Musical Bodyguard mit mehr Songs als im Film

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Auf Tuchfühlung: Aisata Blackman und Jadran Malkovich, die Hauptdarsteller im Musical „Bodyguard“.  Foto: 

Er wischt sich vorsichtig eine Schweißperle von der Stirn. Dabei kommt Jadran Malkovich noch gar nicht seiner Aufgabe nach, seine Partnerin zu schützen. Es ist nur ein Foto-Shooting auf der Bühne des „Mash“ im Stuttgarter Bosch-Areal.  Angesagt ist die Präsentation der Hauptdarsteller für das Musical „Bodyguard“ (Leibwächter), das am 28. September Premiere feiert im Möhringer Palladium. Wo jetzt noch „Tanz der Vampire“ läuft.

Malkowich (39) spielt den Part, der dem Film und jetzt der Musical-Adaption den Namen gegeben hat. Er wirkt smart mit seinem Vier-Tage-Bart. Eng geschnitten sein blauer Anzug. Auf den bunten Socken ist ein Peace-Zeichen zu sehen, wenn sich Malkowich reckt. Und der 1,80 Meter große Schauspieler hat die Pose drauf, diesen strengen, wachsamen Blick des Leibwächters, der sich nicht ablenken lässt von all dem Drumherum.

 Aber natürlich stiehlt ihm die Frau an seiner Seite die Schau, jene Frau, die der eigentliche Star des Musicals ist. Im Film war es die unvergleichliche Whitney Houston, welche die Rolle der Rachel Marron spielte. Im Stuttgarter Musical übernimmt diese Aufgabe Aisata Blackman.

Dialoge auf Deutsch

Da steht sie auf der Bühne im knöchellangen, silbern-goldenen Glitzerkleid, eine kaffeebraune Schönheit aus Holland, die Eltern stammen aus der Karibik. Jürgen Marx, örtlicher Direktor von „Bodyguard“, nennt Aisata Blackman den Hauptgrund, in die Show zu gehen: „Sie fegt uns weg mit ihrer Stimme.“

Asiata Blackman war eben noch in München im Deutschen Theater, wo sie in der Hauptrolle von „Sister Act“ die Barsängerin Deloris van Cartier gab. Und in München war es auch auf der Straße, wo sie den Anruf auf dem Handy entgegennahm, dass sie die Rolle der Rachel Marron bekommt.

Die Frau hat Stimme, hat Volumen und ist in der Lage, Gefühle reinzulegen in ihren Gesang – das beweist sie bei einer Einlage im „Mash“, begleitet am Piano von Boris Ritter – der übrigens aus Maulbronn stammt. Insbesondere beim All-Time-Hit  „I will always love you“. Da zittert der Stoff ihres Kleids beim Vortrag, so viel Gefühl legt sie rein.

Aisata Blackman wird häufig Gelegenheit haben im Musical, ihre gesangliche Begabung zu zeigen. Denn die Macher packen in das Musiktheater mehr Songs hinein als wie beim Film – zwölf kündigt der Künstlerische Leiter Alexander Grünwald an. Präsentiert werden sie alle auf Englisch, die Dialoge freilich sind auf Deutsch.

Die Rolle der Rachel Marron sei schwer zu besetzen, sagt Grünwald, denn die Hauptprotagonistin müsse „sensationell gut singen können“, ebenso gut schauspielern und dazu noch exzellent tanzen. Letztere Sache war ja nicht so das Ding von Whitney Houston.

Jadran Malkovich ist in Leverkusen aufgewachsen, war dann lange Jahre in der Heimat seiner Eltern, in Serbien. Er hat seine Rolle drauf, spielt er sie doch im Wechsel mit Jürgen Fischer in Köln, wo „Bodyguard“ seit 2015 läuft und wo am 27. August Schluss ist.

Malkovich ist kleiner, zierlicher als Kevin Costner, der im Blockbuster den Frank Farmer mimte. Aber auf jeden Fall ein sportlicher Typ. In Tennis ist er stark, dazu macht er Yoga, Ausdauer- und Gewichtstraining.

Malkovich war am Donnerstag das erste Mal überhaupt in Stuttgart, Aisata Blackman ist für das Publikum in Möhringen freilich keine Unbekannte. Sie spielte eine Nebenrolle im Boxer-Drama „Rocky“. Doch in „Bodyguard“, das räumt sie ein, spielt sie ihre bisher schwerste Rolle.

Zur Ticketbestellung für das Musical „Bodyguard“ geht es HIER

„Bodyguard“ erzählt die Geschichte von der gefeierten Sängerin Rachel Marron. Ein Stalker ist auf ihren Fersen. Deshalb engagiert sie den erfahrenen Bodyguard Frank Farmer. Der 1992 erschienene Film wurde weltberühmt durch seinen Sound­track. 44 Millionen Exemplare des Albums wurden verkauft.

Die Story: Das Verhältnis zwische Marron und Farmer ist zunächst gespannt, weil der Leibwächter mehr in die Privatsphäre hineinwirkt, als ihr lieb ist. Doch, man ahnt es – sie verliebt sich in den attraktiven Mann. Es kommt schließlich bei der Oscar-Verleihung zum Showdown. Farmer fängt die Kugel des Killers mit seinem Körper ab. Doch es gelingt ihm, den Angreifer zu erschießen. eb

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