Martin Reich schöpft Kraft

Der Tour de France ist er schon nachgeradelt, eine Schwedenrundfahrt hat er absolviert - nun ist er auf dem Weg von der Ostsee an den Bodensee. Am Samstag hat Martin Reich in Gschwend Station gemacht.

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Martin Reich mit Matteo, dessen Familie ihn beherbergte. Foto: Privat

Groß, kräftig, blond, ein Wikingertyp und ein Extremsportler ist Martin Reich. Und extrem ist auch seine momentane Tour mit dem Spezialrad und dem Anhänger mit Solaranlage. Sie führt ihn über 1200 Kilometer von der Ostsee zum Bodensee. Am Samstag kam er durch Gschwend. Einen Tag ausruhen, "auftanken", planen.

Viele Fahrradprojekte mit unzähligen Kilometer ist der gebürtige Stralsunder schon gefahren. Eine "Tour de France", eine Schwedenrundfahrt und viele Deutschlandtouren. Nun ist er unterwegs zur "Eurobike-Messe in Friedrichshafen. "Ich bin eingeladen worden und möchte dort meinen Unterstützern Dank sagen."

Warum er diese Strapazen auf sich nimmt? Martin Reich hat ein Anliegen. Er ist zu 60 Prozent behindert, auch wenn man ihm das nicht ansieht - und er will zeigen, wozu Menschen in seiner Situation in der Lage sind. Auch seelisch hat Martin Reich einiges zu verarbeiten. Als Kind in einem abgeschottetem DDR-Kinderheim hat er vieles erlebt, worüber er heute noch nicht richtig sprechen kann. "Das Radfahren hilft mir dabei, diese Erfahrungen umzuwandeln, daraus Kraft zu schöpfen und nicht zuletzt, darauf aufmerksam zu machen", sagt er.

Auf seinen Touren lernt Martin Reich immer wieder Menschen kennen, die ihm helfen. Sonst hat er alles dabei, was er braucht und sein Essen holt er sich von den Tafeln in den verschiedenen Städten. "Reichlich sportlich" heißt seine Homepage, die er auch unterwegs stetig füttert und auf der man daher seine Weg verfolgen, seine Anliegen unterstützen, ihn kennenlernen kann. Der Name mit der Ergänzung "Dont dope and drive" wurde im Rahmen eines Semester-Projektes an der Stralsunder Hochschule für eine Tour-de-France-Aktion entwickelt, die dann freilich scheiterte, weil Reichs Sponsor aufgrund der massiven Negativ-Schlagzeilen über gedopte Profiradler ausstieg.

Sein größter Traum: mit dem Fahrrad durch Amerika zu fahren. Dafür sucht er noch Sponsoren. "Ich bin schon jetzt sehr dankbar. Es gibt so viele Menschen, die durch ihre Unterstützung, und wenn es ein Essen, eine Übernachtung, ein Zeitungsbericht ist, meine Projekte möglich machen", sagt er. Sein Spezialrad, der Anhänger mit dem GPS-Gerät, ausgestattet mit einer Fotovoltaikanlage muss immer wieder großen Belastungen standhalten, muss immer wieder verbessert und modifiziert werden - und das kostet Geld.@

www.reichlich-sportlich.de

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