Menschen in Ellwangen unterschreiben für den Frieden

Das Aktionsbündnis Mahnwache beginnt am Sonntag vor den Ellwanger Kirchen damit, Unterschriften zu sammeln. Ziel ist es, Atomwaffen zu verbieten.

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Anspruchsvoll und begründet nennt Gerhard Schneider die Unterschriftenaktion, die am Sonntag, 12. März, in Ellwangen beginnt. Zusammen mit anderen Friedensaktivisten vom Aktionsbündnis Mahnwache, vom Friedenskreis, vom Friedensforum und mit Vertretern der Kirchengemeinden stellte er bei einem Pressegespräch im Haus der Comboni-Missionare das Vorhaben vor.

Nach den Gottesdiensten am Sonntag, auf dem Schönenberg schon nach der Vorabendmesse am Samstag, warten Friedensaktivisten vor den Ellwanger Kirchen. Sie bitten die Gottesdienstbesucher um ihre Unterschrift gegen Atomwaffen. Damit beteiligt sich das Aktionsbündnis Mahnwache Ellwangen an einer bundesweiten Aktion.

Zwei Ziele verfolgen die Friedensaktivisten Gerhard Schneider zufolge ganz konkret. Zum einen fordern sie, dass die 20 US-amerikanischen Atombomben abgezogen werden, die noch immer in Büchel in der Eifel stationiert sind. Gerade sei in Planung, sie zu modernisieren, sodass sie noch genauer ein etwaiges Ziel treffen können, sagt Gerhard Schneider.

Zum anderen geht es den Friedensaktivisten darum, Atomwaffen ganz zu verbieten. Die Vereinten Nationen (UN) haben kürzlich beschlossen, Verhandlungen dazu wieder aufzunehmen. Die Bundesregierung habe gegen die Wiederaufnahme der Verhandlungen gestimmt, weil ein Verbot nicht vereinbar sei mit den Verpflichtungen der sogenannten nuklearen Teilhabe der Nato.

Weil die überwiegende Mehrheit der Mitgliedsstaaten aber dafür gestimmt habe, sagt Gerhard Schneider, würden die Verhandlungen im März trotzdem wieder aufgenommen und im Juli fortgesetzt. Pater Reinhold Baumann äußerte sein Unverständnis darüber, dass biologische und chemische Waffen verboten, Atomwaffen aber immer noch erlaubt seien. „Atomwaffen sind Massenvernichtungswaffen“, sagte er.

Warnung vor Krieg auf Raten

Pater Baumann zeigte sich überzeugt, dass ein Verbot von Atomwaffen tatsächlich befolgt würde. „Im Zweiten Weltkrieg wurden keine biologischen und keine chemischen Waffen eingesetzt, obwohl der Hass so groß war“, sagte er. Gerhard Schneider zitierte Papst Franziskus, der vor einem „Dritten Weltkrieg auf Raten“ gewarnt hatte. Wenn man sich umschaue in der Welt, sagte Schneider, dann könne man das durchaus so sagen. „Dazu kommt noch, dass der US-Präsident gefragt haben soll, warum die USA Atomwaffen nicht einsetzen sollen, wenn sie sie doch besitzen“, fügte Gerhard Schneider an.

Ihm zufolge stehen weltweit 16.000 Atomwaffen bereit. „1800 davon in ständiger Alarmbereitschaft.“ Die kommenden Verhandlungen der Vereinten Nationen seien deshalb als Chance auf eine atomwaffenfreie Welt zu begreifen. „Mit unserer Aktion verbinden wir die Hoffnung, die Zivilgesellschaft stärker als bisher für dieses Thema zu gewinnen“, sagt Gerhard Schneider. Noch bis Mitte September soll die Aktion andauern und damit vor allem Druck auf die neue Bundesregierung ausüben.

In Listen eintragen

Bis dahin hoffen die Friedensaktivisten, dass sich viele Menschen beteiligen und die Listen weitertragen, zum Beispiel in Vereine. „Es gibt so viele Berührungspunkte“, sagte Margret Schneider. Außerdem will das Aktionsbündnis Mahnwache auf Schulen und Firmen zugehen. Wolfgang Kuhn von der katholischen Erwachsenenbildung schlug vor, auch Seniorengruppen und den Seniorenrat miteinzubeziehen. „Diese Menschen haben noch einen Krieg miterlebt“, gab Kuhn zu be­denken.

Am Sonntag, 12. März, stehen die Friedensaktivisten nach den Gottesdiensten vor den Ellwanger Kirchen, um Unterschriften gegen Atomwaffen zu sammeln.

Die Kirchen: Basilika, evangelische Stadtkirche, Sankt Wolfgang und Heiliggeist. Vor der Schönenbergkirche schon nach der Vorabendmesse am Samstag und nach allen Gottesdiensten am Sonntag.

Außerdem werden wahrscheinlich auch im Josefstal und in Neunheim Unterschriften gesammelt.

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