Wegbegleiterin schweren Herzens verabschiedet

Über 500 Besucher kommen zum letzten Gottesdienst der evangelischen Pfarrerin Friederike Wagner in Michelfeld. Sie wollen bei der Verabschiedung in der Steinäckerhalle dabei sein.

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Friederike Wagner strahlt: „Ich freue mich, dass Sie gekommen sind“, eröffnet sie ihren letzten Gottesdienst in Michelfeld in der brechend vollen Steinäckerhalle. Alle, deren Weg die evangelische Pfarrerin in ihren über zehn Jahren dort begleitet hat, wollen beim Abschied dabei sein: Vertreter von Vereinen und Organisationen, Gemeinderäte, Michelfelder vom Kleinkind bis zum Rentner.

Für ihre letzte Predigt hat sie die neue Jahreslosung für 2017 aus Hesekiel 36 gewählt: „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ Etwas Neues, das klinge zunächst gut. Aber Altes sei auch schön, weil es vertraut sei. „Wie die Pfarrerin, die man seit über zehn Jahren kennt“, scherzt sie. Ein Pfarrstellenwechsel helfe, eine Kirchengemeinde neu zu entdecken. Ein Abschied falle sicher schwer, biete aber Platz für neue Impulse.

Die Haller Dekanin Anne-Kathrin Kruse vergleicht den Abschied mit einer Tür, auf deren Schwelle sich viel entscheide. Sie lobt Wagner als engagierte Netzwerkerin, die es geschafft habe, die drei Kirchengemeinden, die in ihrer Zeit zusammengelegt wurden, zu einem guten Miteinander zu bringen. Zum Abschluss ihrer Dankesrede segnet sie die Pfarrerin.

Wilfried Hanselmann, Vorsitzender des Gesamtkirchengemeinderats, bezeichnet Wagner als außergewöhnlich engagierte Managerin, Coach, sportlich – und besonders nahe bei den Menschen und bei Gott. „Ein Kirchengemeinderat meinte mal, sie will nicht Karriere machen, sondern selig werden“, verrät er mit einem Lächeln auf den Lippen.

Michelfelds Bürgermeister Wolfgang Binnig lobt die Bereicherung, welche die Gemeinde durch die Pfarrerin dank ihrer Anstöße, Projekte und gemeinsamen Veranstaltungen erlebt habe. Es sei eine Verbundenheit über alle Konfessionen hinweg entstanden. Schwester Magdalena Werner, Leiterin von Diakonie daheim im Biberstal, lobt das entgegengebrachte Vertrauen.

Die Pfarramtssekretärinnen Anneliese Sommer und Gerlinde Konietzke erinnern an den frischen Wind, der mit Wagners ins Pfarrhaus eingezogen war. Pfarrer Matthias Bilger dankt im Namen der Distriktkollegen für die gute Zusammenarbeit.

Grundschulleiter Eberhard Marstaller hat zur Melodie von Leonard Cohens „Halleluja“ ein Lied mit einem Text über die Pfarrerin einstudiert. Überhaupt geht es mit den Auftritten von Posaunen- und Männerchor, Liederkranz und Kirchenband an diesem Vormittag sehr musikalisch zu. So endet auch die Veranstaltung: Pfarrerin Wagner greift selbst zur Gitarre und singt. „Es funktioniert alles nur mit ganz vielen Leuten, die mitmachen“, sagt sie noch und bedauert, dass sie es nicht zeitlich geschafft habe, die vielen Abschiedsbesuche zu machen, die sie sich vorgenommen hatte.

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