Zweisimmen macht mobil

Auch in den Bergen ist die Welt nicht immer in Ordnung. In Oberrots Schweizer Partnergemeinde Zweisimmen wehrt sich die Bevölkerung derzeit massiv gegen die Schließung ihres Krankenhauses.

|
Vorherige Inhalte
  • Das Krankenhaus in Zweisimmen ist eine wichtige Infrastruktureinrichtung für die Bergregion. Für das Spital in Oberrots Schweizer Partnergemeinde im Berner Oberland gibts vorläufig nur eine Bestandsgarantie bis 2014. Foto: Peter Lindau 1/3
    Das Krankenhaus in Zweisimmen ist eine wichtige Infrastruktureinrichtung für die Bergregion. Für das Spital in Oberrots Schweizer Partnergemeinde im Berner Oberland gibts vorläufig nur eine Bestandsgarantie bis 2014. Foto: Peter Lindau
  • In Zweisimmen ist zwar modernstes Gerät für Rettungs- und Verlegungsflüge verfügbar, doch nicht in ausreichender Zahl und auch nicht bei jeder Wetterlage. 2/3
    In Zweisimmen ist zwar modernstes Gerät für Rettungs- und Verlegungsflüge verfügbar, doch nicht in ausreichender Zahl und auch nicht bei jeder Wetterlage.
  • 3/3
Nächste Inhalte

Zweisimmen erfüllt im Oberen Simmental annähernd die gleiche Funktion wie das frühere Oberamt Gaildorf. Hier sind wichtige Einrichtungen zentralisiert, doch mehr und mehr sollen auch diese in Richtung größerer Städte verlagert werden. Jüngstes Beispiel dafür ist, ähnlich wie in Gaildorf das Kreiskrankenhaus, die beabsichtigte Schließung des Zweisimmener Spitals. In der "Simmentalzeitung" hat das Vorhaben schon vor Wochen eine Welle des Protestes ausgelöst. Mittlerweile haben die Verantwortlichen gemerkt, dass ihnen aus dem Simmental der Wind entgegen bläst. Eine erste Gegenreaktion mündete daher in dem vorläufigen Entschluss, das Spital in Zweisimmen auf jeden Fall bis zum Jahr 2014 zu erhalten und dafür eine kleinere Einheit im Nachbarort Saanen zum 1. November 2012 zu schließen.

Derzeit verfügen beide Kliniken über 155 Vollzeitstellen. Durch die Schließung in Saanen werde es in Saanen und in Zweisimmen "zu maximal 55 Kündigungen kommen, wobei bis zu 65 Personen betroffen sein könnten", berichtet die Simmentalzeitung in ihrer aktuellen Ausgabe.

Die Bevölkerung der Bergregion will sich ihre lokale Gesundheitsversorgung nicht zusammenstreichen lassen und formiert sich zum Protest. Für Freitag, 15. Juni, ist um 14.30 Uhr auf dem Rathausplatz in der Bundeshauptstadt Bern eine zentrale Demonstration pro Spitalversorgung Simmental-Saanenland geplant."Arbeitsplätze von 230 Spital-Mitarbeitern und unzählige Arbeitsplätze von im Umfeld betroffenen Betrieben sind gefährdet", argumentieren die Vertreter von acht Gemeinden und erklären: "Es droht eine im Kanton Bern einzigartige Versorgungslücke für 22 000 Bürgerinnen und Bürger und für unsere Feriengäste." Nicht zuletzt verliere eine ganze Region an Attraktivität. Würden beide Spitäler geschlossen, "wäre dies eine Diskriminierung der Region Simmental-Saanenland". Die Schweiz ist bekannt für ihre Basisdemokratie mit den entsprechenden Instrumenten, Bürgerwille schnell und unmittelbar durchsetzen zu können. Die Verantwortlichen in Bern werden sich daher am Freitag schon mal warm anziehen können.

Info Mehr zum Thema in der aktuellen Ausgabe der Simmentalzeitung im Internet unter der Adresse www.simmentalzeitung.ch

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Hörlebach: Mann stirbt in Autowrack

Der Mann hatte wohl einen 19-Jährigen übersehen. Dessen Beifahrerin und die beiden weiteren Insassen wurden leicht verletzt. weiter lesen