Am zweiten Spieltag der Saison schon ein echter Gradmesser

Basketball: Crailsheim und Chemnitz haben ihre Auftaktspiele in der Pro A gewonnen. Beide Teams werden am Ende ganz weit vorne erwartet.

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Michael Cuffee (beim Wurf im Testspiel gegen Ehingen) bringt Bundesligaerfahrung mit nach Crailsheim. Der 33-jährige Small Forward absolvierte 48 BBL-Spiele für den Mitteldeutschen BC und die Walter Tigers Tübingen.  Foto: 

Wenn die Crailsheim Merlins morgen Abend die Niners Chemnitz empfangen, dann kommt es zum Duell Dritter gegen Erster der zweiten Bundesliga. Sicher ist die Saison in der Pro A erst einen Spieltag alt und die Tabelle noch wenig aussagekräftig. Aber: „Es sind für mich zwei Mannschaften die sich deutlich in den Play-offs festsetzen werden“, sagt Ingo Enskat, der sportliche Leiter der Merlins, der wie die Jahre zuvor an seinem Credo festhält, dass erst nach zehn Spieltagen eine erste Bilanz gezogen werden kann.

Chemnitz hätte beinahe schon vergangene Saison überraschend den Sprung ins Pro-A-Endspiel geschafft, musste sich nach 2:0-­­Führung in der Halbfinal-Serie gegen die Oettinger Rockets Gotha aber letztlich doch noch mit 2:3 geschlagen geben. Gotha hatte eine Runde vorher die Merlins mit 3:1 aus dem Play-off-Rennen geworfen.

Crailsheim und Chemnitz starteten mit Siegen in die Pro A: Die Zauberer gewannen in Paderborn 83:67, die Sachsen besiegten Nürnberg 82:64. 3175 Zuschauer verfolgten das Spiel in Chemnitz und sorgten somit für die ligaweite Bestmarke am ersten Spieltag. Eine würdige Kulisse für zwei Ehrungen, die Johannes Kopkow, Vorsitzender der AG zweite Basketball-Bundesliga, vornahm: Jonas Richter, der gegen Nürnberg zwölf Punkte erzielte, wurde zum Pro-A-Youngster der Saison 2016/17 gekürt, Rodrigo Pastore wurde als Trainer der Saison 2016/17 ausgezeichnet.

Der Chemnitzer Headcoach sah eine überzeugende Vorstellung seines Teams, das in Malte Ziegenhagen seinen besten Punktesammler hatte (20). Der 26-jährige Shooting Guard bringt BBL-­Erfahrung aus Bayreuth mit, wurde bestens unterstützt durch den 23-jährigen polnischen Point Guard Andrzej Mazurczak (5 Punkte, 12 Assists, 7 Rebounds) und Center Robin Lodders (15 Punkte, 10 Rebounds). Auch das 31-jährige Pro-A-Urgestein Michael Fleischmann (10 Punkte) trug auf der Power-Forward-Position sein Scherflein zum Sieg bei. Vor allem im letzten Viertel drehte Chemnitz auf, legte bis zur Schlusssirene einen 23:9-Lauf hin. „Ich bin sehr stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Wir haben aufgrund der Verletzungen über weite Strecken nur mit sieben Spielern rotieren können und diese haben ihren Job allesamt großartig gemacht“, wird Trainer Pastore auf der Homepage des Klubs zitiert. „Insbesondere, als die Partie im zweiten Viertel zu kippen drohte, zeigten wir eine tolle Reaktion und beeindruckende Nervenstärke.“

Vor Crailsheim zeigt Pastore viel Respekt: „Die Merlins haben vom Talent und der Erfahrung her eine echte Spitzenmannschaft, bei der wir momentan auch aufgrund unserer Verletztensituation als Außenseiter gelten.“ Bei Joe Lawson (Zeh), Jacob Parker (Achillessehne), Jajuan Johnson (Knöchel), Andy Mazurczak (Magen-Darm-Infekt) und Daniel Mixich (Handgelenk) werde sich erst am Samstag zeigen, ob sie einsatzfähig sind. „Der Merlins-­Kader bringt alles mit, um den Aufstieg in die BBL zu realisieren. Dennoch werden wir Crailsheim die Punkte nicht freiwillig überlassen“, gibt sich der Chemnitzer Trainer kämpferisch. „Diese Partie ist ein guter Gradmesser, wo wir leistungsmäßig momentan stehen“, sagt Pastore. Und auch Ingo Enskat bemüht diese Sportlerweisheit.

Crailsheim untermauerte seine Ansprüche mit dem deutlichen Sieg in Paderborn. Dort agierten die Merlins ähnlich stark im Zusammenspiel wie die Chemnitzer gegen Nürnberg. Während die Zauberer 23 Assists verteilten, kamen die Sachsen sogar auf 29 – ligaweit der Bestwert am ersten Spieltag. Mit Martin Bogdanov, Frank Turner und Sherman Gay kamen drei Merlins auf jeweils 15 Punkte. Gay griff sich dazu noch zehn Rebounds.

„Wir haben schon deutlich schneller gespielt als letzte Saison und sind so zu einfachen Punkten gekommen“, sagt Ingo Enskat. Zudem habe das Zusammenspiel zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison schon ganz gut geklappt. „Das sind zwei positive Aspekte. Aber wir müssen bei den Rebounds und in der Verteidigung noch zulegen.“

Gegen Chemnitz fehlt den Merlins weiterhin Michael Smith nach seinem Muskelbündelriss. Sherman Gay plagt sich mit kleineren Kniebeschwerden herum.

Info Crailsheim Merlins – Niners Chemnitz, Samstag, 19.30 Uhr

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