Kostbares Nass sprudelt kräftig

Neuer Rekordwert: Der Zweckverband NOW lässt im Vorjahr rund 28 Millionen Kubikmeter durch das Leitungsnetz fließen. In die Kooperation mit Kommunen und Verbänden wird auch künftig kräftig investiert.

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    Im Wasserwerk Schweighausen wird zur Enthärtung eine Carix-Anlage eingesetzt. Foto: 
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    Geschäftsführer Dr. Jochen Damm: „Die Konzeptionen der NOW sind nachhaltiger und effizienter als Insellösungen.“ Foto: 
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Der  Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) zog kürzlich bei der Verbandsversammlung in Leutenbach (Rems-Murr-Kreis) eine Bilanz seiner Arbeit. Als Vorsitzender steht Bürgermeister Stefan Neumann (Künzelsau) an der Spitze, für den neuen NOW-Geschäftsführer Dr. Jochen Damm war es die erste Verbandsversammlung.

Die gesamte Wasserabgabe der NOW wird im Jahr 2017 inklusive Eigenverbrauch für die Wasser­aufbereitung bei rund 28,3 Millionen Kubikmeter liegen, berichtete der Technische Betriebsleiter Ralf Winter – ein Plus von 1,8 Millionen Kubikmetern gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Rekordwert für die NOW.

Spitzenwert am 23. Juni

Mit 104 700 Kubikmetern am 23. Juni 2017 gab es auch bei der Tagesspitzenabgabe einen neuen Höchstwert. Ralf Winter führt die steigende Wassermenge auf die bisher realisierten Versorgungskonzeptionen und der damit verbundenen Vollversorgung der beteiligten Städte und Gemeinden durch die NOW zurück.

Die NOW setzte bereits mehrere Wasserversorgungskonzeptionen im Tauber-, Jagst- und Kochertal um. Ziel dieser Gemeinschaftsprojekte ist die interkommunale Erschließung und Bewirtschaftung regionaler Wasservorkommen. „Im Vergleich zu den Insellösungen einzelner Kommunen sind die Konzeptionen der NOW nachhaltiger und effizienter“, sagte Geschäftsführer Dr. Jochen Damm.

Mitte 2014 wurde eine engere Zusammenarbeit zwischen der NOW und dem Zweckverband Wasserversorgung Jagstgruppe vereinbart. Seitdem betreut die NOW die Wassergewinnungsanlagen der Jagstgruppe, zu dem auch das Wasserwerk Schweighausen bei Jagstzell gehört. Die Kooperationsvereinbarung sieht vor, dass die Wasseraufbereitungsanlagen im Wasserwerk Schweighausen modernisiert und mit einer zusätzlichen Enthärtungsanlage ausgestattet wird. Durch das so genannte Carix-Verfahren wird es möglich sein, die Trinkwasserhärte von derzeit etwa 20 °dH auf etwa 12 °dH zu reduzieren.

31 Quellen speisen Wasserwerk

Das Rohwasser für das Wasserwerk in Schweighausen stammt aus 31 Quellen und Tiefbrunnen. „Da das Land die Kosten für eine Enthärtungsanlage nicht fördert, übernimmt die NOW die Kosten für die Anlage und den notwendigen Gebäudeanbau in Höhe von rund 5,6 Millionen Euro zu 100 Prozent“, sagte der NOW-Geschäftsführer.

Die Gemeinden Braunsbach, Kupferzell, Untermünkheim und der Zweckverband Wasserversorgung Kochereckgruppe vereinbarten im Sommer 2015, gemeinsam mit der NOW die sogenannte „Kochereckkonzeption“ zu realisieren.

Hierzu zählen diverse Projekte. So befindet sich das neue Wasserwerk Grimmbach bei Braunsbach derzeit im Probebetrieb. Das Wasserwerk verfügt über Anlagen zur Ultrafiltration und zur Wasserenthärtung.

Ein Teil des aufbereiteten Wassers wird direkt an die Gemeinde Braunsbach abgegeben. Der andere Teil wird über eine neue, rund 1,7 Kilometer lange Anschlussleitung in das südlich der Kochertalbrücke verlaufende NOW-Trinkwasserleitungsnetz eingespeist. Neben dem Neubau des Wasserwerks Grimmbach wurde gleichzeitig in Kupferzell der bestehende Sandfilter des Brunnens Kupfer durch eine moderne Ultrafiltrationsanlage ersetzt. Das aufbereitete Wasser wird nun über eine neue Leitung in das bestehende NOW-Wassernetz gefördert.

Zentrale steuert den Betrieb

Die Wasserwerke Grimmbach und Kupfer bereiten gemeinsam rund 170 000 Kubikmeter jährlich an Trinkwasser auf. Im Rahmen der Konzeption setzt die NOW bis Anfang nächsten Jahres zusätzlich 23 Wasserversorgungsanlagen der Konzeptionspartner baulich, hydraulisch und elektrotechnisch instand. Diese können dann zukünftig über die Leitzentrale der NOW in Crailsheim fern­überwacht werden. Die Kosten für die „Kochereckkonzeption“ betragen 4,9 Millionen Euro, das Land gewährt einen Zuschuss von 3 Millionen Euro. Im Herbst 2017 wurde auch mit dem Bau eines neuen Wasserwerks bei Burgstetten im Rems-Murr-Kreis begonnen, das mit rund 33,9 Millionen Euro zu Buche schlägt.

2017 beträgt der Durchschnittswasserpreis beim Zweckverband NOW 90,55 Cent pro Kubikmeter. Für das Wirtschaftsjahr 2018 wird ein Preis von 94,82 Cent kalkuliert. Ursachen für den steigenden Wasserbezugspreis sind höhere Strom- und Personalkosten sowie Preisanhebungen der Vorlieferanten.

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