Menschenrechtler: Mindestens 24 Tote nach Wahl in Kenia

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  • Ein Unterstützer des Oppositionsführers Odinga wird in einem Slum in Nairobi von einem Polizisten festgehalten. Foto: Khalil Senosi 01/11
    Ein Unterstützer des Oppositionsführers Odinga wird in einem Slum in Nairobi von einem Polizisten festgehalten. Foto: Khalil Senosi Foto: 
  • Polizisten patrouillieren während Protesten der Anhänger des kenianischen Oppositionsführers Odinga. Foto: AMos AUra 02/11
    Polizisten patrouillieren während Protesten der Anhänger des kenianischen Oppositionsführers Odinga. Foto: AMos AUra Foto: 
  • Polizisten im Slum Kibera in Nairobi. Nach dem Wahlsieg von Kenyatta sind bei Protesten zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Foto: Tom Maruko 03/11
    Polizisten im Slum Kibera in Nairobi. Nach dem Wahlsieg von Kenyatta sind bei Protesten zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Foto: Tom Maruko Foto: 
  • Mit allen Mitteln: Ein Unterstützer des kenianischen Oppositionsführers Odinga greift in Nairobi die Staatsmacht mit einer Steinschleuder an. Die Proteste nach der umstrittenden Präsidentschaftswahl eskalieren. Foto: Brian Inganga 04/11
    Mit allen Mitteln: Ein Unterstützer des kenianischen Oppositionsführers Odinga greift in Nairobi die Staatsmacht mit einer Steinschleuder an. Die Proteste nach der umstrittenden Präsidentschaftswahl eskalieren. Foto: Brian Inganga Foto: 
  • Flucht aus der Gefahrenzone: Ein Anhänger des kenianischen Oppositionsführers Odinga springt über eine brennende Barrikade. Foto: Brian Inganga 05/11
    Flucht aus der Gefahrenzone: Ein Anhänger des kenianischen Oppositionsführers Odinga springt über eine brennende Barrikade. Foto: Brian Inganga Foto: 
  • Ein Mann nähert sich mit erhobenen Armen in Nairobi einer Gruppe von Polizisten. Nach den hart umkämpften Präsidentschaftswahlen in Kenia steigt die Angst vor Unruhen. Foto: Ben Curtis 06/11
    Ein Mann nähert sich mit erhobenen Armen in Nairobi einer Gruppe von Polizisten. Nach den hart umkämpften Präsidentschaftswahlen in Kenia steigt die Angst vor Unruhen. Foto: Ben Curtis Foto: 
  • Polizisten rücken in Nairobi gegen Anhänger des kenianischen Oppositionsführers Odinga vor. Foto: Jerome Delay 07/11
    Polizisten rücken in Nairobi gegen Anhänger des kenianischen Oppositionsführers Odinga vor. Foto: Jerome Delay Foto: 
  • Brennende Barrikaden in Nairobi: Die befürchteten Unruhen sind Wirklichkeit geworden. Foto: Brian Inganga 08/11
    Brennende Barrikaden in Nairobi: Die befürchteten Unruhen sind Wirklichkeit geworden. Foto: Brian Inganga Foto: 
  • Handfeste Argumente: Anhänger des kenianischen Oppositionsführers Odinga protestieren in Nairobi gegen Präsident Kenyatta. Foto: Jerome Delay 09/11
    Handfeste Argumente: Anhänger des kenianischen Oppositionsführers Odinga protestieren in Nairobi gegen Präsident Kenyatta. Foto: Jerome Delay Foto: 
  • Bester Laune: Kenias Präsident Uhuru Kenyatta bei der Stimmabgabe am 8. August. Foto: Ben Curtis 10/11
    Bester Laune: Kenias Präsident Uhuru Kenyatta bei der Stimmabgabe am 8. August. Foto: Ben Curtis Foto: 
  • Trauer und Wut malen sich im Gesicht dieser Frau, die Anhängerin des kenianischen Oppositionsführers Odinga ist. Foto: Brian Inganga 11/11
    Trauer und Wut malen sich im Gesicht dieser Frau, die Anhängerin des kenianischen Oppositionsführers Odinga ist. Foto: Brian Inganga Foto: 
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Bei Protesten nach der Präsidentschaftswahl in Kenia sind Menschenrechtlern zufolge mindestens 24 Menschen getötet worden. 17 davon seien in der Hauptstadt Nairobi ums Leben gekommen, sagte die Leiterin der kenianischen Menschenrechtskommission, Kagwiria Mbogori, am Samstag.

Einige seien von Polizisten erschossen worden. Sicherheitskräfte hätten „unverhältnismäßige Gewalt“ angewandt, kritisierte sie. Die Polizei wies dies zurück. Die Anschuldigungen „zielen klar darauf ab, die Spannungen im Land zu eskalieren“, hieß es in einer Mitteilung des Polizeichefs Joseph Boinnet am Sonntag.

Bei der Präsidentschaftswahl am Dienstag hatte sich Staatschef Uhuru Kenyatta mit 54,27 Prozent der Stimmen eine zweite Amtszeit gesichert. Sein Herausforderer Raila Odinga erhielt der Wahlbehörde zufolge 44,74 der rund 15 Millionen Stimmen. Odinga warf seinem Kontrahenten Wahlmanipulation vor.

Obwohl der Wahltag selbst weitgehend friedlich verlaufen war, kam es vor allem nach Verkündung des Ergebnisses am Freitag in Hochburgen der Opposition zu Protesten. Das Rote Kreuz behandelte nach eigenen Angaben 93 Verletzte in Nairobi und im Westen Kenias. Ärzte ohne Grenzen behandelte allein in Mathare, einem Slum von Nairobi, 74 Verletzte, mindestens elf hätten Schussverletzungen erlitten, wie die Organisation mitteilte.

„Die gewalttätigen Proteste sind rechtswidrig“, sagte Manoah Esipisu, der Sprecher des Präsidenten, am Sonntag. „Die Polizei wird Friedensbrüche nicht tolerieren.“ Die Polizei berichtete von sechs Toten. Dabei habe es sich um bewaffnete Kriminelle gehandelt, die Polizisten mit Tötungsabsicht angegriffen hätten, hieß es.

Innenminister Fred Matiang'i zufolge habe es „sporadische Fälle von Gesetzlosigkeit gegeben“. Verantwortlich dafür seien keine Demonstranten, sondern Kriminelle, die die Situation ausnutzten. Die Polizei habe zudem keine unverhältnismäßige Gewalt angewandt.

„Sie haben das Blut Unschuldiger vergossen“, warf Odinga am Sonntag in seiner ersten Rede nach der Verkündung des Wahlergebnisses der Regierung vor. Es sei bereits im Voraus geplant gewesen, jegliche Demonstrationen auf brutalste Weise zu unterdrücken.

Odingas Parteienbündnis Nasa hatte zuvor behauptet, die Polizei habe nach der Wahl mehr als 100 Menschen getötet. Worauf diese Zahl beruht, sagte es nicht. Odinga rief seine Unterstützer auf, am Montag für einen „Tag der Trauer“ nicht zur Arbeit zu gehen und versprach, am Dienstag sein weiteres Vorgehen zu verkünden.

Der kenianischen Menschenrechtskommission zufolge kam es zu „vielen Fällen von Polizeibrutalität gegen Zivilisten“. Demnach gab es auch Berichte über Polizisten, die in Häuser eindrangen, Menschen zusammenschlugen und Geld verlangten. Die Kommission forderte von dem Polizeichef und der Regierung, die Sicherheitskräfte im Zaum zu halten. Berichte über Polizisten, die Demonstranten erschossen hätten, müssten untersucht werden, erklärte Amnesty International.

„Ich hoffe, dass die kenianische Regierung die Sicherheitskräfte des Landes zu größtmöglicher Zurückhaltung und Besonnenheit anhält“, teilte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) mit. Zudem müssten die Führer der Oppositionsparteien ihre Zweifel am Wahlergebnis friedlich auf dem Rechtsweg klären und ihre Anhänger zu Ruhe auffordern.

Angst vor Unruhen hatten den harten Wahlkampf und die Abstimmungen am Dienstag für einen neuen Präsidenten, ein Parlament, Gouverneure und Bezirksvertretungen begleitet. Wahlen in Kenia waren in der Vergangenheit oft mit ethnischen Spannungen und Gewalt verbunden. Nach den Wahlen 2007 kam es zu blutigen Zusammenstößen, bei denen rund 1000 Menschen getötet wurden und etwa 150 000 Menschen flohen.

Wahlergebnisse

Presssekonferenz Nasa

Mitteilung Rotes Kreuz

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