Immer im Uhrzeigersinn

Im Landkreis Hall wird jetzt mit der Installation eines neuen Sicherheitssystems an Schulen begonnen. Entwickelt wurde es als Reaktion auf den Amoklauf an der Albertville-Realschule in Winnenden.

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Wenn der Ernstfall eintritt, muss es schnell gehen und damit es schnell geht, müssen sich die Sicherheitskräfte umstandslos zurechtfinden können - das hat man aus dem Amokfall an der Albertville-Realschule in Winnenden im März 2009 gelernt. Dort wurde jetzt ein einheitliches Sicherheitssystem entwickelt, das den Polizei- und Rettungskräften eine schnelle Orientierung ermöglicht.

Zwar verfügen die Polizeidirektionen über die Grundrisse der Schulen, im Notfall aber ist es wenig produktiv, wenn erst noch über den Plänen gebrütet werden muss. Aus diesem Grund hat man im Rems-Murr-Kreis begonnen, die Schulen mit einer einheitlichen Beschilderung auszuzeichnen. Verschiedene Farben kennzeichnen verschiedene Gebäude und Stockwerke, die einzelnen Räume selbst werden, ausgehend vom Haupteingang, im Uhrzeigersinn durchnummeriert, darunter verweisen Richtungspfeile auf den jeweils vorhergehenden oder folgenden Raum. Treppen werden gesondert gekennzeichnet.

Die Raum-Schilder werden über den Türen angebracht, damit sie auch dann abgelesen werden können, wenn sich beispielsweise eine Menschenmenge davor befindet. Solche Raumschilder, die zusätzlich beschriftet werden können, befinden sich auch in den jeweiligen Räumen. Sie können im Notfall ans Fenster gehalten werden, um Hinweise, etwa die Zahl der Personen im Raum, zu übermitteln.

Das System, dessen Installation je nach Schulgröße zwischen einigen Hundert und wenigen Tausend Euro kosten wird, hat auch außerhalb des Rems-Murr-Kreises Beifall gefunden. Das Innenministerium und das Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg empfehlen die landesweite Umsetzung. Im Landkreis Schwäbisch Hall mit seinen insgesamt 120 Schulen haben der Polizeihauptkommissar Ulrich Ostermann vom Bereich Prävention und Jürgen Keller von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle diese Aufgabe übernommen. Als Pilotschulen wurden kommunale Schulen in Fichtenberg, Blaufelden, Crailsheim und Schwäbisch Hall ausgewählt, sowie die Gehörlosenschule in Crailsheim, deren Träger der Landkreis ist.

Die Umsetzung dürfte recht flott gehen, wie sich am Donnerstag in Fichtenberg gezeigt hat. Ostermann und Keller trafen sich dort mit Bürgermeister Roland Miola, Schulleiter Uwe Kronmüller und Hausmeister Hermann Schrof, gingen die Grundrisse durch, kennzeichneten und nummerierten Räume, Treppenhäuser, Eingänge und Notausgänge. Abends berichtete Miola dem Gemeinderat, dass nun Angebote eingeholt würden. Eine Entscheidung soll in der nächsten Sitzung fallen.

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