Neuer Hausarzt gesucht

Wer die Praxis wechselt, kann sich seine Patientenakte mit wichtigen Informationen kopieren lassen.

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Zum Hausarzt sollte ein Vertrauensverhältnis bestehen.  Foto: 

Ein Umzug oder einfach ein ungutes Gefühl: Manche hält es nicht ewig bei ihrem Hausarzt. Dann ist es oft gar nicht so leicht, jemanden zu finden, dem man vertraut. „Der Hausarzt kann als Facharzt für Allgemeinmedizin zahlreiche Symptome des Körpers im Sinne einer Krankheitsgeschichte einordnen“, sagt Roland Stahl, Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Warum man nicht gleich den Facharzt aufsuchen sollte, erklärt Vincent Jörres, Sprecher des Deutschen Hausärzteverbandes an einem Beispiel: Geht ein Patient mit einer Bindehautentzündung zum Augenarzt, mit Gelenkschmerzen zum Orthopäden und mit Problemen beim Wasserlassen zum Urologen, behandeln die Fachärzte häufig nur die jeweiligen Symptome. Wäre der Patient zum Hausarzt gegangen, hätte dieser vielleicht erkannt, dass der Patient Morbus Reiter haben könnte – eine entzündliche Gelenkerkrankung, von der auch Augen und Harnröhre betroffen sind.

Grundsätzlich besteht in Deutschland das Recht auf freie Arztwahl, sagt Christoph Kranich von der Verbraucherzentrale Hamburg. Nur wer einen Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung unterschrieben hat, ist je nach Vertragslaufzeit an seinen Hausarzt gebunden.

Nachfrage im Bekanntenkreis

Wie aber findet man einen guten neuen Arzt? Etwa, in dem man sich im Freundes- und Bekanntenkreis umhört. Wer eine Empfehlung bekommt, sollte immer fragen, warum derjenige diesen Arzt gut findet, sagt Kranich. Schließlich hat nicht jeder die gleichen Ansprüche. Auch im Internet finden sich Ärzte-Bewertungen. „Da würde ich nie drauf vertrauen“, sagt Kranich und verweist auch auf erfundene Bewertungen. Er empfiehlt die Arztsuche über die Weiße Liste der Bertelsmann Stiftung, die vor Manipulation geschützt sei.

Wichtig ist, dass der neue Hausarzt alle Informationen bekommt. Die stehen in der Patientenakte. Ärzte müssen diese zehn Jahre lang aufbewahren, das Original bekommen weder der Patient noch der neue Arzt. Aber der Patient kann seine Akte in der alten Praxis gegen eine Gebühr kopieren lassen.

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