Wie das Leben der Frauen auf dem Land ablief

Das Frauenleben auf dem Land im Wandel der vergangenen Jahrzehnte ist das Thema einer Ausstellung im Dorfmuseum von Horlachen.

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Das Leben der Bäuerinnen war von harter Arbeit geprägt. Archivfoto  Foto: 

Bei der Einführungsveranstaltung im April waren Geschichten und Gedichte von und über Frauen vorgetragen worden. Am nächsten Sonntag, 6. September, möchte Erwin Holzwarth um 15.30 Uhr das Thema wieder aufgreifen und weiterentwickeln. Holzwarth geht der Frage nach, was Frauen auf dem Land in ihrer Biografie in besonderer Weise geprägt hat. Dabei kommen die gemeinsam arbeitende Haushaltsfamilie und die dörfliche Ordnung mit ihren Sitten und Gebräuchen in den Blick. Ebenso wichtig sind die Prägungen, die durch die Erziehung zu einem bestimmten Frauenbild entstanden sind. Bei dieser Erziehung zur Weiblichkeit hatte die Selbstverwirklichung der Frau damals keinen Platz. Zu dienen, geduldig, sanftmütig, nachgiebig und gehorsam gegenüber dem Mann zu sein, waren die Tugenden, die eingeübt wurden.

Das Frauenleben auf dem Land für einen Zeitraum von über 100 Jahren in einer Ausstellung darzustellen, sei eine Herausforderung, heißt es vom Museum. Eine Orientierung an weiblichen Lebensläufen sei dabei sehr hilfreich. Übergangssituationen in der Biografie wie die Konfirmation, die Hochzeit oder die Hofübergabe seien sehr markante Ereignisse. Viele Bedingungen und Hintergründe seien nur schwer darstellbar. Über Lebenserzählungen könne am besten erschlossen werden, wie die Frauen die Zeit selbst erlebten. Erziehungsbücher wie "Maria und Martha", ein "Buch für Jungfrauen" von Prälat Weitprecht (1890) und Henriette Davidis in vielen Auflagen erschienenes Buch "Der Beruf der Jungfrau" (1856) hätten die Vorstellung von Weiblichkeit geprägt. Auch die Kirchen und religiöse Vorstellungen hätten zu diesem selbstaufopfernden Frauenbild beigetragen. Eine männerorientierte Bibelauslegung war die Grundlage dafür. Ein solches Frauenbild hätte ganze Frauengenerationen geprägt und wirke auch noch im 21. Jahrhundert nach.

Dem Vortrag von Erwin Holzwarth am 6. September folgt die Veranstaltung am 4. Oktober. Dann liest Edith Wannags aus ihrem Buch "Pfauenmagd und Hirtenschuster".

Info Das Museum in der Dorfmitte von Horlachen ist am Sonntag, 6. September, von 14-17 Uhr geöffnet. Wie immer kann der Museumsbesuch mit einem Sonntagskaffee und Kuchen verbunden werden.

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