Würth-Gruppe engagiert sich für Flüchtlinge und stellt Akademie als Schulungszentrum bereit

Die Akademie soll zu einem Integrationszentrum werden, doch das ist noch nicht alles, wie sich die Würth-Gruppe ihr Engagement für Flüchtlinge vorstellt. Der Standort der Unterkunft steht noch nicht fest.

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Wo genau die Flüchtlingsunterkunft entstehen soll, von der Reinhold Würth vor einigen Tagen sprach, das verrät Helmut M. Jahn noch nicht - dafür versteht der Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Würth und ehemalige Hohenloher Landrat zu viel von Kommunalpolitik: Er möchte nicht, dass die Gemeinderäte den Standort aus der Zeitung erfahren. "Wir wollen uns mit dem Landkreis und den Kommunen eng abstimmen." Und doch kristallisiert sich langsam heraus, wie sich die Würth-Gruppe für Flüchtlinge engagieren wird.

Einerseits geht es um eine Liegenschaft des Konzerns in einer Kreisgemeinde, die das Unternehmen kostenlos als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung stellen wird, sofern der Landkreis das Gebäude für verwendbar ansieht. Jahn schätzt, dass dort etwa 50 Asylbewerber untergebracht werden könnten - es geht also nicht um eine große Fabrikhalle, aber auch nicht um eine kleine Wohnung. Das Umfeld werde durch die Zahl aber nicht überfordert, sagt der Alt-Landrat. An möglichen Umbauten werde sich das Unternehmen beteiligen, falls das notwendig sein sollte.

Mit dieser humanitären Soforthilfe soll es aber nicht getan sein, erklärt Jahn. Das Unternehmen werde auch einen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge leisten: Das Gebäude, in dem aktuell noch die Akademie Würth untergebracht ist, wird künftig als Schulungszentrum für Asylbewerber genutzt. Sprach- und Integrationskurse sollen dort abgehalten werden, aber auch berufsvorbereitende Angebote. Zum Jahreswechsel zieht die Weiterbildungseinrichtung des Konzerns für Kunden und Mitarbeiter in die neue Verkaufsniederlassung an der B 19.

Für die Finanzierung des laufenden Betriebs sei die halbe Million Euro gedacht, die Reinhold Würth spenden möchte. Auf diese Weise möchte sich das Unternehmen an der Aufgabe beteiligen, die auf die Gesellschaft zukommt: denjenigen, die hierbleiben dürfen, Wege in die Arbeitswelt zu schaffen. Die Seminarräume im Akademiegebäude, das auf dem Gaisbacher Würth-Campus steht, sind für solche Angebote gut geeignet. Würth werde nicht als Träger des Integrationszentrums auftreten, sondern der Landkreis, so Jahn. Die Akademie werde man dem Kreis aber kostenlos überlassen. Das Angebot ist überbetrieblich und branchenübergreifend gedacht: "Ich könnte mir vorstellen, dass da Bäcker und Metzger Arbeitskräfte finden", so Jahn. Berufsgruppen also, die sich schwertun mit der Suche nach Nachwuchs.

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Neue Räume für Akademie

Die Akademie Würth war früher eine der guten Stuben des Unternehmens in Gaisbach. Neben Seminaren für Mitarbeiter und Kunden gab es dort Kulturveranstaltungen, auch die Bilanzpressekonferenz der Würth-Gruppe fand dort regelmäßig statt. Der Gebäudekomplex am nördlichen Ende des Würth-Areals liegt außerhalb des Betriebsgeländes an der Schliffenstraße. Ab 2016 bekommt die Akademie neue Räume.

SWP

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