Ein „Käpsele“: Mundartgesellschaft ehrt Wolf-Henning Petershagen

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Preisträger Wolf-Henning Petershagen (rechts) mit Wilhelm König.  Foto: 

Mit seinen Kolumnen über die schwäbische Sprache hat der Ulmer Journalist und Kulturwissenschaftler Wolf-Henning Petershagen von 2001 bis 2016 die Leser der SÜDWEST PRESSE  informiert und erheitert. Für diese „professionelle Aufarbeitung des Schwäbischen mit unterhaltendem Charakter“  hat Wilhelm König von der Mundartgesellschaft Württemberg dem Autoren die Friedrich-E.-Vogt-Medaille überreicht, die nur alle drei Jahre verliehen wird. Ausdrücklich würdigte Vize-Vorsitzender Raimund Schur auch den Verlag, der Petershagen die Plattform für seine Aufklärungsarbeit geboten habe.

„Schwäbisch für Besserwisser“, „Schwäbisch für Durchblicker“ und  „Schwäbisch offensiv“  hießen einige Kolumnen von Petershagen – insgesamt brachte es  der Redakteur auf die stattliche Zahl von 791 Folgen. Zu den Begriffen, die Petershagen seinem Publikum in der Zeitung und in seinen Büchern erklärt hat, gehört auch das Wort Käpsele, womit im Schwäbischen ein Mensch von ganz besonderer Begabung gemeint ist. Petershagen sei selbst ein Käpsele, sagte Laudator Hubert Klausmann mit einem Augenzwinkern im Foyer der Volksbank Reutlingen.

Der Leiter der Arbeitsstelle für Sprache in Südwestdeutschland an der Universität Tübingen  attestierte dem Autoren eine auch wissenschaftlich präzise Arbeit. Petershagen habe in humorvoller Form vermittelt, dass Schwäbisch kein verhunztes Deutsch sei, sondern in sich schlüssig und oft dem Hochdeutschen überlegen. Ein Zeitungsleser habe Petershagen einmal geschrieben, er lese seine Kolumnen noch vor den Todesanzeigen. Professor Klausmann dazu mit einem Augenzwinkern: „Mehr Lob geht nicht.“

Frühere Träger des nach dem Stuttgart Schriftsteller und Dialektforscher Vogt genannten Preises waren die Schauspieler Trudel Wulle und Walter Schultheiß, der Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel, Schwäbisch-Synchronist Dodokay Kuhn und Kabarettist Christoph Sonntag. Letzterer zollte Petershagen Dank dafür, dass er über seine schwäbischen Themen auf Hochdeutsch schreibe – das sei einfacher zu lesen.

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