Merlins nun mit dem Rücken zur Wand

Die Crailsheimer Basketballer geben einen komfortablen Vorsprung aus der Hand und liegen in der Play-off-Serie gegen Gotha nun mit 0:2 hinten.

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Absolutes Startverbot: Bis hierhin und nicht weiter, scheint Dane Watts von den Raketen aus Gotha (rechts) Nimrod Hilliard von den Crailsheim Merlins zu sagen und auch zu zeigen.  Foto: 

Mit einer beherzten und engagierten Leistung zeigten sich die Crailsheim Merlins im zweiten Play-off-Spiel gegen die Oettinger Rockets Gotha in der 2. Basketball-Bundesliga Pro A stark verbessert. In einer hitzigen Partie behielten jedoch abermals die Raketen die Oberhand und gewannen 80:78.

Business as usual? Nicht ganz. Natürlich galt für die Crailsheim Merlins bei der Auswärtsfahrt zu den Oettinger Rockets die Devise, nicht von den gewohnten und in dieser Saison so erfolgreichen Routinen abzuweichen. Die knisternde Spannung der Play-offs war dennoch nicht zu leugnen. Dazu trugen auch die Fans der Merlins bei, die das richtige Zeichen setzten und wohl noch zahlreicher nach Erfurt reisten, als dies bei einem anderen Ausgang des ersten Spiels der Serie gegen die Oettinger Rockets der Fall gewesen wäre.

Mit dem Glauben der Fans an das Team und dessen Wissen um die eigenen Stärken ging es in die Partie. Diese begann mit viel Gift und Kampf, wie man es von den Play-offs kaum anders erwarten durfte. In einer heißen Atmosphäre entwickelte sich ein ex­trem ausgeglichenes Spiel. Die Hausherren ließen zwar anfangs einige Freiwurfchancen ungenutzt, dennoch hatten sie bis zur ersten Viertelpause minimale Vorteile auf ihrer Seite: 23:22 hieß es nach zehn Minuten, als sich die Merlins mehr und mehr in die Partie hineinbissen.

Auch im zweiten Viertel ging es zunächst nahtlos mit dem Auf und Ab weiter, bis die Thüringer leicht vorlegen konnten und Tuomas Iisalo beim Stand von 37:33 zur Auszeit zwangen. Die Worte des Headcoaches schienen zu fruchten, denn es folgte die beste Phase der Merlins bislang. Mit viel Emotion und Willen legten die Zauberer Gang um Gang zu und zogen bis zur Pause auf zehn Punkte davon (42:52).

Auch nach dem Seitenwechsel behielten die Jungs von Trainer Iisalo ihre Linie bei, bauten den Vorsprung auf 14 Zähler aus (46:60). Ein Bruch im Crailsheimer Spiel und eine Reihe von Freiwürfen brachten die Gastgeber wieder in Schlagdistanz (57:62) und zwangen die Hohenloher zur Auszeit. Doch erneut fruchtete die Ansprache des Coaches. Die Merlins erzielten sechs Zähler in Folge zum Schluss des dritten Viertels (57:68). Rund fünf Minuten lang gelang es den Merlins im letzten Abschnitt, die Führung zu verwalten.

Dann zeigte der Basketballsport wieder einmal seine Spieldynamik. Die Gastgeber fanden den Faden wieder und konnten sich Punkt um Punkt herankämpfen. Die Schlussphase wurde zum Krimi. Bei den Merlins wollte offensiv nichts mehr gelingen, während die Hausherren an der Freiwurflinie mehr und mehr Selbstvertrauen tanken konnten. Vier Sekunden vor dem Ende lautete die Konsequenz: 80:78 für Gotha, den Merlins gelang kein geordneter Gegenangriff mehr.

Mit dem 0:2-Rückstand in der Best-of-five-Serie stehen die Merlins nun vor einem entscheidenden Spiel am kommenden Mittwoch. Sollten sie verlieren, sind die Play-offs zu Ende. Sollten sie gewinnen, geht es am Ostersamstag wieder nach Erfurt – und mit einem weiteren Sieg am Ostermontag dann in Spiel 5.

Info Crailsheim Merlins – Oettinger Rockets Gotha, Mittwoch, 19.30 Uhr, Arena Hohenlohe in Ilshofen

Gotha – Crailsheim

80:78

Gotha: Di Leo (8 Punkte), Schmidkunz (4), Gibbs (11), Grof, Oehle (9, 12 Rebounds), Allen (2), Mitchell (16, 4 Assists), Hicks (17), Watts (13)

Merlins: Dunn (9 Punkte, 6 Rebounds), Hilliard (13 Punkte, 8 Assists), Griffin (13), Bogdanov (7), Wysocki (13, 10 Rebounds), Kotti (4, 7 Rebounds), Gertz, Jost (14), Flomo (5 Rebounds), Tiggs (5)

Viertel: 23:22, 19:30, 15:16, 23:10
Rebounds: 42:39
Assists: 14:19
Steals: 5:4
Fouls: 19:37

Weitere Play-off-Spiele: Trier – Chemnitz 64:48 (Serie: 1:1); Köln – Weißenfels 68:81 (0:2); Heidelberg – Kirchheim 96:71 (1:1)

„Ich könnte nicht stolzer auf meine Mannschaft sein, dass sie nach der Leistung am Freitag über 40 Minuten gekämpft und wirklich alles gegeben hat. In Sachen Einsatz hatten wir uns deutlich verbessert. Die einzige Schwäche haben wir beim Defensiv-Rebound gezeigt und Gotha zu viele Offensivrebounds gestattet. Beide Teams haben heute hart gekämpft und Gotha hatte im letzten Viertel die besseren Phasen.“

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