Besser geht’s nicht

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Bevor Chase Griffin im August 2016 nach Crailsheim wechselte, spielte er von August 2014 bis Mai 2016 für Rasta Vechta, wo er zum Publikumsliebling avancierte.  Foto: 

Besser geht’s nicht“ lautet der Titel einer Filmkomödie, in der sich ein an Zwangsneurosen leidender, unsensibler Schriftsteller in eine Kellnerin verliebt, die ihm als Einzige Kontra gibt. Im Jahr 1998 war der Titel auch Programm bei der Oscar-Verleihung, bei der die beiden Schauspieler Jack Nicholson und Helen Hunt die Trophäen als bester Hauptdarsteller und beste Hauptdarstellerin abräumten. Ein seltener Vorgang, dass beide Titelfiguren eines Films gemeinsam abräumen.

„Besser geht’s nicht“ könnte auch das Motto lauten, wenn man sich das Spitzenspiel der zweiten Basketball-Bundesliga Pro A am heutigen Abend anschaut: Rasta Vechta, das von seinen sieben Saisonspielen sieben gewonnen hat – es steht noch das Spiel gegen Hagen aus, das nach dem Tod von Phoenix-Trainer Matthias Grothe verschoben wurde – gastiert beim Zweitplatzierten Crailsheim. Die Merlins haben von ihren acht Spielen nur das in Kirchheim verloren und das Parkett zuletzt fünfmal in Folge als Sieger verlassen. Mehr Spitzenspiel geht nicht.

„Als Sportler willst du dich immer mit den Besten messen. Ich freue mich daher auf das Spiel. Auch weil wir dann sehen werden, wo wir wirklich stehen“, wird Rasta-Trainer Doug Spradley auf der Homepage des Klubs zitiert. Crailsheims sportlicher Leiter Ingo Enskat sieht das genauso: „Das Spiel gegen Vechta wird das erste richtige Highlight der Saison. Das Duell zweier ehemaliger Erstligisten ist immer etwas Besonderes. Dass die beiden Teams jetzt an der Spitze der Tabelle stehen, ist natürlich ein echtes Schmankerl für die Fans.“

Die beiden Klubs haben je zwei Spielzeiten in der Bundesliga gespielt, allerdings nicht gleichzeitig: Vechta stieg 2014 direkt wieder aus der BBL ab (sechs Siege). Crailsheim holte in den zwei Spielzeiten (2014 bis 2016) in der Bundesliga einmal acht und einmal fünf Siege, bevor es wieder zurück in die Pro A ging. Vechta musste die deutsche Eliteklasse mit nur zwei Siegen in der Saison 2016/17 wieder verlassen.

Der im Februar verpflichtete Trainer Douglas Spradley konnte den Abstieg nicht verhindern. Die Rückkehr in die BBL ist das Ziel der Niedersachsen, die neben den Merlins am häufigsten als Aufstiegskandidat gehandelt werden. Dass er ein Team in die Bundesliga führen kann, hat er 2015 mit Würzburg bewiesen. Das Jahr darauf schaffte er mit den Unterfranken sogar direkt den Einzug in die Play-offs.

Merlins-Trainer Tuomas Iisalo glaubt beim heutigen Aufeinandertreffen an ein Duell der Spielstile: „Beide Teams spielen sehr unterschiedlichen Basketball und sind dementsprechend aufgestellt.“ Vechta sei ein aggressiv spielendes und stark verteidigendes Team, während seine Mannschaft über starke Scoringpower und eine gute Raumaufteilung verfüge, so der Finne weiter.

Wie stark die beiden Teams sind und dass sie sich absolut auf Augenhöhe bewegen, zeigt auch ein Blick in die Statistik: Die Merlins haben die beste Feldwurfquote (49,1 Prozent), erzielen die meisten Punkte (86,6) und leisten sich zudem die wenigsten Ballverluste (10,4) der Liga. Zudem verteilen sie die zweitmeisten Assists (21,6). Vechta weist die zweitbeste Feldwurfquote vor (46,8 Prozent), erzielt die drittmeisten Punkte (80,6) und Assists (21,1) der Liga. Bei den Steals (10,7) und den Ballverlusten (10,4) belegen sie Platz 2. Bei den Rebounds zählt Vechta allerdings zu den schlechtesten Mannschaften der gesamten Pro A (33,6). Nur Heidelberg und Ehingen haben dort eine schwächere Bilanz zu Buche stehen. Crailsheim liegt in dieser Kategorie mit 36,3 Rebounds im oberen Mittelfeld.

Vechta ist Zuschauerkrösus

Bei einer Statistik ist Rasta Vechta den Merlins in dieser Saison allerdings deutlich enteilt: Im Schnitt verfolgen 3080 Zuschauer die Heimspiele der Niedersachsen im 2012 eingeweihten Rasta-Dome (Kapazität: 3140). Die Spiele der Crailsheim Merlins in der Arena Hohenlohe (Kapazität: 3000) in Ilshofen verfolgen in dieser Spielzeit im Schnitt 1666 Zuschauer. Im Vergleich zur vergangenen Saison ein Rückgang von 300 Zuschauern pro Partie. „Mit den Besucherzahlen bin ich zufrieden“, sagt Merlins-Geschäftsführer Martin Romig. „Das wird sich im Laufe der Saison wieder angleichen. Wir haben das Problem, dass die Abfolge der Heimspiele unregelmäßig ist. Vier Heimspiele in einem Monat macht vieles schwieriger – dazu noch nach dem Volksfest, während der Muswiese und dem Hammeltanz. Man kann nicht überall sein.“ Dazu komme, dass Trier und Ulm nicht die Zugpferde gewesen seien, die viele Fans in die Arena locken. Gegen Heidelberg seien schon wieder deutlich mehr Zuschauer in der Arena gewesen. „Die Tendenz geht nach oben.“ Das Topspiel heute werde auf jeden Fall sehr gut besucht sein, betont Romig und rät allen Fans zu Karten im Vorverkauf, auch wenn es eine Abendkasse gibt. „2200 Tickets sind schon weg.“

Egal wie das direkte Aufeinandertreffen der derzeit besten Hauptdarsteller der Pro A ausgeht: Die beiden werden sicher für die Oscarverleihung (Play-offs) nominiert werden. Ob es dann zum Happy End und Bundesliga-Aufstieg reicht, ob also beide Hauptdarsteller abräumen, hängt dann auch von den anderen Nebendarstellern in der Liga ab. Die Zuschauer dürfen sich heute Abend auf jeden Fall auf einen spannenden Thriller à la Alfred Hitchcock freuen.

Info Crailsheim Merlins – Rasta Vechta, heute, 19.30 Uhr, Arena in Ilshofen

Pünktlich zum Spitzenspiel startet auch der Airtango-Livestream aus der Arena Hohenlohe. Ab sofort können alle Spiele der Merlins unter www.airtango.live verfolgt werden. pm

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