Nostalgie mit Gänsehaut-Feeling

Zu einem großartigen Erfolg geriet das Konzert "Pop und Poesie" der beiden Chöre "Red Valleys" aus Oberrot und "Bass und Töne" aus Fichtenberg. Der Zustrom der Besucher war überwältigend.

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  • Die "Red Valleys" aus Oberrot beim "Will you be There" von Michael Jackson. Fotos: Andreas Balko 1/3
    Die "Red Valleys" aus Oberrot beim "Will you be There" von Michael Jackson. Fotos: Andreas Balko
  • "Bass und Töne" aus Fichtenberg unter der Leitung von Joachim Bass ließen mit ihrer Interpretation bekannter Popsongs die Zuhörer in Erinnerungen schwelgen. 2/3
    "Bass und Töne" aus Fichtenberg unter der Leitung von Joachim Bass ließen mit ihrer Interpretation bekannter Popsongs die Zuhörer in Erinnerungen schwelgen.
  • Isolde Holzmanns umjubelter Auftritt als Gastsolistin des Abends. 3/3
    Isolde Holzmanns umjubelter Auftritt als Gastsolistin des Abends.
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Ständig mussten neue Stühle herangeschafft werden, um den vielen Gästen des Konzerts in der Kultur- und Festhalle in Oberrot eine Sitzgelegenheit zu bieten. Aber nicht nur von den Besucherzahlen her gesehen war das Projekt der beiden Chöre "Red Valleys" und "Bass und Töne" außerordentlich erfolgreich. Die Ensembles schafften es, das Publikum mit ihren Darbietungen mitzureißen und zu begeistern. Schon nach den ersten vier Liedern ertönten "Zugabe"-Rufe.

Das Grundprinzip des Konzerts bestand darin, dass die Texte der Popsongs in deutscher Sprache von Moderatoren rezitiert wurden. Ausdrucksstark meisterten diese Aufgabe Axel Eichenberg aus der Frankfurter Gegend und Sabine Bölz vom Gaildorfer Kieselberg. Beide verfügen über eine professionelle Stimmausbildung. Die Übersetzungen der Texte hatte Andrea Müller gestemmt.

Nach der Textrezitation erklangen die Lieder in authentisch-zeitgemäßen Arrangements. Begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger von einer dreiköpfigen Band. Für die Percussion sorgte überzeugend Philipp Köger am Schlagzeug, der kurzfristig für den erkrankten Maik Schmelcher eingesprungen war und sich nie in den Vordergrund spielte. Hartmut Schreiber - bekannt als begabter Blechbläser im kirchlichen Bereich - demonstrierte, dass er auch ein großes Potenzial als Pianist hat. Und schließlich faszinierte Markus Büttner mit seinem virtuosen Spiel an der Akustik- und E-Gitarre.

Die Idee zu der Veranstaltung stammt von Joachim Bass, der beide Chöre leitet und - durchaus auch mit Humor - durch den Abend führte. Dabei erläuterte Bass die Zeitgeschichte der Popsongs und deren Entstehung. Doch was hat Bass zu dem außergewöhnlichen Projekt, frei nach dem erfolgreichen SWR-Konzept, motiviert?

In den 1950er-Jahren begann die Geschichte der Popmusik. Mittlerweile strömen drei Generationen zu den Konzerten der Rockopas. Bass und seine Mitstreiter wollten dem Phänomen nachspüren und sich gründlich mit den Songs auseinandersetzen. "Was haben wir damals eigentlich mitgesungen und mitgegrölt?", fragte Bass. In der Auseinandersetzung mit den Texten machten die Sängerinnen und Sänger laut Bass erstaunliche Entdeckungen - und das Publikum ebenso.

Die musikalische Programmfolge eröffneten die Sängerinnen und Sänger von "Bass und Töne" mit "California Dreamin" von den Mamas & Papas. Dabei war besonders reizvoll, wie sich Männer und Frauenstimmen gegenseitig zusangen. Die Rezitation des Textes von Albert Hammonds "Down by the River" zeigte, dass sich das Lied tiefgründig mit der Vergiftung der Umwelt auseinandersetzt.

Auch die nachfolgenden Songs "The Rose" und "From a Distance" demonstrieren, dass Bette Middler weit mehr als eine Ulknudel ist, als die sie von vielen Filmen bekannt ist. Der Chorgesang von "Bass und Töne" war nicht laut, füllte aber problemlos die große Halle. Die verschiedenen Stimmen waren sehr harmonisch aufeinander bezogen. Marlies Vischer überzeugte mit einem Solo in "The Rose". Begleitsolostimmen waren Sigrid Leipold und Erhard Wengel.

Den zweiten Block gestalteten die "Red Valleys", die sich vor drei Jahren als "Junger Chor" des Männergesangvereins Oberrot formiert hatten. Mit "Surfin USA" von den Beach Boys brachten sie mächtig Stimmung in den Raum. Es folgte gekonnt das A-cappella-Stück "Only You", das die Flying Pickets zur Nummer 1 der Charts hochkatapultiert hatte. Mit den zwei Beatles-Stücken "Elenor Rigby" und "Yesterday" hatten die "Red Valleys" etwas Probleme, was den Sympathien für die Sänger jedoch überhaupt keinen Abbruch tat.

Nach der Pause betraten die "Red Valleys" erneut die Bühne und boten sehr harmonisch "Bright Eyes" von Art Garfunkel dar. Bei Michael Jacksons "Will you be There" gastierte Isolde Holzmann als Solosängerin. Die Gründerin der "Red Valleys" faszinierte die Zuhörer mit Brillanz und Ausdrucksstärke. Mit "Let it be" von den Beatles legten die "Red Valleys" ein Glanzstück hin. Beachtlich war dabei auch das Gitarrensolo von Mark Büttner. Als Zugabe dirigierte Isolde Holzmann "Cant Help falling in Love", das die Sänger perfekt in Harmonie und Rhythmus darboten.

Den letzten Programmblock gestaltete noch einmal "Bass und Töne". Bei "For the longest Time", das Billy Joel zwischen zwei Ehen komponiert hatte, spannte Joachim Bass das Publikum ein. Das durfte den Rhythmus im Offbeat schnippen. Bei "Stand by your Man" von Tammy Wynette erklangen erstmals am Abend auch Country-Elemente. Den offiziellen Schluss der Liedfolge bildete "Top of the World" von The Carpenters.

Mit der Zugabe "Eternal Flame" von den Bangles - inklusive tollem Gitarrensolo - schloss ein kurzweiliger Abend, der bei den meisten Zuhörern den dringenden Wunsch auf eine Fortsetzung geweckt haben dürfte.

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