Neuer Impuls für die Jumelage

Mehr als 34 Stunden im Bus verbrachte die Bad Mergentheimer Delegation bei ihrer Fahrt nach Digne-les-Bains. Das Fazit des Besuchs zum 50. Jubiläum der Städtepartnerschaft fällt überwiegend positiv aus.

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  • Zuerst wurde im Bus geprobt, dann folgte der Auftritt im Rathaus: der spontan gebildete Chor der Bad Mergentheimer Delegation. Privatfotos 1/2
    Zuerst wurde im Bus geprobt, dann folgte der Auftritt im Rathaus: der spontan gebildete Chor der Bad Mergentheimer Delegation. Privatfotos
  • OB Udo Glatthaar (links) beim Anschnitt der Jubiläums-Torte. 2/2
    OB Udo Glatthaar (links) beim Anschnitt der Jubiläums-Torte.
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Punkt 21 Uhr stoppte am Montag der Bus am neuen Rathaus. 88 Stunden war die mehr als 50-köpfige Delegation unterwegs; davon über 34 Stunden im Bus, um nach Digne und zurück oder vor Ort zu Ausflügen und Veranstaltungen zu gelangen. Trotz aller Strapazen fiel die Bilanz der Teilnehmer gut aus. "Ich denke, diese Fahrt wird der Partnerschaft Auftrieb geben", sagte Oberbürgermeister Udo Glatthaar. Sämtliche Teilnehmer hätten ein gutes Bild der Stadt abgegeben. Der spontane Auftritt des Stadtkapellen-Quartetts auf dem Kirchturm werde in Digne dauerhaft in Erinnerung bleiben.

Gewiss gilt das auch für Uwe und Markus Kurz, Hubert Holzner und Maximilian Ortmeier. Stadtkapellen-Vorstandsvorsitzender Uwe Kurz, ein erprobter Turmbläser, hat derlei noch nicht erlebt: Eine senkrechte Leiter, gerade genug Platz für Musiker und Notenständer und eine Balustrade, die mit Plastikbändern gesichert war, verlangten dem Quartett eine gehörige Portion Mut ab. Keineswegs vergebens: Bernard Teyssier, im Stadtrat von Digne für die Städtepartnerschaften verantwortlich, schwärmte mehrfach über den Auftritt. Kurz möchte einen Anlauf unternehmen, mit der Stadtkapelle Kontakte nach Digne zu knüpfen. Und zwar so, wie es die Feuerwehr seit Jahren praktiziert.

Die Feuerwehr, beim Jubiläumsbesuch vertreten durch Klaus Riegel, Karl-Heinz Barth und Norbert Orth, wird im August wieder nach Digne reisen. Die gegenseitigen Besuche sind bei den Feuerwehren Selbstläufer. Mehr davon wünscht sich nicht nur der OB. Hariolf Scherer sieht Potenziale bei der katholischen Gemeinde - beispielsweise mit einer Ministrantenreise. Zudem haben die mitgereisten CDU-Gemeinderäte bereits beschlossen, 2013 an der Lavendelmesse teilzunehmen. "Wir sollten das Jubiläum als Aufbruch nehmen", so Andreas Lehr. Die Fahrt habe gezeigt, dass es sich "absolut lohnt, Digne zu besuchen". Diese Partnerschaft sei für jeden in Bad Mergentheim eine tolle Sache. Das Jubiläum könne ein Anlass sein, auf Vereine zuzugehen und sie zu ermuntern, weitere Brücken nach Frankreich zu schlagen, so Lehr weiter.

Die Partnerschaft dürfe sich nicht auf offizielle Begegnungen beschränken, meint Tillmann Zeller (SPD). Er bedauerte, dass an Digne kaum noch Deutsch unterrichtet wird und auch am DOG in Sachen Austausch mit Digne nichts läuft. Enttäuschend sei auch, wie wenige Bürger Dignes den Partnerschaftsabend besucht hätten. Auch sei das von den französischen Gastgebern gestaltete Programm zu touristisch gewesen. Jochen Flasbeck (Freie Wähler) bemängelte ebenso, dass der kommunalpolitische Erfahrungsaustausch keine Rolle spielte.

Diesen Faden will OB Glatthaar aufgreifen. Er kündigte an, ein Arbeitstreffen anzuberaumen, um die Themen von Kommunalpolitik, Wirtschaft und Verwaltung zum Gegenstand solcher Begegnungen zu machen. Für ihn bleibt: "Die Begegnung ist eine Bereicherung. Der persönliche Kontakt bringt viel mehr positives Denken und Verständnis." Der Städtepartnerschaftsgedanke erlebe eine Renaissance, sagt Glatthaar. Mit aller gebotenen Sensibilität und ohne Eile wolle er in den Gremien darüber sprechen, ob nicht auch eine osteuropäische und/oder skandinavische Partnerstadt in Frage kommt.

Sehr zufrieden war Partnerschaftskomitee-Vorsitzender Bernhard Gailing. Das Treffen sei ein Beweis der Lebendigkeit der Städtepartnerschaft zwischen Mergentheim und Digne. An die Stelle hochoffizieller Begegnungen sei längst eine menschliche Ebene getreten.

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