Mit der Albe dürfen sie jetzt Weiß tragen

Fünf Gottesdienste pro Woche halten Prädikanten im evangelischen Kirchenbezirk Weikersheim. Jetzt dürfen die 18 Männer und Frauen dabei auch eine "Mantelalbe" als liturgisches Gewand tragen.

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Das ländlichste Gebiet in Baden-Württemberg, so stellte der frühere Dekan Richard Haug beim Prädikantentag in Bad Mergentheim fest, sei der Main-Tauber-Kreis. Überproportional sei er vom Rückgang der Bevölkerung betroffen, das bedeute bis 2030 einen dramatischen Rückgang der Gemeindegliederzahlen. Die Zahl der Dörfer und Kirchen bleibe dabei aber gleich - eine "geistliche Herausforderung". Gottesdienste ohne Pfarrer hätten neben der Konzentration der Gottesdienstorte einen wichtigen Platz. Prädikanten (früher Lektoren genannt) blieben unentbehrlicher denn je.

2013 haben sechs Frauen und zwölf Männer 275 Gottesdienste übernommen, 13 mit Abendmahl und Taufe. Dazu kamen 65 Gottesdienste, die fünf Pfarrer im Ruhestand gehalten haben. Prädikanten sind Frauen und Männer aus allen Berufsgruppen, die nach entsprechender Ausbildung ehrenamtlich Gottesdienste übernehmen. Sie bekommen vom Oberkirchenrat Predigtvorlagen, dürfen sie aber frei bearbeiten oder eigene Predigten ausarbeiten. Nach Zusatzkursen werden Prädikanten auch für Taufen und Abendmahlsfeiern eingesetzt und können Trauungen und Beerdigungen übernehmen. Michaela Wolpert aus Weikersheim, seit zwölf Jahren im Prädikantendienst, ist bisher die einzige Prädikantin im Bezirk, die bei Gottesdiensten seit zwei Jahren das weiße Gewand trägt, das im Kirchendeutsch "Mantelalbe" heißt. "Angemessen und würdig als Dienstgewand für den Gottesdienst", findet sie die Albe. Dass ältere Leute sie manchmal als "Frau Pfarrerin" ansprechen, kann sie ertragen. Die langsame Verbreitung dieser ansprechenden liturgischen Kleidung entspricht der Einführung der Albe, die die Pfarrer seit zwei Jahrzehnten anstelle des schwarzen Talars tragen dürfen.

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