Schwierig für Züchter

Volles Haus bei der Hauptversammlung der Unabhängigen Erzeugergenossenschaft Hohenlohe-Franken: Die Kosten für Futter und Energie stiegen. Aber: Die 100-Millionen-Euro-Umsatzgrenze wurde erreicht.

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Auf der Hauptversammlung der Unabhängigen Erzeugergenossenschaft für Qualitätsferkel und Qualitätsschlachttiere Hohenlohe-Franken (UEG) in Niederstetten berichteten die Verantwortlichen von einem wirtschaftlich schwierigen Jahr für die Schweinehalter. Die gestiegenen Futter- und Energiekosten würden die Ertragslage belasten, hieß es.

Der Vorsitzende der UEG Schlachttiere, Matthias Frieß, schilderte die schwierige Lage der Schweinehalter. Trotz leicht gestiegener Schweinepreise 2011 wurden keine wirtschaftlich zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt. Vor allem die schlechte Getreideernte und die damit gestiegenen Futterkosten ließen keine Kostendeckung in der Schweinehaltung zu. Zudem seien in den letzten Jahren auch die "sonstigen Kosten" enorm gestiegen, besonders bei der Energie. Diese Kostensteigerungen hätten nicht an den Fleischmarkt weitergegeben werden können. So sehen sich Ferkelerzeuger, die im letzten Jahr sogar Preisrückgänge verkraften mussten, nicht mehr in der Lage, die Produktion zu halten.

Landesweit ging die Ferkelproduktion 2011 um sieben Prozent zurück. In Baden-Württemberg werden nur noch 210 000 Zuchtsauen gehalten. Es ist zu erwarten, dass die Produktion unter 200 000 Tiere sinken wird. So wenige Zuchtsauen wurden seit 1960 nicht mehr im Südwesten gezählt. Frieß riet daher jedem Schweinemäster, eine Partnerschaft zu einem Ferkelerzeuger der UEG zu suchen, um langfristig Ferkel aus der Region zu bekommen.

Der Vorsitzende der UEG Ferkel, Gerhard Wüstner aus Ilshofen-Gaugshausen ermutigte seine Mitglieder, die Flinte nicht ins Korn zu werfen. Nach fünf schwierigen Jahren sei in Zukunft mit besseren wirtschaftlichen Erträgen aus der Ferkelerzeugung zu rechnen. Er appellierte an die Veterinäre und sonstigen Kontrollbeamten, eine "sach- und tierschutzbezogene Begutachtung" der Höfe vorzunehmen. Eine Kontrolle nach Zentimetermessung und Papiervorgaben garantiere bei Weitem nicht den angestrebten Tierschutz, den die neue Tierhaltungsverordnung vorsehe. Darum müsse es aber gehen, denn kein Landwirt stelle sich gegen Maßnahmen, die dem Tierschutz dienten.

UEG-Geschäftsführer Herbert Klein berichtete über die Marktverhältnisse und Umsatzzahlen 2011. Erstmals seit Jahren gab es keine Erweiterung der Tierstückzahlen. Viele Betriebsaufgaben konnte die UEG durch den Zugang von Neumitgliedern ausgleichen. Insgesamt vermarktete die UEG 1,061 Millionen Tiere. Der Umsatz in der UEG-Gruppe überstieg mit 101,4 Millionen Euro erstmals in der Geschichte die 100-Millionen-Euro-Grenze. Die Steigerung des Umsatzes begründe sich auf Steigerungen bei den Schlachtschweinen von 2,6 Millionen Euro und Organisationen, an der die UEG beteiligt sei. Der "Rindviehbereich" habe sich positiv entwickelt. Hier war die UEG eine Partnerschaft mit der UEG Ostalb eingegangen. Dies hatte eine Steigerung von Tierzahlen und Umsatz um 0,5 Millionen Euro zur Folge.

Auch der Umsatz der Hohenloher Fleisch- und Wurstwaren (Sitz in Forchtenberg) steigerte sich um eine halbe Million Euro.

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