Ein Sieger steht fest: die Briefwahl

Was für den Bund gilt, trifft auch in Hohenlohe zu: Deutlich mehr Bürger als 2013 nutzen die bequeme Variante, ihre Stimme abzugeben und meiden den Weg ins Wahllokal.

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Eine Briefwahlhelferin sortiert die roten Briefumschläge, die bereits für die Bundestagswahl eingegangen sind.  Foto: 

Der Deutschlandfunk meldet, dass etwa ein Viertel aller Wähler in drei Tagen, am Sonntag, 24. September, ihre Stimme bei der Bundestagswahl per Brief abgeben. So hoch sei der Anteil noch nie gewesen. An diesem Trend kommt auch Hohenlohe nicht vorbei. Das bestätigt eine kleine Umfrage, die unsere Zeitung  an die Großen Kreisstädte Schwäbisch Hall und Crailsheim, an die Städte Gaildorf und Ilshofen sowie an die Gemeinde Wallhausen gerichtet hat. In der Stadt Schwäbisch Hall wird wegen der Zunahme auch ein zusätzlicher Briefwahlbezirk eingerichtet; es sind am 24. September insgesamt drei.

Zum Stichtag am 18. September hatten in Schwäbisch Hall bereits 4799 Menschen den entsprechenden Antrag gestellt. Das sind 1075 mehr, als die Gesamtzahl der Briefwähler bei der Bundestagswahl 2013. Anders ausgedrückt: Das Plus liegt bei knapp 29 Prozent. Heuer werden in Hall 32 Helfer eingesetzt, welche die per Brief eingegangenen Voten auswerten, 2013  waren es 24 Briefwahlhelfer.

Mehr Arbeit für die Verwaltung

Die bequeme Variante des Wählens bedeutet aber mehr Arbeit für die Verwaltungen: „Das Bürgeramt muss jeden Antrag, der zum Beispiel per Post, persönlicher Vorsprache oder Internet eingeht, einzeln bearbeiten. Der Wahlschein muss ausgestellt, Briefwahlunterlagen müssen hinzugefügt und  versendet oder ausgehändigt werden“, schreibt Thorsten Hauck, der persönliche Referent des Haller OBs Hermann-Josef Pelgrim. Der zusätzliche Verwaltungsaufwand wird auch von allen anderen befragten Kommunen bestätigt. Der Ilshofener Hauptamtsleiter Klaus Blümlein verweist noch darauf, dass die Briefwahlanträge sowie die Wahlbriefe am Sonntag bei der Auszählung geprüft werden müssen.

Die Pressesprecherin der Stadt Crailsheim gibt die Zahl der Anträge auf Briefwahl zum 18. September mit 3163 an. Das sind 573 mehr als die Gesamtzahl bei der Wahl 2013 oder ein Plus von gut 22 Prozent. Folglich müssen statt 10 jetzt 13 Briefwahlhelfer eingesetzt werden. „Eine Erhöhung der Briefwahlbezirke ist für künftige Wahlen vorgesehen“, schreibt Pressesprecherin Monika Butz.

In Gaildorf liegt die Zunahme der Briefwähler bei 14,5 Prozent. Statt sechs werden sieben Helfer die Voten per Brief ermitteln.

Eine starke Zunahme ist in Ilshofen mit plus 41,2 Prozent zu registrieren. Statt 424 waren bei der Stadt zum 18. September bereits 599 Anträge eingegangen. Gleichwohl bleibt es bei einem Briefwahlvorstand. Zudem werde die Zahl der Briefwahlvorstände vom Kreiswahlleiter, also Landrat Gerhard Bauer, angeordnet.

Wallhausen liegt an der Spitze

Sieger in dieser kleinen Umfrage ist aber Wallhausen. Wie Jürgen Conrad vom Einwohnermeldeamt der Gemeinde mitteilt, waren bis 15. September bereits 329 Briefwahlanträge gestellt. 2013 lag die Gesamtzahl bei 226. Macht ein Plus von 45,6 Prozent. Es bleibt bei einem Briefwahlbezirk.

Statistische Auswertungen, wer Briefwahl beantragt, liegen Städten und Gemeinden nicht vor. „Die stärkste Gruppe ist die Generation 50 plus“ heißt es von der Stadt Gaildorf. Die Stadt Hall verortet die Briefwähler „quer durch alle Altersschichten“.

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