Von Luftrettungsstation in Sinbronn profitiert auch der Landkreis Schwäbisch Hall

Die Notfallversorgung im Landkreis Schwäbisch Hall verbessert sich von morgen an erheblich. Dank der neuen Luftrettungsstation in Dinkelsbühl-Sinbronn sind Retter nun deutlich schneller am Einsatzort.

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"Das lange Warten hat ein Ende - Christoph 65 ist gelandet", sagte Angela von Nippold, Leiterin Außenkontakte und Netzwerk der ADAC-Luftrettung, vorgestern bei der offiziellen Einweihung der neuen Luftrettungsstation in Dinkelsbühl-Sinbronn. Damit wurde endlich eine Versorgungslücke für die Region Mittelfranken/nordwestliches Schwaben geschlossen, die eine Bedarfsanalyse 2009 ans Licht gebracht hatte. "Der weiße Fleck ist nicht mehr, wir haben jetzt einen gelben Fleck", freute sich Dinkelsbühls Bürgermeister Paul Beitzer über die verbesserte Notfallversorgung. Und Alois Lachner, Ministerialdirigent im bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, betonte, dass das Luftrettungsnetz mit der 15. Luftrettungsstation in Bayern jetzt noch engmaschiger sei.

Doch nicht nur dieses Bundesland profitiert von der neuen Station, sondern auch Baden-Württemberg, vor allem die Ostalb und Hohenlohe. "Für den Landkreis Schwäbisch Hall war das eine wichtige Entscheidung", erklärte Kreisbrandmeister Werner Vogel gegenüber dem HT. "Der Standort Sinbronn schließt auch bei uns eine große Lücke in der Notfallversorgung. Das stellt für die Bevölkerung eine erhebliche Verbesserung dar." Bisher wurde der Kreis Hall von Rettungshubschraubern beispielsweise aus Leonberg, Ochsenfurt, Nürnberg oder Ulm abgedeckt. Wenn nun ein Notfall gemeldet wird, ist der Hubschrauber aus Dinkelsbühl deutlich schneller vor Ort, wie Thomas Burkhardt, ADAC-Vizepräsident für Technik, bestätigt. "Im Regelfall ist er dann in zehn Minuten nach der Alarmierung beim Patienten. Vorher hat das etwa 10 bis 20 Minuten länger gedauert."

Für Burkhardt war die Inbetriebnahme der Station in Sinbronn in zweifacher Hinsicht etwas Besonderes. Zum einen, weil es nicht mehr so oft vorkomme, dass eine komplett neue Station eingeweiht werde, in die "alle Erfahrungswerte aus den 36 anderen ADAC-Luftrettungsstationen" eingebracht haben. Zum anderen, weil Burkhardt in Schwäbisch Hall geboren ist und - auch wenn er in Heilbronn aufgewachsen ist, in Bremen und München lebt - noch immer familiäre und freundschaftliche Kontakte im Landkreis Hall pflegt. Es sei eine bewusste und zukunftsweisende Entscheidung gewesen, mit der Luftrettungsstation nicht in einen Ballungsraum, sondern in eine ländliche Region zu gehen - ganz nah beim Patienten, wie es Burkhardt formulierte. Der Slogan der ADAC-Luftrettung - "Gegen die Zeit und für das Leben" - gelte von nun an auch hier in der Region.

Fakten zur Luftrettungsstation in Sinbronn und zu Christoph 65

Träger und Bauherr der ADAC-Luftrettungsstation in Sinbronn ist der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Ansbach, dessen Vorsitzender der Ansbacher Landrat Dr. Jürgen Ludwig ist. Betreiber ist die ADAC-Luftrettung gGmbH.

Die Station mit einer Nettonutzfläche von 761 Quadratmetern (Rettungswache inklusive Hangar) kostete vier Millionen Euro. Die Gesamtgrundstücksfläche in der Nähe des Flugplatzes Sinbronn beträgt 7500 Quadratmeter, der Landeplatz ist rund 419 Quadratmeter groß.

Die Anschaffungskosten für den neuen Hubschrauber Christoph 65 - einen Eurocopter 135 P2 - belaufen sich auf etwa 5,5 Millionen Euro. Der Helikopter hat eine maximale Reichweite von 645 Kilometern. Der Einsatzradius wird mit etwa 60 Kilometern angegeben.

Die Crew setzt sich zusammen aus einem Piloten, einem Rettungsassistenten und einem Notarzt, sie wird von einem Luftraumbeobachter unterstützt. Insgesamt gibt es in Sinbronn drei Piloten (ADAC-Luftrettung gGmbH), sechs Rettungsassistenten (Kooperation mit Kreisverband Ansbach des Bayerischen Roten Kreuzes) und 14 Notärzte (Fachärzte für Anästhesiologie; Kooperation mit ANregiomed gKU, Klinikum Altmühlfranken und Ärztliche Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) Bereich Ansbach).

Der Hubschrauber ist 120 Sekunden nach Alarmierung einsatzbereit, kann maximal dreieinhalb Stunden am Stück fliegen. Er wird koordiniert von der integrierten Leitstelle in Ansbach. Die Einsatzbereitschaft läuft von 7 Uhr bis Sonnenuntergang. Von bayernweit 15 Luftrettungsstationen - neben dem ADAC gibt es noch die DRF-Luftrettung- arbeiten nur München, Nürnberg und Regensburg auch nachts. Die Station Sinbronn - bundesweit die 37. ADAC-Luftrettungsstation - könnte ebenfalls für den 24-Stunden-Betrieb aktiviert werden. Sie sei dafür vorbereitet, erklärte Ludwig.

JOM

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