Der Druck wächst: Martin Romig hält Klassenerhalt der Merlins weiter für möglich

Acht Niederlagen in Folge hinterlassen ihre Spuren. Der Druck auf die Merlins steigt. Die Verantwortlichen sehen weiter die Chance auf den Klassenerhalt. Geschäftsführer Romig gibt Trainer Enskat eine Jobgarantie.

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Noch verzweifelt Ingo Enskat nicht. Trotz der Niederlage gegen Schlusslicht MBC hofft der Crailsheimer Trainer noch auf den Ligaverbleib.  Foto: 

In den sozialen Netzwerken kochte die Stimmung nach der klaren 71:85-Niederlage gegen den Tabellenletzten MBC am Freitagabend hoch. Auf Facebook schrieb "Schupi Du" beispielsweise: "MBC kämpft - Crailsheim schaut zu!" Viele Fans leiden nach der Serie von elf Niederlagen. Der letzte Merlins-Sieg datiert vom 27. Dezember 2015 mit dem 89:80 gegen Hagen. Als einziges BBL-Team haben die Merlins zudem auswärts noch keine Partie gewonnen.

Merlins-Geschäftsführer Martin Romig sieht die Knieverletzung von Guard Shy Ely als einen der Auslöser der Niederlagenserie. "In Bayreuth hatten wir den Plan, etwas zu holen. Dann ist die Verletzung von Ely zum Tragen gekommen. Er spielt auf der Schlüsselposition. Seitdem haben wir zu knabbern." Deshalb wurde in der vergangenen Woche Antonio Graves nachverpflichtet. Er soll der Impulsgeber für den Schlussspurt werden.

Dass die Merlins bundesliga-tauglich sind, haben sie in den ersten Spielen bewiesen. Nach vier Partien hatten sie 4:4 Punkte. "Da waren wir unbefangen, der Underdog", sagt Trainer Ingo Enskat. Die anderen Teams hätten sich auf die Merlins inzwischen eingestellt.

Mit jeder Niederlage wächst der Druck. Sowohl innerhalb der Mannschaft als auch von außen. Teilweise werden hohe Führungen wie in Bayreuth wieder abgegeben. "Wir trainieren gut und kommen gut in die Partie. Aber danach muss man auch in Drucksituation im Plan bleiben", beschreibt Enskat die Situationen, wenn er an der Seitenlinie laut wird. Im Training werde das geübt, dort werde auch Selbstvertrauen aufgebaut. Einer von Enskats Ansatzpunkten: "Wie kann ich bei wichtigen Spielern den Impuls setzen? Aber der Knackpunkt ist im Kopf. Wir müssen unbefangener werden."

Noch stehen zwölf Saisonspiele aus. Die kommenden Gegner sind Hochkaräter wie Oldenburg, Ludwigsburg und Alba Berlin. Erst am 24. April, im drittletzten Spiel, scheint ein Gegner in Augenhöhe auf dem Spielplan zu stehen. Dann steht die Fahrt zum derzeitigen Tabellenvorletzten Bremerhaven an. "Wir dürfen nicht in diese Richtung spekulieren. Wir müssen versuchen, eine positive Stimmung reinzubringen", fordert Romig. Und dann ergänzt der Geschäftsführer: "Es kann auch schiefgehen." Sprich: Die Merlins könnten in die 2. Bundesliga Pro A absteigen.

Zum Thema Trainer Enskat positioniert sich Romig eindeutig: "Er ist Teil des Erfolgs, den wir seit vielen Jahren haben. Wir sehen keine Option, über ihn wird nicht diskutiert." Enskat klebe aber auch nicht an seinem Stuhl. "Eine der Stärken der Merlins ist es, dass die Reihen geschlossen bleiben." Romig hält ein "Fotofinish" um den Klassenerhalt für möglich. Doch egal wie dieses ausgeht: "Die Reise für die Merlins geht weiter."

Auch Enskat erwartet, dass "Bremerhaven nicht das Endspiel" wird: "Die Jungs wollen vorher eine Überraschung schaffen." Enskat sieht Veränderungen im Umfeld: "Wir sind es in Crailsheim nicht mehr gewöhnt, dass Gewinnen kein Automatismus ist. Das muss auch vom Umfeld mitgetragen werden. Es gibt in der BBL keine Chance mehr, durch einen Aufbaugegner wieder Selbstvertrauen zu bekommen." Für ihn war das Saisonziel von Anfang an klar: "Nur der Klassenerhalt zählt."

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