Vier Rotoren für die Bürger - Investition von 20 Millionen Euro geplant

Der "Bürgerwindpark Virngrund" nimmt Gestalt an: Die Stadtwerke Ellwangen haben die Unterlagen für vier Windräder zwischen Hinterlengenberg und Hinterbrand beim Landratsamt eingereicht.

|

Anders als im benachbarten Leinenfirst wurden im Vorfeld keine Bedenken von Anliegern bekannt. Im Ausschuss für Bau-, Umwelt- und Verkehrsangelegenheiten teilte Bürgermeister Volker Grab mit, dass in Hinterlengenberg eine Informationsveranstaltung stattgefunden habe.

Die ersten Häuser dort sind ungefähr 850 Meter von einem der geplanten Windräder mit gut 200 Metern Höhe entfernt. Die Versammlung sei überaus sachlich verlaufen, die Bürger hätten keine Einwände gegen die Anlagen vorgebracht.

Wichtiger Aspekt sei für viele die Gestaltung als Bürgerwindpark, an dem sich jeder finanziell beteiligen könne. Ein wichtiges Argument, das es dem Landkreis auch leichter machte, die Flächen der Hospitalstiftung für drei der Windräder zu verpachten.

Die Finanzierung des Windparks war weder im Ortschaftsrat Schrezheim noch im Bauausschuss Thema. Es wurde lediglich mitgeteilt, dass sich die Energiegenossenschaft Virngrund am Windpark beteiligen will. Über die Energiegenossenschaft können auch Kleininvestoren an Gewinnen des Windparks teilhaben. Ein Mitglied kann sich derzeit mit bis zu 20.000 Euro beteiligen. Möglicherweise wird die Obergrenze in nächster Zeit aber noch angehoben.

Klar ist indes, dass die Energiegenossenschaft und die Stadtwerke nicht genügend Kapital haben, um alle vier Windräder selbst zu finanzieren. Die Ellwanger Stadtwerke werden das Geschäft mit der Windenergie in eine Tochtergesellschaft ausgliedern, an der sie 50,1 Prozent halten wollen, teilte Geschäftsführer Willi Gresser mit.

Bei geschätzten Kosten von 20 Millionen Euro für vier Windräder und einer erforderlichen Eigenkapitalquote von 30 Prozent müsste die Betreibergesellschaft sechs Millionen Euro aufbringen. Drei Millionen Euro wären also der 50-Prozent-Anteil der Stadtwerke. Weitere Investoren wären dann die Energiegenossenschaft oder auch Privatpersonen, die mit einer größeren Summe direkt einsteigen wollen. Auch eine Beteiligung der ODR, die bereits eine Sperrminorität an den Stadtwerken Ellwangen besitzt, ist vorstellbar.

Eine Beteiligung der Banken über spezielle Wind-Fonds, die Virngrundgemeinden als Gesellschafter, etwa Rosenberg, auf deren Markung eines der vier Windräder gebaut werden soll, vieles ist denkbar und vielleicht kommen ja noch ganz andere Ideen, wie man die Bürger an der Windkrafterzeugung beteiligen kann.

Falls die Millionen nicht so schnell zusammenkommen, könne man auch erst einmal mit einem oder zwei Windrädern beginnen, meint Gresser. Vieles hängt zunächst von den Entscheidungen in Berlin und Brüssel ab. Denn eines ist klar: Nur wenn nach der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Windenergieerzeugung profitabel bleibt, wird überhaupt gebaut.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Eine schleichende Entwertung

Um Fleisch zu Sonderpreisen wird heftig diskutiert. Eine Ausstellung in Bad Mergentheim zeigt, wie kreativ unsere Vorfahren Fleisch auf ihren Speisezettel brachten. weiter lesen