Von Anfang an gut angenommen

Der Mittelbronner Bauernmarkt hat sich zu einem echten Geheimtipp entwickelt. Besucher aus der gesamten Region wissen die Auswahl an frischem Obst und Gemüse, Kunst und Handwerk zu schätzen.

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Der Parkplatz beim schmucken Dorfhaus in Mittelbronn auf der Frickenhofer Höhe ist voll belegt. Das ist ein gutes Zeichen, denn dann haben wieder viele Leute den Weg zum Bauernmarkt im kleinen Gschwender Teilort gefunden. So wie am letzten Samstag im August, als Kunden und auch Urlauber, die zufällig unterwegs waren, an den Marktständen einkauften. "Es ist immer der letzte Samstag im Monat, das weiß ich schon, da brauch' ich gar nicht auf den Kalender schauen", sagt eine Käuferin. Eine andere ergänzt, dass der Bauernmarkt von März bis November, also neunmal im Jahr stattfindet. Sie kaufen dort Beeren, Kernobst und Gemüse, immer frisch und für den Transport der Kartoffeln haben sie ihre Ehemänner mitgenommen, die sich, während ihre Frauen weiter einkaufen, im Dorfhaus ein Weißwurstfrühstück genehmigen.

Die Dorfgemeinschaft hat dort die Bewirtung übernommen und bietet selbstgebackene Kuchen an, die für die sonntägliche Kaffeetafel auch mitgenommen werden können. Das Dorfhaus mit seiner gemütlichen Atmosphäre und der herrlichen Aussicht ins Kochertal scheint ein beliebter Treffpunkt zu sein. "Heute sind beispielsweise wieder Gäste aus Iggingen, aus Gschwend und Gaildorf hier", erklärt Peter Maier, Schriftführer der Dorfgemeinschaft, und umreißt damit das Einzugsgebiet des Bauernmarkts. Sie alle genießen die Geselligkeit und Unterhaltung an diesem Samstagvormittag.

Seit im Jahr 2000 das Dorfhaus bezogen wurde, haben dort auch die Mittelbronner Vereine ihren Treffpunkt für Versammlungen und Übungsabende. Auch kulturelle Veranstaltungen wie etwa Buchlesungen finden statt, und am Montagnachmittag trifft sich die Kindergruppe zu Spiel und Spaß. Mit dabei sind die Ortsgruppe des DRK, der Gesangverein und selbstverständlich die Landfrauen.

Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Norbert Hinderberger, freut sich, dass der Bauernmarkt von Anfang an so gut angenommen wurde und sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat. Staunen lässt das Angebot von Petra Grau, die neben hübsch geflochtenen Zwiebelzöpfen, Kartoffeln, Birnen und Gemüse auch zuckersüße Melonen anzubieten hat. Wiederholt muss sie bestätigen, dass sie diese Südfrucht tatsächlich auf ihrem Acker in Wimberg angebaut hat. Rasch wandert die fruchtige Kugel in den Korb, es gibt an heißen Sommertagen nichts Erfrischenderes. Dazu gibt es von der freundlichen Bäuerin außerdem noch ein Stück selbst gemachte Butter. Wie köstlich sie wohl schmecken mag zum frisch gebackenen Bauernbrot von nebenan.

Auch Wurst und Käse, Schnaps, Liköre und selbst gemachte Marmeladen locken zum Kauf. Der Renner aber sind Salzkuchen, die in einem mobilen Holzbackofen frisch gebacken werden. Aber nicht nur Handfestes umfasst das Angebot, auch Schmuck und Kunstwerke aus Filz laden zum Aussuchen ein. Herbstliche Dekorationen für die Wohnung können ebenfalls erstanden werden.

Info Nächster Bauernmarkt ist am 26. September von 9.30 bis 11.30 Uhr.

Mittelbronner Bauernmarkt: Geschichte und Hintergründe

Ursprung Dass es überhaupt einen Bauernmarkt gibt, hat Mittelbronn der Europäischen Union zu verdanken, denn nach Auskunft des Vorsitzenden war die Vermarktung regionaler Produkte eine Auflage, um in den Genuss von EU-Fördermitteln für den Bau des Dorfhauses zu kommen. Ansonsten war aber auch viel Eigenleistung der Mittelbronner Bevölkerung vonnöten. Für die Marktbeschicker fällt keine Standgebühr an, und auch sonst sind die Voraussetzungen sehr formlos. Jeder der etwas anzubieten hat, kann sich dazustellen. Das kommt auch Kindern entgegen, die zur Finanzierung ihrer Projekte dort selbst gemachte Bastelarbeiten verkaufen können.

Angebot Das Angebot sollte selbst erzeugt sein und grundsätzlich "alles was der Garten oder Acker hergibt" umfassen, erklärt Peter Maier, der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Horlachen. Die Dorfgemeinschaft will am Umsatz der Marktbeschicker nicht mitverdienen. Sie erhält den Erlös aus der ehrenamtlichen Bewirtung der Gäste. Das Geld wird für Einrichtungen verwendet, von der die gesamte Gemeinschaft profitiert. So wurde erst vor kurzem der Parkettboden des Dorfhauses abgeschliffen und vor längerer Zeit wurde ein Dorfbrunnen angelegt. Für die rührige Mittelbronner Dorfgemeinschaft gibt es immer etwas zu tun.

SWP

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