Was sagen die Bundestagskandidaten zu ...?

Beim Jugendwahlforum blieb keine Zeit, alle schriftlichen Fragen aus dem Publikum an die Bundestagskandidaten zu richten. Wir haben sie ihnen geschickt und von allen Antworten bekommen.

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Die Bundestagskandidaten Annette Sawade, Valentin Abel, Harald Ebner, Christian von Stetten, Kai Bock und Stefan Thien (von links) werden von den Moderatorinnen Anna Berger (links) und Kerstin Vlcek vor dem Jugendwahlforum gebrieft.  Foto: 

Eineinhalb Wochen nach dem Jugendwahlforum in der Kantine in Hall haben sich die sechs Bundestagskandidaten zu den restlichen schriftlichen Fragen aus dem Publikum geäußert, die an diesem Abend nicht mehr beantwortet werden konnten. Die vollständigen Fragen und Antworten gibt es auf unserer Homepage zum Nachlesen, im Folgenden wird ein kurzer Auszug wiedergegeben.

Elf Fragen wurden von Annette Sawade (SPD), Harald Ebner (Bündnis 90/Die Grünen), Kai Bock (Die Linke), Stefan Thien (AfD), Christian von Stetten (CDU) und Valentin Abel (FDP) schriftlich beantwortet.

Kein Ende des Konflikts in Sicht

Eine dieser Fragen kam von Moritz aus Gaildorf. Er wollte von allen Kandidaten Folgendes wissen: Was kann Deutschland auf lange Sicht zur Lösung des Nahostkonflikts beitragen? Stichwort: Waffenexporte.

Kritisch werden Waffenexporte in Krisenländer von allen sechs Kandidaten gesehen. Keiner ist überzeugt davon, dass der Nahostkonflikt in naher Zukunft gelöst werden kann. Kai Bock und Harald Ebner sehen eines der Probleme darin, dass in Israel und Palästina schon lange keine Friedensverhandlungen mehr geführt werden. Die Wiederwahl Benjamin Netanjahus 2015 habe die Hoffnung auf eine friedliche Lösung weiter in die Ferne rücken lassen, ist Kai Bock überzeugt.

Laut Christian von Stetten ist Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten aktiv an Gesprächen zu einer friedlichen Lösung beteiligt. Stefan Thien wiederum sieht die Möglichkeiten Deutschlands, in dem Konflikt Entscheidendes zu ändern, als gering an. Er meint außerdem, dass Waffenexporte in Krisenländer nicht das grundsätzliche Problem seien, denn nicht die Waffe mache den Krieg.

Genauer geprüft werden müsse, wohin Waffen exportiert werden, schreibt Valentin Abel, und Annette Sawade erklärt, dass in dieser Legislaturperiode die strengste Rüstungskontrolle realisiert wurde, die es in Deutschland je gab.

Mehr Lehrer ausbilden

Groß war das Interesse der Jugendlichen beim Thema Bildung. Auch wenn Bildung Ländersache ist, haben sich die Politiker zu einer Frage von Max aus Schwäbisch Hall – „was wollen Sie gegen den Lehrermangel tun?“ –  geäußert. Annette Sawade schreibt, man müsse immer wieder an das Land Baden-Württemberg appellieren, keine Lehrerstellen zu streichen. Auch Christian von Stetten betont, es sei wichtig, sich an die zuständigen Landtagsabgeordneten zu wenden, damit die Landespolitik reagieren könne.

Bund und Länder müssen bei Bildungsthemen besser zusammenarbeiten, ist Kai Bock überzeugt. Als Hürde dafür führt er das sogenannte Kooperationsverbot an. Dieses sei ein Hindernis für gleiche und vergleichbare Bedingungen beim Lernen und Lehren. Valentin Abel wird bezüglich des Lehrermangels konkreter. Er sei für eine Abdeckung der erforderlichen Wochenstunden von mindestens 105 Prozent, um auch im Fall von Krankheit Fehlstunden vermeiden zu können.

Um mehr Lehrer an die Schulen zu bekommen, müssen wieder mehr junge Menschen für diesen Beruf begeistert werden können, ist Harald Ebner überzeugt. Besonders für Quereinsteiger müsse dieser vorübergehend attraktiv gestaltet werden. Laut Stefan Thien wird der Lehrermangel massiv zunehmen. Die Schuld sieht er bei der von der CDU geplanten Masseneinwanderung von Familienangehörigen von Flüchtlingen.

Am Sonntag ist es so weit: Der 19. Deutsche Bundestag wird gewählt. Nach wie vor hätten sich rund 40
Prozent der Wahlberechtigten nicht entschieden, wen sie wählen werden, ist die Einschätzung vieler Meinungsforscher. Wichtig ist, überhaupt seine Kreuzchen auf dem Stimmzettel zu machen. So hat man die Möglichkeit, die Politik in Deutschland mitzubestimmen. Es zählt am Ende jede
Stimme. Wählen gehen kann jeder, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat und am Wahlsonntag mindestens
18 Jahre alt ist. kv

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