Kontraproduktiv oder positiv: Streit um Basketball-Termine

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Euroleague und FIBA sind sich über die Zeitfenster für Länderspiele uneinig. Foto: Lukas Schulze  Foto: 

Die neuen, umstrittenen Länderspielfenster spalten vor dem Saisonstart die Meinungen in der Basketball-Bundesliga.

Während sich vor allem kleinere Vereine über die ungewohnte Zeit für ausgedehntes Training freuen, schimpfen mehrere Europapokal-Clubs über die erhöhte Belastung für ihre Nationalspieler. Und fast alle Trainer und Manager fordern in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur eine schnelle Lösung im Dauer-Verbändestreit zwischen Weltverband FIBA und der Euroleague.

„Ich halte gar nichts von der Einführung der Nationalteamfenster während der Saison“, sagt Thorsten Leibenath, Coach von ratiopharm Ulm. „Es fehlen nicht nur die besten Spieler der zwei besten Wettbewerbe, sondern viele gute Coaches können auch nicht mehr länger als Trainer der Nationalmannschaften fungieren.“

So stehen in den vier WM-Qualifikationspartien im November und Februar die NBA-Profis nicht zur Verfügung. Dem neuen Bundestrainer Henrik Rödl, Nachfolger von NBA-Assistenzcoach Chris Fleming, werden somit die vier Jungstars aus der besten Liga der Welt um Dennis Schröder fehlen.

Zudem müssen die Nationalteams wegen einer Terminkollision nach derzeitigem Stand auch auf Spieler von Clubs aus der europäischen Königsklasse verzichten. Einen Kompromissvorschlag der FIBA nahm die Euroleague nun zumindest zur Kenntnis und will sich beraten. Mit den Spielverschiebungen hätten die deutschen Nationalspieler von Meister Brose Bamberg, einziger Euroleague-Teilnehmer aus der Bundesliga, fünf Partien in zwölf Tagen zu absolvieren.

Auch wegen dieses engen Spielplans sieht Oldenburgs Coach Mladen Drijencic die Fenster „nicht unproblematisch. Die Nationalspieler werden dann mitten in der Saison aus den Teams genommen, der Rhythmus kann zudem durch die Pause verloren gehen“, klagte der Trainer des Finalisten der Vorsaison. „Gleichzeitig kommt auf die Spieler noch einmal eine zusätzliche Belastung zu, ohne sich zwischenzeitlich regenerieren zu können.“

Für Bayreuths Coach Raoul Korner sind die neuen Termine aufgrund der Abstellungsprobleme „wenig durchdacht und komplett kontraproduktiv, wenn die meisten Länder die Qualifikation mit ihrem B- oder gar C-Kader bestreiten“. ALBA Berlins neuer Trainer Aito Garcia Reneses mag die Fenster grundsätzlich nicht und bemängelt: „Die FIBA will immer mehr Raum für sich.“

Doch es gibt auch positive Stimmen, die eine Aufwertung der Nationalmannschaften begrüßen. „Ich bewerte die Einführung der Länderspielpausen grundsätzlich positiv“, sagt der frühere Bundestrainer und heutige Würzburger Coach Dirk Bauermann ähnlich wie Bremerhavens Sebastian Machowski.

Ihr Braunschweiger Kollege Frank Menz, der die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds bei der EM 2013 betreute, ist durch das Dilemma „zwiegespalten“. So dürfte die Dauer-Debatte den deutschen Basketball auch nach dem Bundesliga-Auftakt am Freitag noch länger beschäftigen. „Was im November am Ende wirklich passiert, ist meiner Meinung nach noch offen“, resümiert Bayern Münchens Geschäftsführer Marko Pesic.

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