Griffins Wahnsinns-Dreier bringt die Wende zum Guten

Basketball: Die Crailsheim Merlins gewinnen erst dank eines Schlussspurts das hoch spannende erste Heimspiel der Pro-A-Saison gegen Chemnitz.

|
Merlins-Forward Michael Cuffee (rechts) setzt sich gegen den Chemnitzer Jajuan Johnson durch. Der Zauberer mit der Nummer 23 auf dem Trikot kommt am Ende des Spiels auf elf Punkte und fünf Rebounds.  Foto: 

Kurz nach der Schlusssirene schrie Chase Griffin – nicht als Lautsprecher bekannt – seine ganze Freude über den hart erarbeiteten Sieg gegen Chemnitz heraus, seine Mitspieler Frank Turner und Michael Cuffee ballten die Fäuste und streckten sie jubelnd gen Hallendach. Man merkte den Merlins-Spielern die Erleichterung überdeutlich an. Die Fans hatten in der Arena Hohenlohe wieder einmal ein hoch spannendes Spiel erlebt.

Gäste führen mit 13 Punkten

Bis weit ins vierte Viertel hinein lagen die Zauberer gegen den letztjährigen Play-off-Halbfinalisten in Rückstand. Zwischenzeitlich sogar mit 13 Punkten. Im Schlussabschnitt, der mit 52:62 begann, drehten die Merlins dann richtig auf. Ein krachender Dunk des Chemnitzers Jajuan Johnson zum 52:64 schien die Crailsheimer richtig aufgeweckt zu haben. Sie erlaubten den Chemnitzern in den letzten zehn Minuten nur noch acht Punkte. Knapp fünf Minuten vor Schluss traf Malte Ziegenhagen (17 Punkte), zusammen mit Robin Lodders (15 Punkte, zehn Rebounds), auffälligster Akteur der Gäste, zum letzten Mal in den Korb. 62:70 hieß es zu diesem Zeitpunkt aus Sicht der Hausherren, die dann zu einem wahnsinnigen Schlussspurt ansetzten (16:0-Lauf). Als Chase Griffin einen Dreier gut zwei Meter hinter der Dreierlinie zum 69:70 versenkte, flippten die Merlins-Fans vollkommen aus.

Spielmacher Frank Turner, in den ersten drei Vierteln unglücklich und mit einigen leichten Fehlern (Korbleger an den Ring) agierend, brachte die Zauberer dann in Führung, zog ein Offensivfoul von Ziegenhagen und traf einen Dreier zum 74:70. Der Point Guard erzielte neun seiner 15 Punkte im Schlussviertel, in dem die Merlins zeigten, was in ihnen steckt. Sieben von elf Zweiern landeten im Ziel, sechs von sechs Freiwürfen, zwei von fünf Dreiern. Dazu arbeiteten Sherman Gay, Konrad Wysocki und Co. nun auch deutlich besser unter den Brettern, holten 13 Rebounds, Chemnitz sieben.

„Uns ist im letzten Viertel die Energie ausgegangen“, erklärte Gästetrainer Rodrigo Pastore, der nur acht Spieler einsetzte und unter anderem auf seinen besten Spieler Joe Lawson (Zeh) verzichten musste. „Wir müssen die Underdog-Mentalität viel früher im Keim ersticken“, übte Ingo Enskat, der sportliche Leiter der Merlins, Kritik. „Das war über weite Strecken noch nicht das Spiel, das wir von der Mannschaft in der Saison erwarten können und sehen wollen. In der Schlussphase haben die Jungs aber gezeigt, was eigentlich möglich ist.“ Enskat ergänzte: „Wenn Chase nicht den Dreier getroffen hätte, was die Emotionen in der Halle und auf dem Feld geweckt hat, dann hätten wir das Spiel heute nicht gewonnen.“ Das Team müsse über die gesamte Spielzeit die Energie der letzten drei Minuten an den Tag legen, kritisierte Enskat.

Parallele zu Paderborn

Trainer Tuomas Iisalo sprach von einem „schwierigen Spiel für uns über dreieinhalb Viertel. Wir wussten, wie gut Chemnitz es versteht, uns die erste Angriffsoption zu nehmen, aber wir haben zu sehr versucht, diese zu erzwingen.“ Gegen ein Team wie Chemnitz müsse man den Ball anders laufen lassen, anders attackieren und mehr nach den zweiten Chancen suchen. „Aber wie in Paderborn haben wir es geschafft, uns im letzten Viertel noch mal zu steigern. Dann haben wir endlich die richtige Balance zwischen Aggressivität, gutem Passspiel und der nötigen Ruhe gefunden, die wir jetzt versuchen müssen auf das ganze Spiel zu übertragen.“

Iisalo ergänzte, dass es noch einige Zeit dauern werde, bis sich Automatismen im Spiel der Crailsheim Merlins eingestellt haben. Sie begannen mit vier neuen Spielern in der Starting Five: Neben Konrad Wysocki, der in sein drittes Jahr bei den Merlins geht, starteten Michael Cuffee, Sherman Gay, Sebastian Herrera und Frank Turner, die allesamt zweistellig punkteten. Der fünfte Neuzugang, Michael Smith, wird noch länger verletzt fehlen (Muskelbündelriss).

Der Chemnitzer Trainer Rodrigo Pastore verabschiedete sich mit der Prognose, dass beide Teams diese Saison sehr gut abschneiden werden – und der Hoffnung, dass seine Mannschaft im Frühjahr beim Rückspiel dann in Bestbesetzung antreten kann. Die Partie zwischen den Niners Chemnitz und den Crailsheim Merlins ist am 31. März 2018 dann die letzte der Hauptrunde und vor dem Start der Play-offs.

Crailsheim – Chemnitz

78:70

Crailsheim: Turner (15 Punkte, 7 Assists, 3 Steals), Griffin (14), Bogdanov, Herrera (13), Wysocki (3), Jost (5), Cuffee (11, 5 Rebounds), Gay (17, 7 Rebounds), Flomo

Chemnitz: Ziegenhagen (17 Punkte, 5 Assists), Lodders (15, 10 Rebounds), Johnson (12, 9 Rebounds), Mazurczak (10), Mixich (7), Fleischmann (5, 9 Rebounds), Richter (4), Wendler

Rebounds: 34:39
Assists: 20:16
Viertel: 20:19, 18:23, 14:20, 26:8

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Volksbank Hohenlohe: Wechsel an der Spitze

Aus dem Trio wird ein Duo: Edmund Wahl übergibt zum Jahreswechsel den Stab des Vorstandsvorsitzenden an Dieter Karle. weiter lesen