Kiloweise echte Luxus-Wärme

Nein, Alpakas werden nicht als Fleischlieferanten gezüchtet, sondern wegen ihrer Wolle - das muss Gabriele Mayer immer wieder erklären. Neun dieser Tiere leben mittlerweile in Heimberg und Hachtel.

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Sebastian Mayer (16) ist Alpaka-Experte. Die Tiere brauchen jeden Tag genau die richtige Dosis Zuwendung, dürfen aber nicht verhätschelt werden. Wenn sie Menschen noch als fremd erkennen, verzichten sie aufs Spucken. Foto: Weber-Schwarz

"Cappuccino" ist neugierig - vor allem, als eine Handvoll Futter geholt wird. Dem 16-jährigen Sebastian Mayer frisst die junge Alpaka-Stute aus der Hand. Der Schüler war die "treibende Kraft", als es um die Anschaffung der kleinen Alpakaherde ging. "Sie sind ruhig und zutraulich", sagt Sebastian. Und: "Sie spucken sich nur gegenseitig an - auf Menschen spucken sie nicht."

Hinter dem Namen "Hohenloher Alpakahof" stehen die zwei Familien Linder-Mönch und Mayer aus den Niederstettener Ortsteilen Heimberg und Hachtel. Beide Familien führen landwirtschaftliche Betriebe.

"Mit der Alpakazucht haben wir im September 2010 angefangen. Zurzeit weiden bei uns neun Tiere", erzählt Gabriele Mayer. "Weil wir keine Rinderhaltung mehr auf unseren Betrieben hatten, suchten wir nach einer Alternative für unsere Grünlandflächen. Schafe kamen für uns nicht in Frage." Durch einen Aufenthalt eines Sohnes in Peru wurde die Landwirtsfamilie auf die sanften Andentiere aufmerksam. "Nach längerem Recherchieren und mehreren Besuchen bei Zuchtbetrieben reifte die Idee zur eigenen Alpakazucht heran." Vor den Toren Rothenburgs, gleich neben der Gefällstraße nach Detwang, züchtet die Familie Kindler schon seit Jahren Alpakas. "Von Ilona Kindler erhielten wir wichtige Informationen und lernten die Tiere besser kennen." Letztendlich entschieden sich die Mayers für den Kauf von vier trächtigen Stuten und zwei Fohlen - und für die Kooperation mit der Familie Linder-Mönch.

In Hachtel grast die mittlerweile auf neun Tiere angewachsene Herde gegenüber dem historischen Bauernhaus der Familie. "Sie haben sogar ein eigenes Klo", lacht Ulrike Linder-Mönch und deutet auf eine eingestreute Ecke im Unterstand. "Und sie benutzen es auch."

Die Alpakas sind zwar freundliche Tiere, ein Streichelzoo ist die Zucht aber nicht. "Wir halten sie als landwirtschaftliche Nutztiere", stellt Wolfgang Mayer klar. Dass manche Landwirtskollegen das Alpaka-Projekt für "speziell" halten, weiß er - aber das sei eben so, wenn man neue Wege gehe. Vermarktet wird die hochwertige Wolle der Tiere. Zwischen drei bis sechs Kilogramm können pro Tier und Jahr erzeugt werden. Nur ein Kilogramm davon gilt wiederum als "1a"-Wolle - ein echtes Luxusprodukt. Alpakawolle verfügt über ein gutes Isoliervermögen - die Tiere leben in ihrer südamerikanischen Heimat immerhin in Höhen bis zu 5000 Metern und sind mit ihrem Fellkleid bestens gegen Kälte, Wind, Nässe aber auch extreme Hitze gerüstet. Die Wolle der Alpakas ist daher für Sommer- und Winterkleidung geeignet. Alpakawolle wird ein Tragekomfort zugeschrieben, der der von Kaschmirwolle ebenbürtig ist. Sie ist fein, weich und liegt geschmeidig auf der Haut. "Sie hält unglaublich warm", weiß Gabriele Mayer.

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