheidel das 2:1 verpasste. Ihr Schuss von halblinks ging rechts knapp am Tor vorbei (48.).

„Uns klebt einfach das Pech am Fuß“, sagte TSV-Trainer Benjamin Röseke. Er könne seinem Team an diesem Tag eigentlich nichts vorwerfen und verwies darauf, dass man nach dem Ausgleich eine positive zweite Halbzeit geschafft habe und nicht wie in der Vorwoche völlig den Faden verloren habe. Rösekes Kollege hatte aufmunternde Worte parat: Crailsheim spiele gut, brauche aber einfach mal ein Erfolgserlebnis. Der Verein, Trainer und Mannschaft sollen Ruhe bewahren und zusammenhalten. Dann werde man die zum Klassen­erhalt nötigen Punkte holen. Dafür drücke er fest die Daumen.

Crailsheim – Niederkirchen

1:2

Torfolge: 1:0 Luisa Scheidel (2.), 1:1 Kaya Buhl (34.), 1:2 Silvana Arcangoli (83.)

TSV Crailsheim: Stahl, Bohn, Herrmann, Hasenfuß, Uhl, Scheidel, Steck, J. Klenk, Baki, Pollak (75. Jakober), S. Klenk

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