Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg: 60 Kilogramm Munitionsschrott gefunden

Die Sanierung des Straßenabschnitts zwischen Bahnhofsiedlung und Waldenburg gestaltet sich aufwändiger als erwartet. Einzelne Arbeitsschritte werden vom Kampfmittelbeseitigungsdienst überwacht.

|
Granatenreste aus dem Zweiten Weltkrieg wurden bei der Sanierung entdeckt. Waldenburg war 1945 von der US-Army bombardiert worden.  Foto: 

"Es sieht aus wie ein normales Stück Schrott. Man würde nie vermuten, dass das ein Splitter von einer Phosphorgranate ist", erklärt Kai Seitzinger. Der Mann beaufsichtigt für das Land die Sanierung der 1,5 Kilometer langen Landesstraße 1046, die nach Waldenburg führt.

Dort hat ein privater Kampfmittelräumdienst inzwischen 60 Kilogramm Munitionsschrott gefunden. Also Teile, die von Spreng-, Blend-, Nebel- und Phosphorgranaten aus dem Zweiten Weltkrieg stammen, sagt Markus Metz, stellvertretender Leiter des Baureferats Nord beim Regierungspräsidium Stuttgart. Die Munitionsreste seien zum Teil noch mit Phosphor behaftet und nicht komplett ausgebrannt. So hat Seitzinger schon beobachtet, wie die geborgenen Reste an der Oberfläche brannten.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst habe Fotos, die die Luftangriffe der Amerikaner dokumentieren, berichtet Metz. Für die Landesstraße habe die Behörde aber keine Bombenabwürfe gemeldet. Von der Interessengemeinschaft Muna hätten die Männer erfahren, dass die Straße vor der Spitzkehre bei Hohenau im Zweiten Weltkrieg zwei Mal gesprengt worden sei. "Augenscheinlich konnten wir das aber noch nicht feststellen", sagt Manfred Rauschenbach. Er ist Leiter des Projekts und arbeitet für das Regierungspräsidium Stuttgart.

Zirka sechs Wochen war ein Kampfmittelbeseitiger auf der kompletten Strecke im Einsatz und hat mit einem Detektor nach Metallstücken gesucht. Mit blauen Fähnchen hat er markiert, wo sich möglicherweise Munitionsschrott befindet. Bei 80 Prozent handle es sich aber um normalen landwirtschaftlichen Schrott oder um Schrauben oder ähnliches, erklärt Rauschenbach.

Dort, wo möglicherweise Munitionsschrott liegt, kontrolliert der Kampfmittelbeseitiger Baggerbiss um Baggerbiss. Rund 40000 Euro kostet die Entsorgung der Reste aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Gesamtkosten von rund zwei Millionen Euro steigen trotzdem nicht an.

Die Kontrollen verlangsamen das Arbeiten etwas. Die Straße soll ab 26. September fertig sein.

Die alte Straße war vor allem deshalb in schlechtem Zustand, weil das Entwässerungssystem nicht funktioniert hat, berichtet Metz. Meist gab es nur Querungen, also Rohre, die das Wasser unter der Straße durchleiteten. Jetzt bauen die Männer 33 neue Schächte, damit das Wasser geregelt abfließt.

An den meisten Stellen bleibt die Straße genauso breit wie zuvor. An der Kurve bei der Abzweigung zur Hohenau wird sie jedoch 9,50 Meter und damit einen Meter breiter als vorher, erklärt Rauschenbach.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gericht: Verurteilung wegen Volksverhetzung

Das Amtsgericht verurteilt einen Ordner wegen ausländerfeindlichen Äußerungen. Der 57-Jährige bestreitet die Vorwürfe. weiter lesen