Merlins vs Frankfurt: Starkes Trio und ein Dreierregen

Die Crailsheim Merlins sind in Frankfurt eine Halbzeit lang ebenbürtig. Dann werden die Hessen aus der Ferne zielsicher und gewinnen verdient mit 88:73.

JOACHIM MAYERSHOFER |

Vergangenes Jahr hatten noch gefühlt 100 Merlins-Fans die knapp 230 Kilometer lange Fahrt nach Frankfurt auf sich genommen. Am Samstag dürften es gerade mal ein Dutzend gewesen sein. War der Wintereinbruch schuld? Oder ahnten die Anhänger der Zauberer, dass es auch in der Mainmetropole nichts werden sollte mit dem ersten Auswärtssieg der Saison? Dabei gelang den Crailsheimer Basketballern der Start in die Rückrunde ganz gut. Mit zehn Punkten in Serie erspielten sich die Merlins ein 18:14 nach dem ersten Viertel. Zur Halbzeit lagen die Hohenloher mit 33:36 in Rückstand. "Crailsheim war sehr fokussiert und hat gerade in der ersten Halbzeit den Ball sehr gut geworfen", lobte Skyliners-Trainer Gordon Herbert den Gegner. Insbesondere Vytenis Cizauskas strukturierte das Spiel der Merlins sehr ordentlich, kam letztlich auf zehn Punkte und fünf Assists und war an diesem Tag neben Tim Schwartz (neun Punkte, drei von vier Dreiern, vier Rebounds) bester Crailsheimer. "Tim hat bei einigen Aktionen viel Präsenz gezeigt", sagte sein Trainer Ingo Enskat.

"Im Moment keine gute Phase"

Die ging anderen Akteuren hingegen ab: Jordan Callahan steuerte zwar ebenfalls zehn Punkte bei, hatte seine auffälligste Szene aber, als er vom Schiedsrichter vom Platz geschickt wurde, um sein Nasenpiercing abzukleben. Und Adam Chubb läuft schon seit Wochen seiner Form hinterher. "Er hat im Moment keine gute Phase. Er braucht jetzt dringend mal einen positiven Impuls, dass zum Beispiel mal ein Wurf mit Foul reinfällt", sage Enskat.

Nach der Halbzeitpause verloren die Gäste völlig den Faden. "Frankfurt hatte im dritten Viertel den entscheidenden Lauf und hat in wenigen Minuten 22 Punkte erzielt. Ab der 26. Minute sind wir nur noch hinterhergelaufen, und das Spiel war eigentlich schon entschieden", so Enskat in der Analyse. "Frankfurt schafft es, in den entscheidenden Momenten selbst Druck aufzubauen. Wir dagegen schaffen das nicht und sind zu passiv." Nationalspieler Johannes Voigtmann mit einem Double-Double (13 Punkte, zwölf Rebounds), Quantez Robertson (17 Punkte, acht Rebounds) und Aaron Doornekamp (17 Punkte, fünf von zehn Dreiern) drehten mächtig auf und brachten ihr Team auf die Siegerstraße. Acht von zwölf Dreierversuchen fanden im dritten Viertel den Weg in den Korb. Insgesamt machten die Hessen in diesen zehn Minuten 30 Punkte. Und doch schaffte es Crailsheim, den Rückstand auf sechs Punkte zu verkürzen, als Matt Stainbrook sechs Zähler in Folge gelangen (58:52).

Aber die Hausherren ließen sich davon nicht beeindrucken. "Es war ein Spiel des Momentums, beide Teams hatten gute Läufe und immer eine Antwort parat. Unsere Offensive war im dritten Viertel wirklich gut. Wir sind da ein wenig lockerer geworden, haben Emotionen gezeigt und konnten besseren Basketball spielen", sagte Gordon Herbert, der einen Wermutstropfen wegstecken musste. Danilo Barthel hatte sich im zweiten Viertel am Finger verletzt, vermutlich sei etwas gebrochen, so Herbert.

Die Merlins müssen am Wochenende erneut auswärts ran. Gegen Bonn wird der nächste Versuch gestartet, in der Fremde zu gewinnen. Zum Saisonauftakt zu Hause gab es einen 91:89-Sieg.

 


 

Statistik

 

Frankfurt – Crailsheim Merlins 88:73 (36:33)

Zuschauer: 4520

Beste Werfer Frankfurt: Doornekamp (17 Punkte/5 von 10 Dreiern), Robertson (17/3 von 6 Dreiern, 8 Rebounds), Voigtmann (13/12 Rebounds), Scrubb (12), Theodore (11), Barthel (9), Klein (4), Little (3), Morrison (2), Knothe (0)

Beste Werfer Crailsheim: Cizauskas (10 Punkte), Callahan (10), Wysocki (10), Calvin (9/3 von 5 Dreiern), Schwartz (9/3 von 4 Dreiern), Ely (9), Chubb (6), Stainbrook (6), Flomo (4), Jost (0)

Die Viertel im Überblick: 14:18, 22:15, 30:20, 22:20

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5 Alba Berlin 11 4
6 Ratiopharm Ulm 8 2
7 Tübingen 4 2
8 Telekom Bonn 7 2
9 Ludwigsburg 6 2
10 Bayreuth 1 2
11 Braunschweig -35 2
12 Gießen -2 2
13 Oldenburg -14 0
14 Jena -14 0
15 Hagen -19 0
16 Würzburg -22 0
17 SC Vechta -22 0
18 Skyl. Frankfurt -43 0
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