Malte Schulz, Merlins-Kapitän vergangener Jahre

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit in einem Crailsheimer Betrieb. Plötzlich sprang ein Kobold vor Gabelstapler-Fahrer Malte Schulz und fragte: „Hattest du schon mal einen Basketball in der Hand?“ Mit diesen launiger Worten erzählt der Angesprochene, den alle nur „Tower of Power“ genannt haben, von seinen Anfängen im Umgang mit der orangefarbenen Kugel.

KLAUS HELMSTETTER |
Der sogenannte Kobold hört auf den Namen Zoran Banozic, trainierte die Merlins von 1999 bis 2002 und ist inzwischen ein guter Freund von Malte Schulz.

In der Tat kommt Schulz daher wie ein Schrank von einem Kerl. Seine Körpergröße von 2,08 Metern überbietet auch kein Spieler im aktuellen BBL-Kader der Merlins. Malte Schulz ist, wenn man so will, ein Spätberufener in Sachen Basketball. "Davor habe ich alles Mögliche gemacht. Fußball, Volleyball, Boxen – nirgends bin ich hängengeblieben", erinnert sich der Berliner, den es nach Hohenlohe verschlagen hat. Von der Kreisliga A bis zur Regionalliga – inklusive Aufstieg in Liga zwei – trug Schulz das Trikot der Crailsheimer Basketballer. Zumal als Kapitän im Team der 90er-Jahre ist er quasi prädestiniert für einen Blick zurück – aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Merlins.

Sein hauptsächlicher Job damals: Für Betrieb unter den Körben sorgen und "Blocks für den Aufbauspieler laufen". Was macht die Merlins aus? "Das Familiäre und der gegenseitige Support. Als ich umgezogen bin und gefragt habe, wer mir helfen könne, war die Bude voll. In der Halle", so Schulz weiter, "ist es schon Wahnsinn, wenn 2000 Leute oder mehr deinen Namen rufen."

Selbstverständlich ist der "Tower of Power" – den Spitznamen hat im seinerzeit Hallensprecher "Flemming" Wolf verpasst – auf dem Laufenden, was das aktuelle BBL-Team der Merlins angeht. Zumal es von seinem Wohnort Dörrmenz nur ein Katzensprung in die Arena Hohenlohe ist. "So wie es jetzt aussieht, wird es wohl schwer mit dem Klassenerhalt", macht sich Malte Schulz seine Gedanken über die sportliche Zukunft seiner Nachfolger. "Die Jungs kriegen es einfach nicht auf die Reihe. Ich denke manchmal gibt es zu viele Ego-Zocker im Team. Aber sie können es doch, auch als Mannschaft spielen. Und sehr gut sogar, haben das schon mehrfach unter Beweis gestellt." Fast grenzenlosen Optimismus verspürt Schulz, wenn er an das morgige Spiel gegen Göttingen denkt. "Die hauen sie weg", kommt es kurz und trocken aus dem Mund des Berliners. "Letzte Saison haben sie zweimal gegen Göttingen verloren. Jetzt sind sie einfach an der Reihe."

Höchstes Lob hat Malte Schulz für Merlinschef Martin Romig parat. „Dem Präse müsste man ein Denkmal setzen. Er ist immer am Ball geblieben. Sprichwörtlich. Man braucht einfach einen Visionär. Sonst würde man heute noch in der Landesliga spielen!"

Einen Unterschied macht Malte Schulz freilich – vielleicht zwangsläufig – aus, wenn er die Merlins-Team in seiner aktiven Zeit, mit dem aktuellen vergleicht. „Wir sind zusammengewachsen, hatten einen festen Stamm. Dazu sind meist einige Jugendspieler gestoßen. Doch je höher man kommt, desto mehr braucht man Gladiatoren.“ Mittlerweile ist der 45-Jährige auch als Helfer hinter der Bar anzutreffen. Was den einen oder anderen flotten Spruch mit sich bringt: „Na du alter Hase – geh dich doch jetzt mal umziehen!“

Enskats Einschätzung

"In Bayreuth haben wir zu viele Rebounds abgegeben. Die Jungs haben aber toll gekämpft", erinnert sich Ingo Enskat. "Wir waren sehr gut auf den Gegner vorbereitet. Die Spieler haben die taktischen Vorgaben klasse umgesetzt", beschreibt Enskat sein "lachendes Auge" nach dem Spiel. Das weinende freilich schaut auf das Endergebnis und da stehen die Merlins ohne Punkte da. "Gegen Göttingen haben wir ein sehr wichtiges Match vor der Brust. Wir müssen unsere Stärken wie in den Heimspielen gegen Bremerhaven, Bayreuth oder Hagen in die Waagschale werden", betont der Coach. Eins ist ihm  ganz wichtig: "Wir müssen uns an unsere Nase fassen, auf die eigene Leistung konzentrieren – auf das, was wir beeinflussen können. An Zahlenspielen beteilige ich mich nicht." Was den Ausgang angeht ist Enskat dennoch optimistisch: "Wir werden gewinnen, wenn wir mit Selbstvertrauen ins Spiel gehen und unseren Rhythmus möglichst schnell finden. Die Partie wird aber alles andere als ein Selbstläufer."
 
Gästecoach Johan Roijakkers

Parallelität der Ereignisse. Das Hinspiel gewannen die Göttinger bei der Premiere von Point Guard Khalid El-Amin  nach seiner Rückkehr. Aktuell sind die BGler dabei erneut einen Neuzugang zu integrieren. Sein Name: Ian Hummer. "Ian passt zu unserem Stil", betont Coach Johan Roijakkers. "Er kann rebounden und den Ball beim Umschalten von Verteidigung auf Angriff schnell nach vorne dribbeln. Das wird Match-up-Probleme beim Gegner hervorrufen." Ein Sieg bei den Crailsheim Merlins würde die "Veilchen" im Kampf um den Ligaverbleib einen großen Schritt nach vorne bringen. "Crailsheim hat in dieser Saison ein sehr wettbewerbsfähiges Team. Die deutliche Führung in Bayreuth bestätigt das", urteilt der BG-Coach. Im Erfolgsfall würden die Niedersachsen an den Merlins vorbeiziehen. "Crailsheim ist ein Team, das gut verteidigen kann und im Angriff viele Waffen hat", so Roijakkers abschließend.

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