Zu wenig Wind, zu viele Konflikte

Als Vorranggebiet für Windkraftanlagen ist Gschwend offenbar nicht attraktiv. Laut Regionalverband ist kaum mit Investoren zu rechnen.

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"Wer sagen will, wo nicht gebaut werden soll, muss dafür sagen, wo gebaut werden darf." Thomas Eble, Direktor des Regionalverbands Ostwürttemberg, hat den Gschwender Gemeinderat am Montag in die Feinheiten der Regionalplanung eingeweiht. Mit der Novelle des Landesplanungsgesetzes zur Windenergie haben die Regionalverbände eine Menge zu tun gekriegt, und auch die Gemeinden müssen sich ernsthaft Gedanken machen, ob und wie sie den Bau der mittlerweile privilegierten Windkraftanlagen steuern können.

380 solcher Anlagen, erklärt Eble, gebe es derzeit in Baden-Württemberg. Bis zum Jahr 2020 sollen jährlich 120 bis 150 Anlagen hinzu kommen. Bisher wurden die Vorranggebiete von den Regionalplanern ausgewiesen, nun müssen die Kommunen selbst entscheiden, wie sie mit der neuen Situation umgehen wollen. Auf der sicheren Seite sind sie, wenn sie ihre Flächennutzungspläne ändern und verbindlich definieren, wo Windräder gebaut werden können und wo nicht.

Eine Empfehlung gibt Eble den Gschwendern nicht. Aber er kennt im Verbandsgebiet jede Menge Flächen, die für die Windkraft besser geeignet sind. Im Windatlas ist die Gemarkung Gschwend ein überwiegend weißer Fleck und an den wenigen Stellen, die für Windkraft geeignet wären, müsste man mindestens 140 Meter hoch bauen. Und wer trotzdem einen immissionsschutzrechtlichen Bauantrag stelle, so Eble, müsse zahlreiche Konflikte lösen, sich unter anderem mit dem Landschaftsschutz und dem Artenschutz auseinandersetzen. Gleichwohl macht Eble deutlich: "Im Planfall Null haben Sie die Windenergienutzung nicht im Griff."

Dass Gschwend für die Windkraftnutzung nicht sonderlich attraktiv ist, kann die Verwaltung indirekt bestätigen. Während in vielen Regionen des Landes mittlerweile von "Goldgräberstimmung" die Rede ist, gab es Bürgermeisterin Rosalinde Kottmann zufolge bisher noch keine einzige Anfrage. Ein Beschluss wurde nicht gefasst: Die Gemeinderäte nahmen Ebles Vortrag nach kurzer Diskussion zunächst einmal zur Kenntnis.

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