Kooperation mit vielen Vorteilen

Vier junge Basketballer der Crailsheim Merlins gehen auf die Schloss-Schule in Kirchberg.  Alle hoffen später auf eine Profilaufbahn als Sportler.

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Groß war die Freude bei der U 16 der Merlins, nachdem sie sich erstmals für die Hauptrunde der JBBL qualifiziert hatte. Ein Quartett aus dem Spielerkreis besucht die Schloss-Schule.  Foto: 

Die U 16 der Crailsheim Merlins spielt in der Jugend-Basketball-Bundesliga, und das recht erfolgreich. Bereits im zweiten Jahr ihrer Erstligazugehörigkeit habe sie den Sprung in die Play-offs geschafft, dort war dann allerdings Endstation gegen den Vorjahresmeister aus Frankfurt.

Dennoch ein toller Erfolg, an dem auch vier Schüler der Schloss-Schule beteiligt waren. Luis Strohmaier wohnt in Crailsheim und pendelt täglich zur Schule, die anderen drei leben im Internat in Kirchberg. Stefan Vasovic kommt ursprünglich aus Serbien, seine Eltern wohnen aber inzwischen in Neckarsulm. Zwei Jahre ist er beinahe täglich zum Training nach Crailsheim gependelt, nun lebt er in Kirchberg im Internat und hat nur noch wenige Kilometer von seinem Zimmer zur Hakro-Arena.

Vincent Hofmann  und Valentin Rappold haben beide in der Vorsaison noch in Speyer heimatnah Basketball gespielt, aber nach dem Abstieg aus der JBBL im Vorjahr suchten beide eine neue Herausforderung. „Wir wurden von den Merlins angesprochen, ob wir es uns vorstellen könnten, nach Crailsheim zu wechseln und dort in einem Internat zu leben“, berichtet Valentin. Ein wenig Bammel habe er schon gehabt, doch das große Ziel „Basketball-Profi“ vor Augen entschied sich der 15-Jährige diesen Schritt gemeinsam mit seinem Kumpel zu wagen. „Anfangs war es schon komisch, aber ich habe mir das Leben im Internat viel schlimmer vorgestellt“, erzählt Valentin. Die Schule sei sehr kooperativ, „die geben uns immer frei, wenn nötig. Und abends wenn wir nach dem Training heimkommen, steht das Essen schon bereit.“ Gut finde er zudem, dass er nicht als einziger Basketballer am Internat ist, in der Gruppe fällt vieles leichter. Zudem kann er an den freien Wochenenden immer nach Hause fahren oder besuchen ihn die Eltern mal bei einem Spiel, „so weit ist Speyer ja nicht weg“.

Individualtraining in Kirchberg

Bei bis zu acht wöchentlichen Trainingseinheiten ist es optimal, im Internat zu leben. Neben den Übungseinheiten der U 16 ist das Quartett auch öfters bei Übungseinheiten und Spielen der Herren II und der U 18 dabei.  Zudem bekommen die vier Schlossschüler Individualtraining, zwei -bis dreimal wöchentlich kommt ein Trainer nach Kirchberg und feilt in der benachbarten Sporthalle an ihrer Technik.

Helmut Liersch ist Geschäftsführer an der Schloss-Schule und erster Ansprechpartner, zusammen mit seinem Kollegen Ralf Martius, für die vier Nachwuchstalente. „Seit einigen Jahren haben wir schon lose Gespräche mit den Merlins geführt. Ich freue mich riesig, dass es jetzt geklappt hat“, so der Stiftungsvorsitzende, der zudem Sport an der Schloss-Schule unterrichtet.

Geschäftsführer als Fan

Ursprünglich komme er ja vom Handball, aber inzwischen sei  er richtiger Fan des Basketballclubs aus Crailsheim. „Hauptsächlich verfolge ich aber die Spiele der Jungs von unserer Schule. Bei den Heimspielen der JBBL bin ich oft live dabei. Wenn ich nicht zusehen kann, schaue ich mir die Statistik nach dem Spiel an.“

Stipendien für die Talente

Durch Stipendien, die zur Hälfte von den Merlins und zur anderen von der Schloss-Schule getragen werden, wird der Aufenthalt am Internat finanziert. Die Eltern müssen nur einen ganz geringen Eigenanteil der Nebenkosten einbringen, sodass jeder talentierte Nachwuchssportler unabhängig vom Einkommen der Eltern die Chance hat, einen Internatsplatz zu bekommen.

„Wir sind zwar kein reines Sportinternat, aber dennoch finden die Nachwuchssportler bei uns durch die kleinen Klassen ideale Bedingungen vor“, erklärt Liersch. Dies gilt allerdings nicht nur für die Merlins-Talente, sondern auch für Sprösslinge mit besonderen künstlerischen oder musischen Fähigkeiten, die individuell schulisch gefördert werden, beispielsweise wenn es gilt, Fehlzeiten nachzuholen.

Soziale Durchmischung

„Durch die Stipendien haben wir eine gute soziale Durchmischung an unserer Schule unabhängig vom Einkommen der Eltern.“  Für ihn seien die Basketballtalente zudem Vorbilder für ihre Mitschüler, „sie können sehen, was alles leistbar ist, wenn man sich anstrengt. Ich bewundere das Engagement der Jungs. Leistungssport und Schule unter einen Hut zu bringen, ist eine sehr hohe Belastung.“

 Bis zu acht Trainingseinheiten und zwei bis drei Spiele dann am Wochenende, und dennoch haben alle vier Schüler recht gute Noten. Und noch einen ganz wichtigen Vorteil sieht Liersch gegenüber einem Sportinternat: „Die Schüler werden nicht aus ihrem Lebensumfeld gerissen, wenn es mit dem Sport mal nicht mehr so klappt oder sie schwerer verletzt sind.“

Die Kooperation mit den Merlins klappt prima, „die kümmern sich um den sportlichen Bereich, wir um den Rest.“ Dazu gehört neben einer gesunden Küche auch eine gute Betreuung, bei Problemen sind immer Erzieher oder Sozialpädagogen als Ansprechpartner vor Ort.

Auf den tollen Erfolg „seiner“ Jungs in der JBBL ist Liersch mächtig stolz, auf mehreren Türen in der Schule hängt der ausgeschnittene Zeitungsbericht über den Einzug in die Play-offs und nebendran sind die Spieltermine der Nachwuchstalente ausgedruckt. Sollte die U 19 in die NBBL aufsteigen, könnten es sogar noch mehr Internatsschüler werden. „Für unsere Region ohne Großsponsoren ist die einzige Chance dauerhaft deutschlandweit hochklassig zu spielen, eine gute Jugendarbeit“, betont Liersch.

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