Tourismus im Aufwind

Der Tourismus in der Landeshauptstadt ist weiter im Aufwind: Im ersten Halbjahr 2012 wurden mehr als 1,46 Millionen Übernachtungen registriert - ein Plus von 8,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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  • Die Grafik zeigt den Übernachtungstourismus in Stuttgart im ersten Halbjahr von 1992 bis heute auf. Grafik: Statistisches Amt Stuttgart 1/2
    Die Grafik zeigt den Übernachtungstourismus in Stuttgart im ersten Halbjahr von 1992 bis heute auf. Grafik: Statistisches Amt Stuttgart
  • Die Bettenauslastung in den Stuttgarter Hotels hat sich von 42,6 auf 45,7 Prozent erhöht. Foto: Archiv 2/2
    Die Bettenauslastung in den Stuttgarter Hotels hat sich von 42,6 auf 45,7 Prozent erhöht. Foto: Archiv
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Die Auswertung der Beherbergungsstatistik durch das Statistische Amt der Stadt Stuttgart hat zum Stichtag am 30. Juni erneut Rekordwerte ergeben. So wurden in den Stuttgarter Übernachtungsbetrieben im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 799 438 Gäste und 1 462 896 Übernachtungen registriert - ein Zuwachs von 8,9 beziehungsweise 8,4 Prozent im Vorjahresvergleich. Einen noch höheren Zuwachs gab es in der Region Stuttgart, wo im ersten Halbjahr 3 549 655 Übernachtungen (plus 9,7 Prozent) verzeichnet wurden. Damit liegt die Region Stuttgart deutlich über der Entwicklung in Baden-Württemberg, wo insgesamt ein Plus von 6,5 Prozent erreicht wurde.

Zum Jahresende 2012 dürfte sich die Anzahl der Übernachtungen in Stuttgart dann bei mehr als drei Millionen, der Zuwachs im Vorjahresvergleich bei etwa fünf Prozent eingependelt haben, so die Prognose der Statistiker.

Armin Dellnitz, der Geschäftsführer der Stuttgart-Marketing GmbH, betonte, Stuttgart liege im Hinblick auf die neuerlichen Zuwächse ganz klar auf Augenhöhe mit anderen touristischen Hochburgen in Deutschland wie Berlin, München, Hamburg, Düsseldorf oder Nürnberg. Das Übernachtungsangebot in Stuttgart stieg im Vorjahresvergleich nur leicht um ein Prozent auf nun 17 759 Gästebetten in 172 Stuttgarter Betrieben an, die Bettenauslastung erhöhte sich demzufolge von 42,6 auf 45,7 Prozent. Besonders beliebt waren auch in diesem Jahr wieder die einfacher ausgestatteten Hotel-garni-Betriebe, die mit einem Zuwachs von 67 450 Übernachtungen ein überdurchschnittliches Plus von 16,8 Prozent verzeichnen konnten - bedingt durch die Eröffnung mehrerer Low-Budget-Betriebe mit 540 zusätzlichen Betten. Von der Neueröffnung der Jugendherberge im Neckarpark profitierte zudem das Segment der Jugendherbergen/Hostels, das mit plus 14 122 Übernachtungen ebenfalls einen deutlichen Anstieg um 19 Prozent aufweisen konnte.

Erstmals seit der Fußball-WM 2006 wurde im ersten Halbjahr 2012 erneut die "magische Grenze" von 400 000 Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland überschritten. Mit insgesamt 402 419 Übernachtungen wurde hierbei sogar ein neuer Rekord aufgestellt. Das Verhältnis der Übernachtungen aus dem In- und Ausland lag in den ersten sechs Monaten des Jahres etwa bei 73 zu 27 Prozent. Den größten Anteil der ausländischen Gäste stellen nach wie vor Reisende aus den USA, auch wenn die Zahl der Übernachtungen seit dem letzten Jahr von 76 416 auf 59 686 sank. Dies sei aber nicht auf eine gesunkene Gästezahl, sondern auf den Rückgang der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 3,8 auf 2,9 Tage zurückzuführen, so Dellnitz. Den größten Zuwachs verzeichnete Stuttgart bei Gästen aus China, die um 40 Prozent auf 20 610 Übernachtungen zulegten. China ist damit mittlerweile zum fünftwichtigsten Auslandsmarkt aufgestiegen. Weitere wichtige Auslandsmärkte für den Tourismus in Stuttgart und der Region waren wie schon in den Jahren zuvor die Schweiz, Frankreich und Österreich, gefolgt von Indien, Großbritannien und Italien.

Doch trotz all der positiven Zuwachszahlen fand Stuttgarts Tourismus-Chef auch kritische Worte. Dellnitz mahnte, die Abhängigkeit vom Tourismus der Geschäftsreisenden - der Schätzungen zufolge etwa 70 Prozent aller Übernachtungen ausmacht - sei im Hinblick auf die steten Schwankungen in der Wirtschaft nach wie vor sehr groß. "Da müssen wir Lösungen erarbeiten." Ziel müsse es sein, Geschäftsreisende über das städtische Tourismus-Marketing so anzusprechen, dass diese auch als Privatreisende wieder nach Stuttgart kommen. "Wir haben eine Million Geschäftsreisende im Jahr bei uns zu Gast. Die dürfen wir nicht einfach so wieder wegfahren lassen", betonte Dellnitz. Darüber hinaus sollen aber auch die klassischen Städtereisenden mit individuelleren und familienfreundlicheren Angeboten verstärkt angelockt werden. "Unser Ziel ist es, in den nächsten fünf bis sieben Jahren die Zahl der Übernachtungen in Stuttgart von jährlich drei Millionen auf 3,5 Millionen und in der Gesamtregion von sieben auf 8,5 Millionen zu steigern", so Dellnitz. Parallel dazu soll im gleichen Zeitraum der Anteil der Privatreisenden von 30 auf 40 Prozent gesteigert werden. Hierzu sollen vor allem die Wochenenden und die Ferienzeit, wo derzeit noch viele freie Kapazitäten in Stuttgart verfügbar sind, stärker touristisch frequentiert werden. Auf diesem Weg soll auch die Auslastung der Hotels gleichmäßiger verteilt werden.

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